Marktheidenfeld

Keine aufschiebbaren Operationen gemacht: Patienten wandern ab

Klinikreferent René Bostelaar berichtete im Werkausschuss über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Klinikum Main-Spessart.
Symbolbild Operationssaal
Foto: Jonas Güttler | Symbolbild Operationssaal

Bereits im ersten Vierteljahr 2021 sei im Klinikum Main-Spessart ein Defizit von 3,5 Millionen Euro aufgelaufen, sagte Klinikreferent René Bostelaar in der Werkausschusssitzung am Mittwoch in der Main-Spessart-Halle in Marktheidenfeld. Allerdings gab es seinen Worten nach auch  1,2 Millionen aus dem Rettungsschirm. Wie es damit weitergehe, wisse man nicht.

Derzeit stehe das Krankenhaus noch zur Hälfte leer, aber langsam beginne man wieder mit dem Arbeiten nach Plan, so der Klinikreferent. Ein Problem sei, dass viele Patienten in andere Krankenhäuser abgewandert seien, weil in Lohr zeitweise aufschiebbare Operationen, beispielsweise am Knie oder der Schulter, nicht stattgefunden hätten.

Ausfälle von bis zu 40 Prozent

Dadurch habe man Ausfälle von 30 bis 40 Prozent gehabt, eine ganze Abteilung mit vier Oberärzten habe nichts zu tun gehabt. "Das fängt der Rettungsschirm nicht auf." Bei der geriatrischen Reha sei die Lage "noch dramatischer". Bei den Seniorenheimen seien die Ausgleichzahlungen, die noch bis Ende Juni liefen, "sehr gut".

Dass man den Aspekt Sicherheit in der Corona-Pandemie allem vorangestellt habe, habe  das Klinikum viel Geld und viele Patienten gekostet, lautet Bostelaars Fazit. Hinzu komme eine "negative Presse", was auch nicht gerade positiv sei für die Weiterentwicklung des Klinikums.

Den Vorwurf einer "negativen Presse" verstehe er nicht, sagte Kurt Schreck (AfD). Es gehe darum, Probleme aufzuzeigen und zu lösen. Sofern in der Presse etwas Falsches berichtet werde, dann könne dies vom Klinikum "schnell und konkret berichtigt werden".

Ausschussmitglieder wollen früher informiert sein 

"Zur heutigen negativen Presse" habe Bostelaar selbst beigetragen, sagte Christian Menig (UGM), der die schwierig nochvollziehbare Art von Bostelaars Bericht zur wirtschaftlichen Lage des Klinikums kritisierte. Vor ihm hatte sich bereits Gerhard Kraft (Grüne) darüber beschwert, dass die Ratsmitglieder Bostelaars Bericht nicht schon im Vorfeld der Sitzung bekommen hatten. "Wir brauchen mehr Informationen vorab."

"Ich schaffe es nicht", entgegnete Bostelaar. Die vorgestellten Zahlen (viele waren so winzig klein an die Wand geworfen, dass sie kaum oder gar nicht lesbar waren) habe er erst am Dienstagnachmittag zusammengestellt. Außerdem seien die Zahlen auch nur "ein Blitzlicht".

Thomas Stamm (UGM) wunderte sich über die Schließung der geriatrischen Reha in Marktheidenfeld, während in Lohr wenig zu tun sei. Ob man nicht Personal von Lohr nach Marktheidenfeld hätte verlagern können, wollte er wissen. Nur im OP-Bereich sei wenig zu tun gewesen, aber viel in der Covid-Abteilung, antwortet Bostelaar; dort sei das Personal gebraucht worden. Zudem seien viele Mitarbeiter krank, alle seien "extremst belastet".

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