Karlburg

Karlburger Radweg sorgt weiter für Diskussion

Diesmal debattierten die Stadträte über drei Einzelabschnitte. Dabei zeigte sich: Der Teufel steckt im Detail.
Das nicht asphaltierte Teilstück des Radwegs Karlburg-Harrbach am Main.
Foto: Jennifer Weidle | Das nicht asphaltierte Teilstück des Radwegs Karlburg-Harrbach am Main.

Gar nicht so einfach – die Frage, wie es mit dem "Radweg" zwischen Karlburg und der Schleuse Harrbach weitergehen soll. In Anführungszeichen steht hier der Radweg, weil er eben nicht nur Radweg ist, sondern zum Teil eine Kombination aus Fahrweg für die Landwirtschaft und Radweg. Welche Probleme es noch um diesen Weg gibt, wurde in der Bauausschusssitzung der Karlstadter Stadträte deutlich. Die Freien Wähler fordern den asphaltierten Ausbau des Wegs.

Erst kürzlich hatte es um diesen Weg eine heftige Auseinandersetzung mit gegenseitigen Unterstellungen gegeben. Rückblickend sprach Stadtrat Eugen Köhler von Streit, Bürgermeister Michael Hombach wollte es lieber Diskussion nennen. Diesmal konzentrierten sich die Räte in ihrer Debatte sachlich aufs eigentliche Thema.

Insgesamt ist der umstrittene Teil 2,4 Kilometer lang. Der erste Abschnitt von der Karlburger Birkenallee bis zum Main hat Spritzasphalt. Ihn ganz zu asphaltieren würde 80 000 Euro kosten. Der  zweite Abschnitt entlang des Mains ist ein Erdweg, er würde 64 000 Euro kosten. Der dritte Abschnitt vom Bauernhof Keller bis zur Gemarkungsgrenze ist wieder Spritzasphalt. Dort würde eine "perfekte Asphaltdecke" 110 000 Euro kosten, insgesamt also 254 000 Euro.

Der Weg wird aufgeweicht

Der zweite Abschnitt liege im 60-Meter-Bereich des Mains, trug Marco Amrhein von der städtischen Bauabteilung vor. Dieser Lückenschluss wurde in Abstimmung mit der Abteilung Wasserrecht des Landratsamts unter Beteiligung der Naturschutzbehörde in "wassergebundener Bauweise" hergestellt, also  ohne Asphaltschicht. 2015 sei dieser einfache Ausbau vom Amt für Ländliche Entwicklung gefördert worden. Würde man den Ausbaustandard innerhalb der folgenden zwölf Jahre – also vor 2027 – ändern, so könnten die Fördergelder eventuell zurückgefordert werden, sagte Amrhein.

Freie-Wähler-Stadtrat Thorsten Heßdörfer sagte, dieser zweite Abschnitt dürfe nicht kaputtgehen. Er sei in einem arg schlechten Zustand. Dort seien viele Pfützen. Er betrachtet einen stärkeren Ausbau als eine Unterhaltsmaßnahme. "Die Zweckbindung des Zuschusses entbindet uns nicht vom Unterhalt des Wegs." CSU-Stadtrat Eugen Köhler erklärte, der Schwerpunkt in diesem zweiten Abschnitt müsse auf der Entwässerung liegen. "Sonst kann der Weg nicht halten, das Wasser macht ihn weich."

Der dritte Abschnitt ist nach Heßdörfers Meinung akzeptabel. Er sei unproblematisch, weil dort keine Doppelnutzung von Radlern und Landwirten stattfindet.

Die Doppelnutzung macht Probleme

Beim ersten Abschnitt von der Birkenallee bis zum Main dagegen machen hauptsächlich Erdbatzen Probleme. Er wird auch von Schleppern befahren. CSU-Stadtrat Eugen Köhler meinte, dieses Stück müsste häufiger gereinigt werden. "Das aber ist nicht Sache der Stadt", warf Amrhein ein. Sein Kollege Markus Bauer schilderte, der Weg werde nie gereinigt und sei oft mit Lehm verschmutzt, weil die Felder dort bewässert werden und somit nie trocken sind. Die Schlepper würden auch auf dem Weg wenden. Heßdörfer meinte, ein asphaltierter Weg würde eher mal zur Reinigung animieren. Dem pflichtete Eugen Köhler ein Stück weit bei: "Ein nicht asphaltierter Weg ist schwer zu reinigen."

Edgar Ehrenfels (Freie Wähler) betonte, es sei klar gewesen, dass der Weg in einem zweiten Schritt asphaltiert wird, sobald er sich gesetzt hat. Unter diesem Vorzeichen habe er damals für den Bau gestimmt.

Am Ende einigten sich die Räte darauf, dass der Weg am Main heuer lediglich neue Splittschicht bekommen soll. Wie es später weitergeht, soll die neu formierte Arbeitsgemeinschaft Radwege erarbeiten. Dies war nicht zuletzt ein Anliegen des Heßlarer Stadtrats Uwe Mehling (CSU). Er verwies darauf, dass es rund um Heßlar für Radler ausschließlich geschotterte Wege gibt.     

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