GEMÜNDEN

Karli Keiler: Pfosten-Streit und Protest-Plätze

Im Sinngrund, und deswegen ist die Nachricht besonders hervorzuheben, stehen die Zeichen auf Deeskalation. Im Pfosten-Streit Schrötz vs. „Sinngrund-Allianz gegen SüdLink“ hat der Erich in Rieneck das gen Burgsinn gerichtete Transparent („Lieber Strompfosten als Vollpfosten“) abgemildert: Aus den Vollpfosten sind Hohlpfosten geworden. Der Karli ist gespannt, ob die Burgsinner auf die Entspannungspolitik eingehen. Bislang hatten sie beim Erich Schrötz einen „eingeschränkten Horizont fernab jeder Sachlichkeit“ vermutet. Jetzt könnten sie ihm doch wenigstens einen „uneingeschränkten Horizont“ zubilligen. Was auch insofern stimmt, als dass die Strommasten noch nicht gebaut sind und also auch nicht den Horizont einschränken.

Ohne jede Einschränkung gut verlaufen ist am Mittwoch in der Alten Kirche Wernfeld die städtische Ehrung von zehn Sportlern, 13 Funktionären und zehn „Kunterbunt“-Müttern. Der Medienrummel war enorm: Zwei Reporter von Main-Post und Main-Echo umlagerten diese ESC (Ehrung städtischer Clubmitglieder), außerdem weilte der Keiler-Post-Mitarbeiter Karlheinz Huber aus Schaippach inkognito im Publikum. Die Spannung war immens, denn: Gemündener auszuzeichnen – das weiß seit Donnerstag voriger Woche ganz Deutschland – ist schließlich gar nicht so einfach. Aber es kamen alle in die Alte Kirche, und es lehnte dann auch niemand die Auszeichnung ab!

Da mag auch dem Bürgermeister Jürgen Lippert ein Stein vom Herzen gefallen sein. Über den stolperte er dann gleich zweimal in der Ansprache zur Erheiterung der Festgäste. Als er auf die Erfolge der Kanuten zu sprechen kam, wurden aus drei Podest-Plätzen „drei Protest-Plätze“. Lippert, der möglicherweise an die montäglichen Brücken-Proteste vorm Rathaus gedacht hatte, musste ebenfalls lachen. Ohne Probleme meisterte er allerdings kurz darauf das Wort „Radar- tisten“, das dem Karli Rätsel aufgegeben hatte, bis der merkte: Nix mit Radar – um die Langenprozeltener Kunstradfahrer, die Rad-Artisten, geht es!

Lustig wurde es dann wieder – wie könnte es anders sein? – bei der Ehrung der Ulknudel der Scherenburgfestspiele, Karin Offensberger. So lange es die Festspiele der Neuzeit gibt, seit 26 Jahren, ist die Erzkomödiantin dabei. Der Bürgermeister nannte einige ihrer Erfolgsstücke: „Die Drei von der Tankstelle“, „Das Haus in Montevideo“, „Der blaue Engel“, die Tragödie „Der jüngste Tag“ und – „Nonnen-See“!?

Gemeint war natürlich das witzige Musical „Nonnsense“. Woran mag der Jürgen Lippert bei Nonnen-See gedacht haben? An das Ballett „Schwanensee“? Oder etwa an das Hallenbad im Kreuzkloster?

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