Retzbach

Ist ein Spielplatz für zwei Baugebiete ausreichend?

Nicht mehr der taufrisch wirkt der Spielplatz in der Retzbacher Konrad-Adenauer-Straße. Bei seiner Einweihung vor 29 Jahren galt er als mustergültig. Weil im künftigen Baugebiet 'Klinge' ein neuer Spielplatz entstehen wird, macht sich der Gemeinderat Gedanken zur Zukunft dieses Platzes. 
Foto: Jürgen Kamm | Nicht mehr der taufrisch wirkt der Spielplatz in der Retzbacher Konrad-Adenauer-Straße. Bei seiner Einweihung vor 29 Jahren galt er als mustergültig.

Wie lange wird es den Spielplatz in der Konrad-Adenauer-Straße in Retzbach noch geben? Weil im künftigen Baugebiet "Klinge" ein neuer Spielplatz in relativ geringer Entfernung entstehen wird, hatte Bürgermeister Stefan Wohlfart die Fraktionen vor den Sommerferien aufgefordert, sich Gedanken über den Spielplatz des Baugebiets "Sandleite-Stüblein" zu machen. Dieser wurde laut Zellinger Chronik 1991 eingeweiht und galt damals als mustergültig.

Gemeinderätin Sandra Rupp gefällt er immer noch. Als junge Mutter verbringt sie inzwischen viel Zeit auf Spielplätzen und stellte für die Grünen den Antrag, den Spielplatz zu erhalten und zu sanieren. Er sei grundsätzlich schön angelegt, und das terrassenförmige Gelände mache Kindern Spaß. Auch sei eine Sanierung mit geringen Aufwand nötig, insbesondere brauche es keines der inflationär auf Spielplätzen strandenden Piratenschiffe. Sie zitierte auch eine Vorgabe für Bauherren von Mehrfamilienhäuser, dass ab drei Wohneinheiten ein Spielplatz in unmittelbarer Nähe sein soll.

"Wir haben einen Spielplatz, der benutzt wird. Da wird es immer Kinder geben, deshalb sollte er erhalten werden", forderte Jürgen Keller für die SPD-Fraktion. Sein Fraktionskollege Benedikt Kurz brachte als Elektriker ein technisches Argument: Unterhalb des Spielplatzes steht eine Trafostation, und viele Stromkabel verliefen unter dem Gelände, darunter auch ein 20-Kilovolt-Mittelspannungskabel. Es sei sehr aufwändig, alle Leitungen umzulegen.

"In der ,Klinge' wird ein moderner Spielplatz entstehen. Ich fürchte, den Spielplatz Sandleite-Stüblein können wir nicht so schön machen, dass er damit konkurrieren kann", sagte Stefan Herrmann (Freie Bürger). Generell brauche er keine zwei Spielplätze. Dem hielt Sandra Rupp entgegen, es brauche nicht den "Super-Abenteuerspielplatz" damit Kinder freudig spielen können.

Auch Gemeinderat Philipp Kromczynski (CSU) fand aufgrund der geringen Entfernung zum neuen Spielplatz einen als ausreichend. Natürlich müsse geprüft werden, ob sich die Leitungen wirtschaftlich umlegen lassen. Falls ja, solle der alte Spielplatz verkauft werden.

"Wir haben schon einmal einen Spielplatz verkauft, das gab massive Probleme bei den Leuten", erinnerte Gemeinderat Wieland Gsell an ein Grundstück in der St.-Georg-Straße in Zellingen. Er sei generell massiv gegen einen Verkauf des Spielplatzes. In jedem Fall aber müsse erst der Spielplatz in der "Klinge" fertig sein, ehe es zu einem Verkauf kommen dürfe.

Am Ende kündigte Bürgermeister Stefan Wohlfart an, dass die Verwaltung die Sache mit den Stromleitungen überprüft. Er bat auch Sonja Rupp um Vorschläge für eine Sanierung. Auf Anregung von Gemeinderat Jürgen Keller wird auch der Familienbeirat zu Frage "Spielplatz erhalten oder nicht" gehört. Danach kommt die Angelegenheit wieder in den Gemeinderat.

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