Hohenroth

Hohenroth: Kontakte beschränken sich auf die Dorfgemeinschaft

Bewohnerinnen und Bewohner der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth, aufgenommen im Juni 2020.
Foto: Frank May/ SOS Kinderdorf | Bewohnerinnen und Bewohner der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth, aufgenommen im Juni 2020.

Wie erfahren Menschen mit Behinderungen, die in einem stationären Angebot leben, soziale Gerechtigkeit? Was hat sich durch die Pandemie für sie verändert? Zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit der Vereinten Nationen am 20. Februar gewährt die SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth soziale Einblicke in das Dorfleben.

Die SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth mit zwölf Arbeitsbereichen gewährleistet für mehr als 160 Menschen mit geistiger, körperlicher und/oder seelischer Behinderung Teilhabe am Arbeitsleben und bietet gleichzeitig Wohnangebote, in denen die Hausgemeinschaften einen Schwerpunkt darstellen. Dort leben behinderte Menschen in häuslicher Gemeinschaft mit einem Betreuerpaar und deren Kindern. Außerdem gibt es verschiedene stationäre Wohngruppenkonzepte sowie ambulant betreutes Wohnen. 

Der gesetzliche Auftrag, Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen, wird dort "mit viel persönlichem Engagement und rehabilitativem Handeln umgesetzt", so Mario Kölbl, Einrichtungsleiter der Dorfgemeinschaft. „Unser Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen zu unterstützen und zu befähigen, ihren eigenen Lebensentwurf zu verwirklichen. Wir bieten ein Lebens- und Arbeitsumfeld, in dem Kontinuität und Verbindlichkeit in menschlichen Beziehungen entstehen kann.“

Aufgrund der Corona-bedingten Beschränkungen ist das gemeinschaftliche Leben in Hohenroth aktuell deutlich heruntergefahren. „Die sozialen Kontakte der Bewohner müssen auf die eigene Hausgemeinschaft sowie die Kollegen in den jeweiligen Arbeitsbereichen beschränkt werden, dies stellt gegenüber der Gesamtbevölkerung einen deutlichen Nachteil dar“, so Lina Klinger, Wohnbereichsleiterin der Dorfgemeinschaft. Ziel sei der Erhalt einer sinnvollen Tagesstruktur. „Die Folge sind unter anderem der Wegfall vieler begleitenden Maßnahmen, wie das gemeinsame Musizieren, oder das sportliche Angebot“, resümiert Klinger.

Mit dem neuen Bundes-Teilhabe-Gesetz soll das Recht auf Teilhabe mehr in den Vordergrund rücken. Behinderung darf nicht arm machen. „Dies kann mit Einschränkungen bei der sozialen Teilhabe in Bereichen wie Freizeit, Kultur, bei gesundheitsbezogenen Teilhabeleistungen, Hilfsmittelversorgung, bei Bildung und Mobilität einhergehen und betrifft auch Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf“,  so Christine Frauer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit in Hohenroth.

Nicht alle Bewohner von Hohenroth können es sich leisten, eine Ferienfreizeit zu buchen, auch medizinisch notwendige Maßnahmen müssen häufig aus eigener Tasche bezahlt werden. „Längst nicht jeder kann das finanziell bewältigen. Wir sind auf Spenden angewiesen“, so Frauer.

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