Lohr

Juze hat Personal- und Geldsorgen

Das Lohrer Jugendzentrum der Arbeiterwohlfahrt sucht einen Sozialpädagogen. Wegen finanzieller Engpässe gibt es zudem Probleme, den Hausmeister und einen neuen 'Bufdi' (Helfer aus dem Bundesfreiwilligendienst) zu bezahlen.
Foto: Thomas Josef Möhler | Das Lohrer Jugendzentrum der Arbeiterwohlfahrt sucht einen Sozialpädagogen. Wegen finanzieller Engpässe gibt es zudem Probleme, den Hausmeister und einen neuen "Bufdi" (Helfer aus dem Bundesfreiwilligendienst) zu ...

Das Jugendzentrum steckt in Schwierigkeiten: Die Einrichtung ist auf der Suche nach einer sozialpädagogischen Kraft und weiß derzeit noch nicht, wie sie den Hausmeister und einen neuen "Bufdi" (Mitarbeiter aus Bundesfreiwilligendienst) bezahlen soll. Der Betrieb sei aber nicht gefährdet, betonte auf Anfrage dieser Redaktion Karl-Heinz Ebert, der Vorsitzende des Trägers Arbeiterwohlfahrt (Awo) Lohr.

Das Jugendzentrum (Juze) verfügt über zwei Vollzeitstellen für sozialpädagogische Kräfte, von denen derzeit nur eine besetzt ist. Ebert bestätigte Informationen der Redaktion, dass eine der beiden Sozialpädagoginnen aus persönlichen Gründen das Juze verlassen hat. Die Stelle habe eigentlich ab Juli neu besetzt werden sollen.

Das ist bislang nicht geschehen. Laut Ebert gingen sechs Bewerbungen ein, auch aus dem weiteren Umkreis. Stadt und Kreis hätten bei der Personalsuche geholfen, auch an der Universität Würzburg seien Hinweiszettel aufgehängt worden. Dennoch sei die Zahl der Bewerbungen "sehr mager, der Markt für Sozialpädagogen ist leer gefegt, weil sie überall gebraucht werden".

Qualität erhalten

Nach Prüfung der Voraussetzungen, verlangt wird unter anderem ein Pädagogikstudium mit Bachelor- oder Masterabschluss, werden nach Angaben des Awo-Vorsitzenden mit vier Bewerbern Gespräche geführt. Vorsitzender Ebert hofft, dass in Kürze eine Entscheidung getroffen werden kann. Für ihn ist wichtig: "Die Qualität der pädagogischen Arbeit im Juze soll erhalten bleiben."

Beim Betrieb des Jugendzentrums kam der Awo, so seltsam es klingen mag, die Corona-Krise zu Hilfe. Wegen ihr habe das Juze ohnehin "kürzer treten müssen", so Ebert. Es sei gelungen, den Betrieb mit einer Aushilfe mit befristetem Arbeitsverhältnis weiterzuführen und das Klientel auf digitalem Weg zu erreichen.

Betriebskosten belasten

Die Aushilfe sei inzwischen wieder weg, weil das Arbeitsverhältnis ausgelaufen sei und sie eine andere Stelle gefunden habe. Derzeit gebe es einen "Betrieb light" mit dem Ferienprogramm, dann komme erst einmal die Urlaubszeit. "Ab 1. September sind wir hoffentlich wieder komplett", so Ebert.

Die Neubesetzung der zweiten Pädagogenstelle ist aber nicht das einzige Problem des Trägers Awo. Ebert erinnerte an die Mischkalkulation, mit der das Juze finanziert wird: Die Personalkosten werden von Stadt und Landkreis bezuschusst, die Betriebskosten inklusive des Hausmeisters muss der Träger selbst bezahlen, was er mithilfe des Fördervereins für das Jugendzentrum tut. Aber die Corona-Krise hat die Kassen geleert. Die Einnahmen durch die Vermietung des Altbaus für Veranstaltungen und Feiern seien weggefallen. Es sei "ganz hart", den Hausmeister und den "Bufdi" zu bezahlen, der eigentlich am 1. September anfangen sollte. Nach Eberts Angaben läuft derzeit eine Spendenaktion, um wieder Geld hereinzubekommen.

Wenig Glück hatte die Awo mit ihrem Antrag bei Stadt, Kreis und Bezirk auf ein "Schutzschirmverfahren". Laut Ebert haben Kreis und Bezirk bereits abgelehnt, die Stadt Lohr habe noch keine Entscheidung getroffen. Er hofft jetzt auf Stiftungen und andere Geldgeber. "Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht", sagte der Awo-Vorsitzende.

Mit "Bufdis" habe das Juze gute Erfahrungen gemacht. Sie hätten die Arbeit gut unterstützt und selbst davon profitiert, um einen eigenen Weg zu finden. Nicht ganz wohl ist Ebert ferner bei der Wiederaufnahme des Betriebs ab 1. September unter Auflagen. In den nicht sehr großen Räumen des Juze sei die offene Jugendarbeit wegen des erforderlichen Mindestabstands "nach wie vor eingeschränkt".

Mehr Angebote im Freien

Glücklicherweise könne das Juze die große Außenanlage hinter dem Neubau nutzen, auch für das Ferienprogramm. Man sei derzeit dabei, das Konzept zu verändern, um für die offene Jugendarbeit vermehrt Angebote im Freien zu machen, kündigte Ebert an.

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