Karlstadt

Kreis bezuschusst Modernisierung des Tierheims in Lohr

Insbesondere geht es um die Quarantänestation für bis zu sechs Hunde. Der Außenbereich mit neuen Mauern samt teuren Spezialputz und neuen Türen abgetrennt werden.
Das Wally-Bangert Tierheim im Lohrer Stadtteil Sackenbach.
Foto: Eva Loschert | Das Wally-Bangert Tierheim im Lohrer Stadtteil Sackenbach.

Rund 70 000 Euro gibt der Tierschutzverein Lohr für die Sanierung und Modernisierung des Tierschutzheimes in Lohr aus. Insbesondere geht es dabei um die Quarantänestation für bis zu sechs Hunde. Der Kreisausschuss bewilligte dafür nun einstimmig einen Investitionszuschuss von 25 000 Euro, was auch die Voraussetzung für einen Zuschuss des Deutschen Tierschutzbundes über 30 000 Euro ist.

"Eigentlich sollte es nicht so teuer werden", erklärte Ursula Rosenkranz, die Vorsitzende des Tierschutzvereins, im Ausschuss. Die Auflagen für Hunde in Quarantäne bedingten aber, den Außenbereich mit neuen Mauern samt teurem Spezialputz und neuen Türen abzutrennen, damit sich die in Quarantäne befindlichen Hunde nicht berühren können. Zudem brauche es getrennte Spülen, Spül- und Waschmaschinen für diesen Bereich. Nach über zwei Jahren Planungsphase liefen inzwischen die Bauarbeiten, sie hoffe, nach der Fertigstellung einen Tag der offenen Tür im Mai 2021 anbieten zu können. Mehr Zeit werde das Projekt "Katzendorf" in Anspruch nehmen, zu dem der Verein im Gespräch mit der Stadt Lohr sei.

Plätze für Hunde und Katzen derzeit voll belegt

Insgesamt verfügt das Tierheim in Lohr über Platz für zwölf Hunde und 50 Katzen, diese sind derzeit vollständig belegt. Dazu kommen weitere Kleintiere wie Vögel und Hamster. Kritisiert wurde von der Vorsitzenden, dass die politischen Entscheidungen viel Zeit benötigten, nachdem das Thema schon im Mai 2018 im Kreistag behandelt worden sei. Zudem habe Landrat Thomas Schiebel im persönlichen Gespräch damals sogar einen Zuschuss von 50 000 Euro versprochen, dieser sei aber gar nicht in den aktuellen Haushalt eingestellt worden.

Der Landkreis unterstützt den Tierschutzverein Lohr regelmäßig mit 1000 Euro im Jahr, ein einmaliger Sanierungszuschuss über 25 000 Euro wurde zuletzt im Jahr 2016 ausgezahlt. Auch der jetzige Zuschuss ist als Einmalzahlung über fünf Jahre anzusehen. Ursprünglich war sogar die Auszahlung in fünf Jahresraten bis 2024 geplant, doch dann würde der Zuschuss vom Tierschutzbund nicht fließen.

Auch die meisten Gemeinden des Landkreises unterstützen des Tierheim. Üblich ist ein jährlicher Zuschuss von 50 Cent je Einwohner für den laufenden Unterhalt. Zudem warb das Landratsamt mit zwei Schreiben im Januar und Juli 2020 um einen freiwilligen einmaligen Investitionszuschuss von einem Euro je Einwohner für die Finanzierung nötiger Baumaßnahmen.

Einige Orte tendieren nach Würzburg oder Wertheim

Von den Kreisräten gab es im Ausschuss viel Lob für die unermüdliche Arbeit des Vereins für das Tierwohl. Bürgermeister Michael Hombach aus Karlstadt kritisierte, dass offenbar nicht alle Gemeinden des Landkreises die freiwilligen Zuschüsse leisten. Dabei handle es sich bei der Unterbringung von Fundtieren doch um eine kommunale Pflichtaufgabe der Gemeinden.

Das ist freilich ein alter Streitpunkt. So arbeitet zum Beispiel der Markt Zellingen mit dem Tierheim Würzburg zusammen, weil der Weg dorthin kürzer ist. Bürgermeister Thorsten Schwab aus Hafenlohr sagte dazu, Kommunen aus dem Randbereich des Kreises könne man die Zusammenarbeit mit Nachbareinrichtungen nicht verdenken. Er nannte Kreuzwertheim als einleuchtendes Beispiel, das Tierheim Wertheim liege dort eben deutlich näher, "nur über den Main".

"Die Wichtigkeit des Vereins und seiner Arbeit stelle niemand in Frage", sagte Kreisrätin Brigitte Riedmann. Kritik bekam sie für ihre Aussage, den Zuschuss des Kreises finanzierten letztlich alle Gemeinden über die Kreisumlage.

Der jetzige Antrag des Tierschutzvereines Lohr für die freiwillige Leistung des Kreises war keine Überraschung. Im Prinzip sei er schon seit Jahresbeginn bekannt, stellte Kreisrat Gerhard Kraft von den Grünen fest, auch wenn er schriftlich erst am 31. Juli eingereicht wurde. Er begrüßte es, dass jetzt darüber entschieden wird damit der Verein das Projekt finanzieren kann.

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