Lohr

Im Einzelhandel fehlen Laufkundschaft und Touristen

Der Lohrer Einzelhandel ist wieder da. Für die Kunden trifft das bislang nur teilweise zu. 
Der Lohrer Einzelhandel ist wieder da. Für die Kunden trifft das bislang nur teilweise zu.  Foto: Thomas Josef Möhler

Seit einem Monat hat der Lohrer Einzelhandel nach der corona-bedingten Schließung wieder offen. Wie die Bilanz der Geschäftsinhaber ausfällt, hängt vor allem davon ab, ob sie von Stamm- oder Laufkundschaft leben. Einig sind sich alle, dass die Kundschaft sehr diszipliniert ist, was die Hygiene- und Abstandsregeln angeht.

Die Stammkundschaft habe den Lohrer Einzelhandel, die Dienstleister und die Gastronomie durch die Zeit der Schließung mit einer enormen Solidarität getragen, sagt Angelika Winkler, Vorsitzende der Lohrer Werbegemeinschaft. Nach der Wiedereröffnung habe sich laut Winkler eine erhöhte Nachfrage nach Verbrauchsartikeln und Dingen des täglichen Bedarfs wie Kinderkleidung, Küchengeschirr und Heimwerkermaterial wie Farben gezeigt.

Es fehlen die "Lustkäufe"

Mitgliedsbetriebe hätten ihr von Aussagen von Stammkunden berichtet: "Ich hätte es mir auch im Internet kaufen können, wollte aber warten, bis ihr wieder aufmacht." Teilweise hätten sie sogar Karten mitgebracht, auf denen sie sich für die Wiedereröffnung bedankt hätten. Nach Winklers Worten ist der Zusammenhalt enorm. Was fehle, sei die Laufkundschaft, vor allem auch Touristen. Geschäfte mit einem hohen Anteil Stammkunden gehe es ein Stück weit besser. Zudem fehlten die "Lustkäufe" und die "Anlasskäufe", weil es derzeit keine Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern gebe. Dafür laufe der Gutschein der Werbegemeinschaft sehr gut.

Ein Problem seien die unsicheren Zukunftsperspektiven. Bei den großen Arbeitgebern in Lohr sei ein Teil der Belegschaft in Kurzarbeit. Das sei nichts Neues, so Winkler, aber diesmal sei unklar, wie es danach weitergehe. Deshalb würden größere Anschaffungen aufgeschoben.

Positive Rückmeldungen von den Mitgliedern hat die Vorsitzende zu den Hygienemaßnahmen erhalten. Anfangs habe es einige Bedenken gegeben, doch die Vorratshaltung vieler Geschäftsinhaber bei Masken habe sich als überflüssig herausgestellt: Die allermeisten Kunden hätten ihre eigenen dabei.

"Wir haben recht guten Zuspruch", berichtete Jürgen Müller, der an der Turmstraße ein Modegeschäft und mit dem "Turmspatz" einen Laden für Kinderbekleidung betreibt. Sein Personal und er hätten gut zu tun gehabt, was wohl daran liege, dass er mit Mode für Kinder über Jugendliche bis Damen und Herren breit aufgestellt sei.

Kindermode ist gefragt

Gleich nach der Wiedereröffnung sei Kindermode stark nachgefragt worden, vor dem Vatertag Geschenke aus der Herrenabteilung. Anfangs sei er noch skeptisch gewesen, "aber bereits nach einer Woche war ich wieder zuversichtlich, dass es sich bei uns wieder einpendelt". Die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln ist laut Müller kein Problem.

Lothar Grehn, der Inhaber des Modegeschäfts Hippeli in der Fußgängerzone, bezeichnete den Kundenzuspruch als gut. Viele Stammkunden hätten sich über die Wiedereröffnung gefreut. So hoch wie vor der Schließung sei der Umsatz aber nicht, "es ist noch Luft nach oben". Er sei aber allein schon deshalb zufrieden, "weil ich wieder am Markt sein darf". Grehn hofft, dass der Aufwärtstrend anhält, denn die Schließung ausgerechnet in der umsatzstärksten Zeit sei schon eine Überraschung gewesen. 

Die Werbegemeinschaft hat nach Angaben von Angelika Winkler eine Förderzusage des bayerischen Wirtschaftsministeriums für das Soforthilfeprogramm erhalten. Deswegen bekomme sie intensive Hilfe durch die Beratungsfirma Cima. Es seien bereits Workshops gelaufen. Diskutiert würden zwei Projekte: die "Entzerrung" von Großveranstaltungen wie dem Rambourfest und eine Neuaufstellung des Gutscheins, etwa in digitaler Form. Spruchreif sei noch nichts.

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