Thüngen

Kosten für die Schulsanierung niedriger als geplant

Reger Baubetrieb herrscht an der Grundschule in Thüngen.
Reger Baubetrieb herrscht an der Grundschule in Thüngen. Foto: Günter Roth

Obwohl sich im Lauf der bisherigen Baumaßnahmen durchaus einige Überraschungen ergeben haben, fallen im Moment die zu erwartenden Ausgaben für die Generalsanierung der Thüngener Grundschule um fast eine halbe Million Euro niedriger aus. Das berichtete Konstantin Schug vom Karlstadter Architekturbüro Gruber dem Marktgemeinderat bei einer Ortsbegehung.

Der sogenannte Bauteil A, die Ausweichschule im Westflügel, ist fertig und wird schon genutzt. Hier lag man wegen unerwarteter Probleme an technischen Anlagen rund 20 000 Euro über den Planungen, doch wurde das durch Einsparungen bei Rohbauarbeiten mit 17 000 Euro teilweise wieder eingespart. Im Hauptgebäude lagen die Ergebnisse der Submissionen gar um 280 000 Euro unter den veranschlagten Kosten, rund 250 000 waren es bei den technischen Anlagen. Rohbau-, Fliesen und andere Arbeiten sind allerdings noch nicht ausgeschrieben. "Es kann schon sein, dass wir hier das Geld noch brauchen werden", dämpfte Schug die Euphorie der Gemeinderäte vor Ort. Die Gesamtkosten für die Generalsanierung werden auf 6,3 Millionen Euro veranschlagt.

Die zunächst nicht absehbaren unliebsamen Überraschungen erklärte das Architektenbüro mit den geforderten Maßnahmen zur barrierefreien Erschließung. Wegen unklarer statischer Verhältnisse kann der vorgesehene Lift nur das Obergeschoss erschließen, der Keller wird über einen gesonderten Eingang mit eigener Türe erreicht. Der Zugang zur Turnhalle wird durch einen weiteren kleinen Aufzug ermöglicht.

Einhausung mit Glaswand

Kopfschütteln riefen auch die Maßnahmen zum Feuerschutz hervor. Die große Treppe zum Obergeschoss und die anschließende Galerie müssen mit einer Glaswand eingehaust werden, damit die Aula im Parterre voll wie bisher genutzt werden kann. Die neue Heizungsanlage soll bis zum Herbstbeginn ihren Betrieb aufnehmen können. Herzstück sind hier zwei Pelletsöfen mit jeweils 150 Kilowatt Leistung sowie drei Pufferspeicher mit insgesamt 9000 Litern. Das bisherige Öltanklager wird künftig als Pelletsspeicher genutzt.

Total ausgeräumt ist augenblicklich die große Aula der Grundschule. Der Treppenaufgang muss aus Feuerschutzgründen mit Glaswänden eingehaust werden.
Total ausgeräumt ist augenblicklich die große Aula der Grundschule. Der Treppenaufgang muss aus Feuerschutzgründen mit Glaswänden eingehaust werden. Foto: Günter Roth

Noch keine Entscheidung gab es zur Forderung des Zweiten Bürgermeisters Wolfgang Heß, auf dem Schuldach eine Fotovoltaikanlage zu errichten. Er sah das als Zeichen der Kommune zum Energiewandel, aber auch als rentable Investition, zumal die Gemeinde Thüngen als örtlicher Energielieferant tätig ist. Die von Heß schon im vergangenen Herbst aufgeworfene Idee, wurde allerdings wegen der unsicheren Finanzlage bislang nicht weiter verfolgt. Jetzt wollten er und die Freien Wähler im Gemeinderat konkret nachhaken und verlangten ein klärendes Gespräch.

Anlage nur ohne Speicher

Einig waren sie sich mit ihren Ratskollegen und dem Fachmann Stefan Scherpf vom Ingenieurbüro JHS aus Dettelbach, dass nur eine Anlage ohne Speicher sinnvoll sei, weil in der Schule nachmittags, abends, am Wochenende und in den Ferien nicht genügend Strom verbraucht werde. Laut Scherpf könnten auf dem Flachdach des Schulgebäudes bis zu 60 Module mit insgesamt 20 Kilowatt/Peak installiert werden, eine Strommenge, die allerdings für das Haus nicht nötig sei. Die überschüssige Energie müsste dann für ein Entgelt von etwa zehn Cent pro Kilowattstunde ins Netz eingespeist werden.

Eine 10-KW-Anlage würde allerdings weniger Probleme mit gesetzlichen und technischen Auflagen bereiten. Die Kosten schätzte er auf rund 1800 Euro pro Kilowatt/Peak.  Dennoch würden sich beide Varianten durchaus amortisieren. Während die meisten Marktgemeinderäte die kleinere Anlage bevorzugten, legte Bernd Müller von der SPD Wert auf die Maximalleistung. Bei der nächsten Sitzung am 27. Juli soll die Firma JHS konkrete Informationen dazu vorlegen.

Die neue Pelletsheizung im Keller der Grundschule wird eine Heizleistung von 300 Kilowatt haben rund 170 000 Euro kosten.
Die neue Pelletsheizung im Keller der Grundschule wird eine Heizleistung von 300 Kilowatt haben rund 170 000 Euro kosten. Foto: Günter Roth

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