Lohr

Grüne fordern Widerstand der Stadt Lohr gegen B 26n

Die Lohrer Ortsgruppe des Bund Naturschutz brachte mit Bannern wie hier bei Sendelbach bereits seie Ablehnung der B26n zum Ausdruck. Nun fordern auch die Lohrer Grünen, dass die Stadt Widerstand gegen das Straßenbauprojekt leisten soll.
Foto: Johannes Ungemach | Die Lohrer Ortsgruppe des Bund Naturschutz brachte mit Bannern wie hier bei Sendelbach bereits seie Ablehnung der B26n zum Ausdruck.

Die Lohrer Grünen fordern, dass die Stadt im Schulterschluss mit den Umlandgemeinden Partenstein, Frammersbach, Rechtenbach und Steinfeld entschlossenen Widerstand gegen den Bau der B 26n leistet. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die die Ortsvorsitzende Bärbel Imhof im Nachgang des digitalen politischen Aschermittwochs verschickt hat. Darin heißt es, dass Lohr "endlich aufwachen" und sich mit seinen Nachbargemeinden solidarisieren müsse.

Offensichtlich werde immer noch nicht realisiert, welche Verkehrsmassen auf Lohr mit dem Bau der B26n zurollen würden, so Imhof. Selbst wenn Steinbach eine Umgehung bekäme und die dritte Mainbrücke gebaut werde, drohe Lohr der "Verkehrskollaps" auf Westtangente, der Rechtenbacher Straße und an der "schon jetzt völlig überlasteten" Kreuzung am Oberen Tor.

Nachdem das geplante Lohrer Verkehrsentwicklungskonzept "von den wenig vorausschauenden konservativen Kräften im Lohrer Stadtrat zu Fall gebracht" worden sei, brauche man jetzt Antworten auf diesen absehbaren Verkehrskollaps, so die Grünen.

Das geplante neue Parkdeck, die neuen Märkte auf dem ehemaligen Brauereiareal und der geplante Neubau der Zentralklinik brächten »erheblich mehr Autoverkehr« in die Oberstadt. Der "Druck auf die Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger wird zunehmen", sind sich die Grünen sicher. Wenn dann noch "ernormer Lkw- und Pkw-Verkehr der B 26n" hinzukomme, verliere Lohr durch Lärm, Dreck, Staus und Luftverschmutzung "erheblich an Attraktivität und Lebensqualität".

Eventuelle dritte Mainbrücke

Eine eventuelle dritte Mainbrücke werde laut Prognosen des staatlichen Bauamtes pro Tag 9200 Fahrzeuge, davon 600 Lastwagen nach Lohr leiten. Ein Großteil der Fahrzeuge werde sich seinen Weg Richtung Rechtenbach und Partenstein suchen. Die Zufahrt zur dritten Mainbrücke könne nur durch das Buchental führen und bedeute die Zerstörung weiterer Naturflächen des gerade im Klimawandel so wichtigen Buchenwaldes und seiner Schutzfunktionen für Mensch und Tier, so die Grünen.

2018 habe der Lohrer Stadtrat eine Reihe von Forderungen an die zuständigen Behörden gestellt. Nur unter diesen Voraussetzungen stünde man einem Ausbau der B 26n positiv gegenüber, habe es damals geheißen. Doch keiner einzigen dieser Forderungen sei man bisher nachgekommen. Der damalige Stadtratsbeschluss sei damit hinfällig. Der Stadtrat müsse sich daher neu mit der Situation befassen, fordern die Grünen. Eine weitere Verschärfung der Verkehrssituation in Lohr sei nicht hinnehmbar. Doch niemand könne sagen, wie diese Verbesserung aussehen solle, "weil es sie schlicht nicht gibt", so die Grünen. Durch den Bau der B 26n werde der Verkehr weder reduziert noch die Region entlastet.

Das Straßenprojekt sei in den 1980er Jahren beschlossen worden. "Da war von Klimawandel, Artensterben und Verkehrswende noch wenig bis gar nichts zu hören", heißt es in der Pressemitteilung der Gründen. Heute würde niemand mehr einem solchen Vorhaben zustimmen können. Lohr täte daher gut daran, sich der Bürgerinitiative gegen die B 26n anzuschließen, so die Grünen. 21 Kommunen, darunter Frammersbach, Rechtenbach und Steinfeld, hätten sich dieser Initiative bereits angeschlossen. Man müsse die Lohrer Bürgerschaft vor den Auswirkungen der B 26n schützen und die Stadt lebenswert erhalten, fordert Imhof.

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