Karlstadt

Höhere Zuschüsse für Wildwasser und Diakonie-Beratung

Die Verwaltung schlug 10 000 Euro für Wildwasser vor. Die Mehrheit folgte Mathilde Lembach, die mit Hinweis auf die sehr qualifizieren Beratung für 12 500 Euro plädierte.
Diplom-Sozialpädagogin Antje Sinn (links) und Sozialarbeiterin M.A. Jona Sicheneder vom Verein Wildwasser Würzburg erläutern auf diesem Archivbild vom 12. August 2020 bei einer Pressekonferenz die Zahlen der Jahresbilanz 2019.
Foto: Patty Varasano | Diplom-Sozialpädagogin Antje Sinn (links) und Sozialarbeiterin M.A. Jona Sicheneder vom Verein Wildwasser Würzburg erläutern auf diesem Archivbild vom 12.

Höhere Zuschüsse vom Landkreis sollen künftig der Würzburger Verein "Wildwasser" und das Beratungsangebot "Gute Zeiten – schlechte Zeiten" der Diakonie Würzburg erhalten. Die vom Jugendhilfeausschuss empfohlenen Erhöhungen müssen allerdings noch im Rahmen der Haushaltsberatungen bestätigt werden.

Den Verein "Wildwasser", der sich gegen den sexuellen Missbrauch an Mädchen und Frauen wendet, unterstützt der Landkreis schon seit vielen Jahren. Seit 2015 beträgt der jährliche Zuschuss 6900 Euro, jetzt beantragte der Verein ab 2021 eine Erhöhung auf 12 500 Euro, was 81 Prozent mehr sind. Begründet wurde dass mit einer ministeriellen Studie, wonach die Kapazitäten in Bayern für Notrufe und Fachberatung deutlich zu klein sind, dem in der "Istanbul Konvention" des Europarates formulierten Auftrag zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und mehr Beratungsbedarf aus dem Landkreis Main-Spessart. Der Anteil sei hier von rund acht auf elf bis zwölf Prozent gestiegen.

Landrätin lobt Engagement des Vereins

Der Kreisverwaltung erschien die beantragte Erhöhung als zu hoch. Da die letzte Erhöhung vor fünf Jahren erfolgte und aufgrund der gestiegenen Zahlen aus Main-Spessart schlug sie eine Anpassung auf 10 000 Euro vor. Landrätin Sabine Sitter lobte generell das Engagement des Vereins und die gute Zusammenarbeit mit dem Kreis. Teilweise werde auch bei den Schulungen zusammen gearbeitet. Allerdings gebe es auch Überschneidungen mit dem allgemeinen Sozialdienst des Jugendamtes.

Ottmar Braunwarth, der Leiter der Erziehungsberatungsstelle, nannte die Arbeit des Vereins sehr sinnvoll. Kreisrat Thomas Schlott wusste zu berichten, dass Wildwasser inzwischen auch männlichen Opfern sexueller Gewalt offen stehen.

Kreisrätin Mathilde Lembach führte an, dass es laut dem Verein um jährliche Kosten von 356 000 Euro gehe. Setze man zwölf Prozent für Main-Spessart an, käme deutlich mehr als die beantragte Förderung heraus. Es sei sinnvoll, den Zuschuss angesichts der sehr qualifizieren Beratung auf 12 500 Euro zu erhöhen. Landrätin Sabine Sitter hielt dagegen, Wildwasser habe noch einen zweiten Antrag eingereicht, dieser betreffe den Fachbereich des Sozialamtes. Dennoch fand der weitreichendere Antrag für einen höheren Zuschuss mit acht zu fünf Stimmen eine Mehrheit.

Beratungsangebot für Eltern und Kinder

Das Fachberatungsangebot "Gute Zeiten – schlechte Zeiten" der Diakonie Würzburg soll künftig 2500 Euro jährlich vom Kreis erhalten. Es wendet sich an Familien mit psychisch erkrankten Eltern und ausdrücklich auch an die Kinder. Der Name des Angebots zielt auf die bipolare Störung, eine psychische Erkrankung ab, die durch manische und depressive Stimmungsschwankungen gekennzeichnet ist. Beraten werde aber bei allen psychischen Erkrankungen, Depressionen, Psychosen, Persönlichkeitsstörungen oder Sucht. Das Jugendamt sieht hier wegen möglicher Kindswohlgefährdung genau hin, doch auch unterhalb dieser Schwelle brauchen Kinder und Eltern oft Unterstützung.

Das 2008 gegründete Beratungszentrum erhielt bis 2011 eine Förderung aus der "Aktion Mensch". en. Seit November 2011 beteiligen sich die Landkreise Würzburg und Kitzingen, die Stadt Würzburg und der Bezirk Unterfranken an der Finanzierung, seit 2015 auch der Landkreis Main-Spessart. Die verbleibenden Kosten trägt die Diakonie. Der Jugendhilfeausschuss hatte 2014 einen jährlichen Zuschuss von 1600 Euro bewilligt. Die Erhöhung auf 2500 Euro wurde jetzt einstimmig beschlossen. Der Beratungsanteil aus dem Landkreis liegt hier bei knapp zwei Prozent.

Weihnachtsbeihilfe für Kinder in Pflegefamilien

Eine jährliche Formalie für den Jugendhilfeausschuss ist die Freigabe der Weihnachtsbeihilfe für Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien. Sie ist für deren Weihnachtsgeschenke gedacht und wurde 2017 grundsätzlich um fünf auf 50 Euro erhöht. Aus Gleichbehandlungsgründen wird sie in diesem Jahr erstmals auch für junge Volljährige in Pflegefamilien gewährt. Im Landkreis leben fast 90 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige in Pflegefamilien, es werden also rund 4500 Euro ausgezahlt.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Main-Spessart und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Karlstadt
Jürgen Kamm
Beratungsangebote
Diakonie
Europarat
Gewalt gegen Frauen
Jugendämter
Kinder und Jugendliche
Mädchen
Notrufe
Pflegefamilien
Sabine Sitter
Services und Dienstleistungen im Bereich Beratung
Services und Dienstleistungen im Sozialbereich
Stadt Würzburg
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!