Lohr

Kanalisation im Fey-Weg soll "Bypass" bekommen

Am Brunnenwiesenweg in Lohr hatte Anfang Juli der Regen den Asphalt ausgeschwemmt.
Foto: Feuerwehr Lohr | Am Brunnenwiesenweg in Lohr hatte Anfang Juli der Regen den Asphalt ausgeschwemmt.

Die Stadtwerke Lohr glauben, die Ursache für die Unterspülung des Nikolaus-Fey-Wegs gefunden zu haben. Anfang Juli waren nach einem Starkregen im Schafhofgebiet am Ende des Nikolaus-Fey-Wegs kurz vor der Einmündung in den Brunnenwiesenweg größere Straßenschäden entdeckt worden. Schuld daran sei ein festgeschraubter Kanaldeckel gewesen, sagte Stadtwerkeleiter Otto Mergler in der Werkausschusssitzung am Montag.

Nach dem Ausschluss eines Wasserleitungsbruchs als Schadensursache habe man sich Aufnahmen einer Kamerabefahrung vom Oktober 2020 angesehen, berichtete er. Tatsächlich sei dabei ein Schaden am Kanal entdeckt worden. Allerdings habe eine erneute Kamerabefahrung ergeben, dass diese ältere Schadstelle unverändert sei. Sie könne also nicht Ursache der Unterspülung gewesen sein.

Schließlich sei man zur Erkenntnis gelangt, dass die Ursache in einem festgeschraubten Kanaldeckel zu finden sei. Dieser sei festgeschraubt worden, weil er bei früheren Starkregen von den Wassermassen herausgehoben worden sei. Dieses Mal habe er gehalten, allerdings sei er vom Wasserdruck samt Kanalkopf angehoben worden, so dass das Wasser durch eine Lücke habe herausströmen können.

Schlechter Straßenaufbau

Für die Schadenshöhe sei der Kanaldeckel allerdings nicht verantwortlich, betonte Mergler. Diese sei vielmehr im Straßenaufbau zu suchen, der "nach heutigen Maßstäben alles andere als sachgerecht" erfolgt sei. Der Aufbau bestehe vor allem aus Sandsteinschotter, der ausgespült worden sei. Im Brunnenwiesen- und Nikolaus-Fey-Weg müssten die Stadtwerke wegen des Zustands der Kanalisation ohnehin tätig werden.

Das weitere Vorgehen ist nach den Worten des Stadtwerkeleiters aber nicht einfach, weil in diesem Bereich auch die noch laufenden Planungen für eine Verbesserung des Hochwasserschutzes in der Flutmulde des Rechtenbachs eine Rolle spielten. Eine große Lösung scheide daher erst einmal aus. Die Stadtwerke wollen vielmehr "mit wenigen Mitteln Entlastung schaffen, bis wir die endgültige Maßnahme angehen können".

Die Übergangslösung soll so aussehen: Die ältere Schadstelle wird ausgebessert. Bis zur fälligen Erneuerung des gesamten Kanals werde eine Art "Bypass" verlegt, ein paralleles Kanalrohr, um die Problemstelle zu umgehen, kündigte Mergler an. Unter anderem wegen des Mangels an Baustoffen werde man damit erst Anfang September beginnen können.

Keine einfache Baustelle

Die Bauzeit schätzte der Stadtwerkeleiter auf eine bis zwei Wochen. So optimistisch war Roman Welzenbach vom städtischen Bauamt nicht. Er sprach von "eher zwei bis zweieinhalb Wochen". Die Baustelle sei nicht einfach, räumte Mergler ein, weil dort auch eine 20-Kilovolt- und eine Gasleitung lägen. Erst wenn die Asphaltdecke weg sei, "wissen wir genau, wie viel ausgekoffert werden muss".

Das Stichwort "Flutmulde des Rechtenbachs" nutzte Bärbel Imhof (Grüne) für eine Attacke aufs Rathaus: Das Thema werde schon ewig weitergeschoben, man müsse endlich zu Ergebnissen kommen. "Wir schieben das nicht vor uns her, die Stadt ist dran", wehrte sich Bürgermeister Mario Paul. In der Verwaltung werde alles vorbereitet, um einen Ausbau zu ermöglichen.

Laut Paul sei eine "intensive Abstimmung mit den Fördergebern" nötig. Ein Ingenieurbüro sei mit vorbereitenden Planungen beauftragt worden. Man müsse schauen, "wie wir das in den nächsten Jahren im Haushalt unterbringen können."

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