Zellingen

In Zellingen gibt es bald eine kommunale Verkehrsüberwachung

Mal kurz ins Halteverbot stellen oder gar in zweiter Reihe parken wird für Autofahrer im Markt Zellingen deutlich riskanter. Der Gemeinderat beschloss, in Zusammenarbeit mit der Firma Radar-Wacht in die kommunale Verkehrsüberwachung einzusteigen. In den nächsten zwei Jahren wird ein Mitarbeiter jeden Monat 20 Stunden auf den Straßen unterwegs sein und danach im Rathaus die "Knöllchen" erstellen.

Das Konzept der kommunalen Verkehrsüberwachung wurde dem Gemeinderat schon 2020 von der Firma vorgestellt. Danach hatte er sich grundsätzlich mit 15 zu einer Stimme dafür entschieden und eine interkommunale Partnerschaft mit dem Markt Zell angestrebt. Das Landratsamt Würzburg lehnte eine Zweckvereinbarung zur Bußgeldbescheiderstellung zwischen den Gemeinden allerdings ab.

Mitarbeiter bekommt Arbeitsplatz im Rathaus

Deshalb holte Zellingen nun zwei Angebote ein, das von der Firma Radar-Wacht war mit 25 Euro je Stunde für den Außen- und den Innendienst deutlich günstiger als das der Firma ESD Verkehrsdienste, dafür ist die Vertragslaufzeit mit 24 Monaten doppelt so lang.

Wie zweite Bürgermeisterin Andrea Heßdörfer erklärte, werden im Monat etwa drei bis vier Stunden für die Erstellung der kostenpflichtigen Verwarnungen nötig sein. Dem Mitarbeiter der Firma muss dafür im Rathaus ein PC-Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden, ein Client-Programm der AKDB kostet rund 25 Euro im Jahr, der Stammdatensatz für den Markt Zellingen knapp 16 Euro im Monat und jede Verwarnung 1,08 Euro. Dazu kommen die eigentlichen Druckkosten für die Bescheide von je 15 oder 21 Cent (je nachdem ob mit oder ohne Zahlschein) plus Porto. Der Mitarbeiter erstelle nicht nur die Bescheide, sondern stünde auch für aufgebrachte Autofahrer als Ansprechpartner zur Verfügung.

"Das können schnell 1000 Euro im Monat oder 12 000 Euro im Jahr werden", schätzte Gemeinderat Alfred Günther zu den Kosten und befürchtete, das würde sich auf Dauer nicht tragen. Er stimmte am Ende auch als Einziger dagegen.

Dem Wildparken etwas entgegen setzen

"Es geht nicht um Gewinn oder Kostendeckung", entgegnete Bürgermeister Stefan Wohlfart, sondern um den erzieherischen Effekt. Er wisse von einer Gemeinde aus der Umgebung, die sich ihre Verkehrsüberwachung jedes Jahr 20 000 Euro kosten lasse.

"Die Diskussion hatten wir schon mal, da wollten wir dem Wildparken etwas entgegen setzen", erinnere Gemeinderätin Susanne Gehrig. Das sei jetzt die Gelegenheit für einen Anfang, mehr müsse die Zeit zeigen.

Der Weg mit der Firma Radar-Wacht solle gegangen werden, fand Gemeinderat Werner Küffner, "wir reden jetzt schon zwei Jahre über die Überwachung des ruhenden Verkehrs". In einem Jahr werde man so viel nicht erleben, deshalb könnte man einen Vertrag über zwei Jahre zustimmen.

Schonfrist für die Autofahrer

Bei den Kosten wunderte sich Gemeinderat Günther Krönert über die deutlichen Unterschiede zwischen den Angeboten und dass keine Anfahrtskosten verlangt werden. Darauf konnte Andrea Heßdörfer nur antworten, dass sie mehrfach nachgefragt hatte.

Noch haben die Autofahrer in Zellingen eine kleine Schonfirst. Der Büroarbeitsplatz wird vermutlich erst im Mai eingerichtet sein. Auch wenn derzeit nichts auf eine Einführung in Zellingen hindeutet, wie der Name "Radar-Wacht" erwarten lässt, bietet die Firma mit den Standorten Würzburg und Magdeburg auch die Überwachung des fließenden Verkehrs ("Blitzen") als Dienstleistung an.

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