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Irrwitzige Komödie mit Wiedererkennungswert

Volltreffer: Die „Gaukler“ haben nach der Premiere ihrer Komödie „Doktor Jekyll und Fräulein Hyde“ allen Grund zum Strahlen.
Foto: Rita Gress | Volltreffer: Die „Gaukler“ haben nach der Premiere ihrer Komödie „Doktor Jekyll und Fräulein Hyde“ allen Grund zum Strahlen.

Mit der Premiere der Gruselkomödie „Doktor Jekyll und Fräulein Hyde“ läutete das Schauspielensemble „Gaukler“ am Freitag sein 20. Jubiläumsjahr ein und brachte einen ausverkauften Mehlingskeller aus dem Häuschen. Lacher und Applaus wechselten sich ab.

Das sechsköpfige Team von Gruppe eins gab den Zweiakter aus einem Guss. Kein Patzer, kein Versprecher, nur pralle Lust auf die Bretter. Im Publikum fieberten die Schauspieler von Gruppe zwei mit; ihre Premiere folgt am 7. November. Matthias Hahn, Regisseur und Autor der Komödie, wirkte ruhig. Es ist seine siebte Produktion mit den „Gauklern“. „Es wird klappen“, sagte er vor Beginn. Zur Halbzeit strahlte er.

Nach zweieinhalb Stunden dankte er den „Gauklern“, Organisatoren, Technikern und Helfern: „Ich bin begeistert von meinen Leuten.“ Auf der Bühne nimmt ein rasantes Spiel um Doppelleben, gespaltene Persönlichkeit und Liebe seinen Lauf. Das Stück hat Wiedererkennungswert. Inge Schwab hat den Marathon einer Dreifachrolle inne und meistert ihn mit Bravour, Rebecca Wack und Jörg Engelhard schultern je zwei Rollen. Gespielt wird in Perücken und viktorianischen Kostümen. London, im Jahr 1900: In seinem Labor hat der alternde Wissenschaftler Doktor Henry Jekyll (Herbert Lochner-Grossmann) eine Wunderdroge entwickelt, die den Traum von ewiger Jugend wahr werden lassen soll. Sein Selbstversuch geht daneben. Ein Schluck aus der Flasche haut ihn um, er mutiert zum bösartigen Fräulein Hyde (Rebecca Wack).

Woher hätte der Doktor wissen sollen, dass sein neues Dienstmädchen Missy (Annika Roth) versehentlich einen Grasfrosch in das Gebräu fallen ließ? Haushälterin Ditte Remmel alias Mrs. Poole indes führt ein scharfes Regiment in Jekylls Labor. „So geht das nicht, Kind“, herrscht der Hausdrachen Missy an. Jedes Staubkorn könne eine Explosion auslösen. Die Junge säuselt, sie könne die chemischen Formeln auf der Schiefertafel nicht lesen.

Vor Zweien solle sich Dummchen Missy in Acht nehmen: Vor dem lüsternen Lord Carey - ihn stellt Jörg Engelhard genau so genial dar wie den stinkreichen Schnösel, der seine Mitmenschen als „Museumsratte“, „Schleiereule“ oder „alter Hund“ betitelt. Vorsicht geboten sei ebenso vor der Uni-Dekanin Mrs. Lanyon (Inge Schwab). Letztere finanziere Jekylls Forschung und sei nicht die Herzlichkeit in Person.

Schon greift Schwab als Rechtsanwältin Mrs. Utterson ins Geschehen ein. In Sachen Testament sei sie gekommen. Auf dem Weg sei sie einem Rüpel begegnet, der mit einem Kind zusammengestoßen sei. „Das Böse lebte hinter seinen Augen.“ Ihre Befürchtung, draußen könnte der Serienmörder Jack the Ripper (Engelhard) wüten, stimmt nicht.

Auf der Bühne greifen gierige Hände nach dem Zaubertrank. Die prüde Mrs. Poole verwandelt er in eine Nymphomanin. Ihre Leiche endet vorläufig im Wandschrank. Auf Mrs. Utterson wartet die Themse – doch beide kommen wieder. Hinter dem Labortresen krabbelt Jekyll hervor - mit Glatze und rotem Abendkleid. Lord Carey hat seinen Platz im Londoner Zoo gefunden. Nach zweieinhalb Stunden steht das Ensemble auf der Bühne und singt: „Sag mir, wo ist die Liebe?“

Die Macher hinter den Kulissen: Die Kostüme schneiderte Hanni Herrmann, Bühnenbau: Maik Neuer, Technik: Sandra Weigand, Christian Sultan und Christian Hartmann.

Weitere Vorstellungen von „Doktor Jekyll und Fräulein Hyde“ im Mehlingskeller am 7., 8., 14., 15., 21., 22., 28. und 29. November sowie am 5. und 6. Dezember. Im Januar am 16., 17., 23., 24., 30. und 31., im Februar am 1., 6., 7., 8. 13., 14., 20., 21. und 27. Die letzte Vorstellung am 28. Februar ist die Benefizveranstaltung zugunsten der Kinderkrebsstation Regenbogen in Würzburg. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, sonntags bereits um 18 Uhr. Karten sind erhältlich im Weinhaus Mehling unter (09352) 2602.

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