Stetten

"Häliche-Häusli" und Nischen in Stetten

Edgar Burkard referierte für die Geschichtsfreunde Stetten über 'Heiligenhäuschen und Bilder' an Gebäuden im Dorf. Die Bilder dazu hat Hartiwg Schießer (rechts) fotografiert.
Foto: Günter Roth | Edgar Burkard referierte für die Geschichtsfreunde Stetten über "Heiligenhäuschen und Bilder" an Gebäuden im Dorf. Die Bilder dazu hat Hartiwg Schießer (rechts) fotografiert.

Fast 50 Interessenten hatten sich in den Räumen des Winzerkellers zu einem Vortrag der Geschichtsfreunde Stetten eingefunden, bei dem Edgar Burkard über die "Heiligenhäuschen" und Figuren an Stettener Gebäuden sprach. Die dazu gezeigten Bilder wurden von Hartwig Schießer fotografiert.

Die kurioseste Information dazu gleich vorweg: Die wohl älteste noch erhaltene Heiligenfigur aus dem 17. Jahrhundert findet sich am Haus von Elfriede Sauer und stammt wahrscheinlich aus Urspringen. Damit sprach der Referent Burkard auch schon eine wenig beachtete Entwicklung in diesem Bereich an. Der Zeitgeist war selbst hier nicht spurlos vorübergegangen, denn viele Bilder und Skulpturen aus alten Kirchengebäuden wurden bei deren Renovierungen oder gar Neubauten einfach ausgemustert, verkauft oder im schlimmsten Fall weggeworfen.

Eine davon ist die barocke sogenannte "Strahlenkranzmadonna" aus dem 17. Jahrhundert, die im Zuge der neugotischen Ausgestaltung der Stettener Pfarrkirche im 19. Jahrhundert verkauft und erst 1949 durch den damaligen Pfarrer Mitterweger "heimgeholt" wurde. Seitdem steht sie wieder in der Kirche. Ein weiterer Grund für den Schwund von "Heiligenhäuschen" ist aber auch der große Brand, der 1889 große Bereiche Stettens vernichtete.

Insgesamt aber haben die Bilder und Figuren an und in den Häusern tiefe Wurzeln, so Burkard. Diese reichen sogar über das Christentum hinaus, denn schon die "Alten Ägypter" und später die Römer waren bemüht, ihre Schutzgötter nach Hause zu holen. Die christliche Tradition hat dies dann übernommen und zu einer gewissen Blüte gebracht. Die älteste in Franken bekannte ist die sogenannte Nordheimer Madonna von 1350, die heute im Würzburger Dom steht. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist dieser Brauch allerdings weitgehend abhanden gekommen.

Burkard fasste den Bildervortrag von Hartwig Schießer in Gruppen zusammen: Da waren die vielen Darstellungen der Muttergottes als Madonna, Pieta oder in der Anlehnung an die in Lourdes. Daneben gibt es auch Skulpturen von Jesus, Josef oder einer Vielzahl anderer Heiliger wie Christopherus, Urban oder den beliebten Antonius von Padua. Diese sind als Vollfiguren, als Reliefs oder Halbreliefs und auch als Gemälde vorhanden. Eine weitere Gruppe sind noch die Kreuze und die Prozessionsaltäre.

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