Karlstadt

Karlstadter Stadträte besuchen das Feuerwehrhaus Laudenbach

Der Bauausschuss diskutiert beim Ortstermin über die Außenverkleidung des Gebäudes. Der Brandschutz der Karlstadter Grund- und Mittelschule muss verbessert werden.
Am Ortsrand von Laudenbach Richtung Himmelstadt entsteht das neue Feuerwehrhaus.
Foto: Markus Rill | Am Ortsrand von Laudenbach Richtung Himmelstadt entsteht das neue Feuerwehrhaus.

Außentermine sind selten geworden in der Pandemie. Am Dienstag besuchte der Bauausschuss der Stadt Karlstadt die Baustelle des neuen Feuerwehrhauses am Laudenbacher Ortsrand. Weil Architekt Thorsten Heßdörfer woanders bei einem Richtfest war, führte Rüdiger van Baal, Vertreter der Bauabteilung, durch das Gebäude. 

"Der Rohbau steht unmittelbar vor der Vollendung", erklärte van Baal. Gerade erfolge die Elektroinstallation; Maler- und Putzarbeiten sowie Gas- und Wasserinstallation folgen. "Es gibt derzeit einige Lieferprobleme. Wenn's gut läuft, erfolgt die Schlüsselübergabe im Dezember."

Van Baal führte die Ausschussmitglieder durch das Gebäude. Er zeigte den Umkleideraum, von dem es im Einsatzfall direkt in die Fahrzeughalle geht, ebenso wie den Schulungsraum sowie die für Dusche, Bad und Kommandanten vorgesehenen Räume. Drei Vertreter der Wehr begleiteten Bürgermeister und Stadträte.

Die Kostenschätzung von knapp unter 1 Million Euro wird nach jetzigem Stand um weniger als zehn Prozent überschritten. Damit könne die Stadt bei der heutigen Preissteigerung im Baugewerbe sehr zufrieden sein, hieß es. In der Fahrzeughalle präsentierte van Baal dem Ausschuss Muster einer möglichen Metallverkleidung, vorgeschlagen vom Architekten. Er zeigte verschiedene Trapezbleche. Weil das kürzlich fertiggestellte Feuerwehrhaus Karlburg mit Wellblech verkleidet ist, fragte Bürgermeister Hombach, warum in Laudenbach eine andere Verkleidung favorisiert werde.

Bauunternehmer und Stadtrat Edgar Ehrenfels sagte, das sei der Vorschlag des Architekten – mit Thorsten Heßdörfer ebenfalls ein Stadtrat. Ehrenfels vermutete, Wellblech sei sogar günstiger. Die Ausschussmitglieder waren sich einig, prinzipiell eine Einheitlichkeit zu favorisieren und die Frage der Fassade noch einmal mit dem Architekten zu besprechen.

Keine Zustimmung zu Himmelstadter Solarpark-Plänen

Zurück im historischen Rathaus hatte das Gremium noch einige Vergaben, Bebauungspläne und Bauanträge zu bearbeiten. Als Nachbargemeinde war Karlstadt aufgefordert, sich zu äußern im öffentlichen Verfahren zu Himmelstadter Plänen, einen Solarpark im Maintal in unmittelbarer Nähe zu Laudenbach zu errichten. Diese Photovoltaikanlage werde "das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen", dieser "Verschandelung der Landschaft" könne Karlstadt nicht zustimmen, hieß es schon in der Sitzungsvorlage.

Das sehen die Räte mehrheitlich ebenso. "Prinzipiell gern, aber nicht an dieser Stelle", sagte Stefan Rümmer (SPD). "Auf unserer Gemarkung würden wir das so nicht mal in Erwägung ziehen. Wir sollten mal mit den Nachbargemeinden reden und einen Konsens erzielen", schlug Florian Burkard (CSU) vor. Horst Wittstadt (Grüne) relativierte: "Schön ist das nicht, aber es kann problemlos wieder abgebaut werden. Als vor Jahrzehnten Atomkraftwerke gebaut wurden, fragte niemand nach der Optik oder dem Abbau." Trotzdem stimmte er mit dem Gremium und verweigerte den Himmelstadter Plänen die Zustimmung. 

Im März 2020 hat der alte Bauausschuss einen Bauantrag für die Bodelschwinghstraße 92a abgelehnt. Dort sollte neben dem Gastronomiebetrieb eine Gewerbehalle mit Betriebswohnung und Carport entstehen. Die Stellplätze seien zu klein, Autos würden unweigerlich zur Hälfte auf dem dortigen Gehweg stehen. Die Notwendigkeit der Betriebswohnung erkannte das Gremium ebenfalls nicht – auf die bindende Entscheidung des Landratsamts waren die Räte gespannt.

Am Dienstag lag nun ein geänderter Antrag vor, der die Notwendigkeit der Betriebswohnung wegen nächtlicher Lieferungen näher erläutert. Außerdem wurde auf den Carport verzichtet und Stellplätze mit der nötigen Tiefe von fünf Metern ausgewiesen. Das Landratsamt erachtet diese neuen Pläne nun als "genehmigungsfähig". Der Bauausschuss erteilte also das gemeindliche Einvernehmen mit dem Hinweis, dass weiterhin Bedenken wegen der Stellplatztiefe bestehen. 

Der Brandschutz in den Treppenhäusern der Grund- und Mittelschule genügt den Anforderungen nicht mehr. Vier Unternehmen gaben Angebote für den Ausbau der alten und den Einbau neuer Brandschutz-Elemente ab; den Zuschlag erhielt die Firma Kanler & Seitz aus Geiselwind für eine Auftragssumme von 181 000 Euro. Im Haushalt waren 185 000 Euro vorgesehen. 

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