Karlstadt

Karlstadter Schulen: Jugendliche im Homeoffice

Geschlossene Schulgebäude bedeuten keineswegs, dass nicht mehr gelernt wird. Die Lehrerkollegien sind findig. Was trotz Coronakrise für Schüler möglich ist.
Die Benutzeranmeldung fürs Lernmaterial am Karlstadter Johann-Schöner-Gymnasium: Mit Benutzername und Passwort haben die Jugendlichen den Zugang, der für die Öffentlichkeit gesperrt ist.
Foto: Screenshot Karlheinz Haase | Die Benutzeranmeldung fürs Lernmaterial am Karlstadter Johann-Schöner-Gymnasium: Mit Benutzername und Passwort haben die Jugendlichen den Zugang, der für die Öffentlichkeit gesperrt ist.

Auch wenn die Schulen geschlossen sind, findet Unterricht statt. Möglich macht es das Internet. Aber auch der Postweg wird genutzt, um Elternbriefe zu verschicken. Die Schulen stehen seit der Schließung am 16. März vor völlig neuen Aufgaben und beweisen gerade enormes Improvisationstalent, wie eine Umfrage unter den Karlstadter Schulen zeigt.

Besonders schwierig klingt es, wie die Leo-Weismantel-Schule damit umgeht. "Das Lernpensum ist bei uns sehr individuell", schildert Schulleiter Burkard Betz. Mindestens einmal die Woche ruft die Lehrerin oder der Lehrer bei der Familie an, um mit den Eltern und dem Kind zu sprechen. Da wird auch gefragt, wie es den Kindern geht und was sie machen.

Die Förderschule gibt Hinweise und Ratschläge zur Tagesgestaltung. "Neben festen Lernzeiten gehört beispielweise dazu, zu den regulären Zeiten aufzustehen", so Betz. Es wurde auch dazu animiert, dass die Kinder lernen, Essen zu kochen. "Wir haben Rezepte verschickt." Da nicht überall ein Drucker vorhanden ist, schickt die Schule den Familien Informationen auf dem Postweg. Wenige Familien haben auch gar keinen Mailzugang. Und einige seien unsicher im Umgang damit, so der Schulleiter. 

Schulen sammeln viel Erfahrung

"Es gibt Eltern, die ihren Kindern das Smartphone zur Verfügung stellen", berichtet Marion Ulrich, Leiterin der Mittelschule Karlstadt, über Wege, den Unterricht weiterzuführen, auch wenn alle Schulen geschlossen sind. Ihr sei keine Familie bekannt, die keinen Zugang zum Internet hat. Beispielweise wird um 8 Uhr eine Aufgabe gestellt, die in einer bestimmten Zeit zu bearbeiten ist. Übers Handy können die Schüler in einem Chat den Lehrkräften Fragen dazu stellen.

Die Bandbreite an der Mittelschule ist groß – von den Fünftklässern bis zu den Abschlussklassen. Die Konrad-von-Querfurt-Schule habe schon vor der Coronakrise ein einsatzbereites Medienkonzept mit einer Schul-App gehabt, das von der 10. Klasse schon getestet worden war, sagt die Schulleiterin. Dieses wird jetzt auch in den 9. Klassen angewandt. Es gibt auch eine Schulcloud, aber die hake noch etwas. Ulrich: "Wir sammeln gerade viel Erfahrung, aber das ist positiv."

Arbeitsblatt und Musterlösung

Eine eigene Schulcloud hat auch das Gymnasium. Mit Benutzernamen und Passwort können sich die Jugendlichen in das JSG-Lernmaterial einwählen. Oliver Mecker, Mitglied der Schulleitung und Informatik- sowie Kunstlehrer  gibt praktische Beispiele: In Informatik hat er ein Arbeitsblatt zum Thema "Datenbanken und Schlüssel" hochgeladen. In der kommenden Woche gibt es für die damit verbundene Aufgabe eine Musterlösung. Die Schüler sollen in dem Zusammenhang etwa recherchieren, was eine ISBN-Nummer ist. 

In Kunst geht es gerade um die Frage, wie Plakate wirkungsvoll gestaltet werden. Die Jugendlichen fotografieren ihre Entwürfe und schicken sie an den Lehrer Oliver Mecker. Der gibt ihnen seinen Kommentar dazu. In Französisch beispielsweise findet der Unterricht zu den normalen Stundenplanzeiten statt. Die komplette Klasse ist über "Zoom" – ein Programm ähnlich wie Skype – zugeschaltet. Eine weitere Möglichkeit sind Videos, die die Lehrkräfte produzieren und in Youtube stellen. Sie sind nicht öffentlich und können nur über einen Link geöffnet werden. Der Vorteil: Wenn die Jugendlichen etwas nicht verstanden haben, können sie den Schieberregler zurückschieben und die Szene wiederholen.

Verschiedene Kommunikationskanäle

Auf verschiedenen Wegen bekommen die Karlstadter Realschüler von ihren Lehrkräften Material geschickt – "auf allen Wegen, die erlaubt sind", sagt Sina Betz, Mitglied der Schulleitung. Da Mebis, das Internetportal des bayerischen Kultusministeriums, in der jetzigen Situtation oft überlastet ist, weichen die Schulen verstärkt auf andere Kanäle aus.  

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