Mittelsinn

Hohes Defizit: Kindergartengebühren in Mittelsinn steigen

Zur Beseitigung des imposanten jährlichen Defizits im kommunalen Kindergarten drehte der Gemeinderat kräftig an der Gebührenschraube.
Foto: Jürgen Gabel | Zur Beseitigung des imposanten jährlichen Defizits im kommunalen Kindergarten drehte der Gemeinderat kräftig an der Gebührenschraube.

Die vom Landratsamt versagte Genehmigung des 2021er Haushaltsplanes förderte Mittelsinns Problematik erst richtig zutage: Die Gemeinde muss dringend an einer Verbesserung der Einnahmen arbeiten, aber gleichzeitig die Pflichtaufgaben auf den Prüfstand stellen. Jetzt unterstrich die Landratsamtsschelte die sich jährlich wiederholenden Erinnerungen des Kämmerers Sebastian Bechold auf Anpassung der kommunalen Gebühren.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung befasste sich das Gremium mit den Kindergartengebühren, die dem Haushaltsplan zufolge ein jährliches Defizit von 110 000 Euro einfahren. Spätestens jetzt rächt sich die zurückhaltende Gebührenpolitik der Gemeindevertreter bei vergangenen Prüfungen, als man sich auf einen "politischen Preis" verständigte. Erstaunlich ist das Novum, dass bislang Eltern durch den Zuschuss des Freistaates Bayern zu den Kindergartengebühren von 100 Euro sogar Geld übrig hatten.

Mit Abstand die günstigsten Gebühren in Mittelsinn

Bürgermeister Peter Paul erklärte eine Gebührenerhöhung für dringend nötig. Ebenfalls wurden Gebührensätze für die neu installierte Krippengruppe in die Gebührensatzung aufgenommen. Die Verwaltung stellte den Räten die Gebührensätze aller VG-Mitgliedsgemeinden zur Verfügung. Dabei wurde deutlich, dass Mittelsinn als einzige Kommune einen kommunalen Kindergarten vorhält, aber auch die mit Abstand günstigsten Gebührensätze verrechnet.

Die von der Verwaltung vorgelegten Gebührenvorschläge sehen kräftige Erhöhungen bis zu 45 Prozent vor, die allem Anschein nach bei den Räten nicht für Verwunderung sorgten. Die wichtigsten Sätze im Überblick:

- Regelkind mit Buchungszeit drei bis vier Stunden: 120 Euro (bisher 90 Euro)

- Krippenkind mit Buchungszeit drei bis vier Stunden: 120 Euro (90 Euro)

- Regelkind mit vier bis fünf Stunden: 130 Euro (95)

- Regelkind mit fünf bis sechs Stunden: 140 Euro (100)

- Regelkind mit sechs bis sieben Stunden: 150 Euro (105)

Paul sagte zu den neuen Preisen, man möchte nicht in Konkurrenz zu den Nachbarkitas treten. Einstimmig gab das Gremium der neuen Gebührensatzung ab 1. September 2021 grünes Licht und beauftragte den Kämmerer, halbjährlich die kostenrechnende Einrichtung unter die Lupe zu nehmen.

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