Lohr

Hilfe aus Main-Spessart für ungarische Straßenhunde

Andrea Tomandl übergibt mit ihrem Ehemann Klaus (knieend) zahlreiche Spenden aus der Lohrer Bevölkerung an die ungarische Tierschutzorganisation 'Konrád Lorenz'. Mit Lilly rettete das Paar auch einen Hund vor der Tötung. 
Foto: Tomandl | Andrea Tomandl übergibt mit ihrem Ehemann Klaus (knieend) zahlreiche Spenden aus der Lohrer Bevölkerung an die ungarische Tierschutzorganisation "Konrád Lorenz".

Nur im kleinen Kreis wollte die Lohrerin Andrea Tomandl um Unterstützung einer ungarischen Tierschutzorganisation werben, mit der sie in Kontakt getreten war. Was dann geschah, rührt sie nach wie vor zu Tränen: Dutzendfach wurde die WhatsApp-Sprachnachricht in den öffentlichen Netzwerken geteilt und verbreitet. Und am vereinbarten Anliefertag stand ein regelrechter Autokorso vor der Tür ihres Fitnessstudios. Seitdem benutzt Tomandl ihre gezwungenermaßen leeren Trainingsräume als Zwischenlager für Hundefutter, Decken und sonstige Artikel.

"Ich kann es nicht anders sagen, aber ich war überwältigt von der Spendenbereitschaft", zeigt sich die Initiatorin der Aktion dankbar. Über eine Mitarbeiterin sei Tomandl mit ihrem Mann Klaus auf die ungarische Tierschutzorganisation Konrád Lorenz aufmerksam geworden. "Nach zwei Jahren wollten wir uns wieder einen Hund anschaffen", erklärt Tomandl. In Ungarn würden streunende Hunde eingefangen und getötet. Für einige Wochen würden die eingelieferten Hunde in Zwingern gehalten und könnten dort für einen Betrag von 45 Euro freigekauft werden.

Als Andrea Tomandl auf der Homepage der Tierschutzorganisation Fotos der Hunde sah, verliebte sie sich sofort in einen Streuner. "Die Auslösung durch einen Spender war bereits vollzogen, und wir haben direkt angerufen und uns als Paten angemeldet." Die Initiatorin der Organisation, Katalina Kerner, betreibt ein privat geführtes Tierheim in Mártély, einer kleinen Gemeinde im Süden des Landes. Etwa 250 Hunde finden dort nach der Rettung ein neues Leben und warten auf eine Vermittlung. Die Auslösung der Tiere aus den Tötungsanstalten erfolgt über ein Spendenkonto der Organisation.

Decken fehlten

Beim Vermittlungsgespräch berichtete Kerner Tomandl, dass in der Kälteperiode Decken für die Hunde fehlten. Auch ginge die Spendenbereitschaft für Hundefutter in Zeiten von Corona drastisch zurück. "Ich habe mich immer für Tierschutz engagiert", sagt die Lohrer Tierfreundin. "Deswegen habe ich mir gedacht, dass ich einfach mal eine kurze Sprachnachricht einspreche und an ein paar langjährige Stammkunden versende, von denen ich wusste, dass sie mich unterstützen."

Tomandls Telefon klingelte danach im Akkord. Fremde Leute meldeten sich über den Messenger-Dienst von Facebook bei ihr. Dort wurde die Sprachnachricht immer weiter geteilt. An dem Tag, an dem Hündin Lilly aus Ungarn überführt wurde, gaben Spender ihre Waren im Fitnessstudio ab. "Als ich aus der Türe blickte, habe ich meinen Augen nicht getraut", erzählt Tomandl gerührt: "Die Schlange wurde immer länger, und die Leute haben mir gesagt, dass es in ganz Lohr kaum noch Hundefutter zu kaufen gibt."

Die Ladekapazitäten im Sprinter waren rasch erschöpft. Noch immer lagern Dutzende Hundeartikel im Studio. Bald soll der nächste Transport erfolgen, weitere sind geplant. Sachspenden im Form von Hundefutter nimmt Tomandl immer noch entgegen. Geldspenden möchte sie nicht, dafür gebe es das Spendenkonto der Tierschutzorganisation.

Kontakt zu Andrea Tomandl über den Messenger-Dienst bei Facebook; Tierschutzorganisation Konrád Lorenz in Ungarn: www.konradlorenz.hu

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