Karlstadt

Landkreis beteiligt sich am digitalen Gründerzentrum

Die Beteiligung des Landkreises Main-Spessart am digitalen Gründerzentrum Starthouse Spessart mit maximal 30 000 Euro ist die größte Änderung im Kreishaushalt des Sachgebiets 14, zu dem Tourismus, Wirtschaftsförderung, Regionalmanagement und Agenda 21 gehören. Bei der Vorstellung der Haushaltsansätze kündigte Sachgebietsleiter Sebastian Kühl allerdings eine wesentliche Änderung ab dem kommenden Jahr an: Dann wird der Teilbereich Marketing des Tourismus ins neu gebildete Sachgebiet 15 übertragen. Der Grund dafür liege im neuen Tätigkeitsfeld "Koordination und Stellungnahmen", wenn mehrere Sachgebiete betroffen sind, das bündle Personalressourcen.

100 000 Euro für Tourismus

Die Projektausgaben des Tourismus summieren sich wieder auf 100 000 Euro, davon sind 25 700 für Marketing in Form von Anzeigen, Mitgliedsbeitrags an das "Fränkische Weinland", Rad- und Wanderkarten, Broschüren und Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen.

Überregionalen Mountainbike-Route

Bei der Infrastruktur dominiert klar die Beschilderung der überregionalen Mountainbike-Route "Spessart 8" durch Bayern und Hessen, wofür wie schon 2020 wieder 54 000 Euro eingeplant sind. Wegen Verzögerungen im Genehmigungsverfahren – insbesondere im Südteil führen viele Wegabschnitte über Privatgrund – wurde davon aber nichts ausgegeben. Deshalb solle nun zuerst die 200 Kilometer lange Nordroute (der obere Teil der "acht" in der Kartendarstellung) realisiert werden, so Kühl, wovon 90 Kilometer im Landkreis Main-Spessart lägen.

Der Ansatz für Mitgliedsbeiträge in den Tourismusverbänden "Franken" und Spessart-Mainland steigt um 5000 auf 45 000 Euro, weil letzterer den Beitrag um zehn Prozent erhöhte.

Karten stark nachgefragt

Die Einnahmen aus dem Tourismus überstiegen 2020 die geplanten 1500 Euro um fast 1300 Euro, heuer werden 2000 Euro eingeplant. Einerseits nahm die Nachfrage nach klassischen Rad- und Wanderkarten deutlich zu (233 statt 100 Euro Einnahmen), auch wenn kaum freiwilliger Portoersatz gezahlt wurde, anderersTrend "Urlaub in Deutschland"eits gab es 1400 Euro mehr Anzeigenbeteiligungen der Tourismuspartner.

Trend "Urlaub in Deutschland"

Wegen der beiden Lockdowns stürzten die Übernachtungszahlen von 540 000 (2019) auf 320 000 ab, bis Mitte November hatte es aber immerhin so viele Anfragen wie 2018 gegeben. Generell zeichnet sich ab, dass Main-Spessart vom Trend "Urlaub in Deutschland" profitieren kann.

Für die Wirtschaftsförderung werden 95 000 Euro angesetzt, letztes Jahr waren es 60 000 Euro. Hier dominiert der Mitgliedsbeitrag der "Region Mainfranken GmbH" von 55 000 Euro vor der Beteiligung am "digitalem Gründerzentrum Starthouse Spessart".

Beim Regionalmanagement, diesen Bericht stellte Regionalmanagerin Saskia Nicolai im Ausschuss für Landkreisentwicklung und Digitalisierung vor, wurden 2020 von angesetzten 42 250 Euro nur knapp 25 000 Euro ausgegeben, weil die Projekte günstiger umgesetzt werden konnten. Allerdings sanken dadurch auch die Einnahmen in Form von 80- oder 90-prozentigen Projektkostenzuschüssen von 113 000 auf 89 430 Euro. Für dieses Jahr werden 25 300 Euro Ausgaben, plus 10 300 Euro Mitgliedsbeiträge (LAG Wein Wald Wasser und Spessart) sowie 85 000 Euro Einnahmen angesetzt.

Zuschüsse zu Personalkosten

Die Einnahmen sind hier höher als die Ausgaben, weil auch die Personalkosten gefördert werden, die Ansätze aber nur die Sachkosten betreffen. Eigentlich sind die Einnahmen noch höher, doch bis zum Verwendungsnachweis, der erst am Ende der dreijährigen Förderzeitraum im September 2021 erstellt werden kann, behält die Regierung von Unterfranken 20 Prozent der Fördergelder zurück.

Haupttätigkeitsfelder des Regionalmanagements sind der Demografische Wandel (Betriebliche Pflegelotsen, generationenfreundlicher Landkreis, altersgerechte Wohnraumberatung), Siedlungsentwicklung und Mobilität (Immobilienbörse, Lastenrad), Klimawandel (Broschüre "Kostbares Wasser) und Regionale Identität (Markttage-Übersicht).

22 000 Euro für den Naturpark

Für die Agenda 21 bleibt es beim Ansatz von 3000 Euro, obwohl 2020 vieles ausfallen musste, gab es 291 Euro an Einnahmen. Die Mitgliedschaft im Naturpark Spessart kostet den Landkreis 22 000 Euro (steigt um 1000) Euro, die im Bündnis "Hamelner Erklärung" 20 000 Euro. Dabei handelt des sich um die Kosten für juristisch-fachliche Beratung zu den beiden Stromtrassen-Projekten "Sued Link" und Fulda-Main-Leitung.

Frage nach Atommüllendlager

Kreisrat Gerhard Kraft kündigte an, die Grünen würden beantragen, dass auch "Mobilität" zur Ausschussbezeichnung "für Landkreisentwicklung und Digitalisierung" kommen soll. Weiter fragte er, ob der Landkreis wirklich als potentielles Gebiet für das Atommüllendlager in Frage komme. Darauf antwortete Sebastian Kühl, die Studie weise auf Basis der Tiefengeologie 55 Prozent der Fläche Deutschlands und 78 Prozent der Unterfrankens als potentiell geeignet aus. Das basiere aber oft auf nur zwei Erkundungsbohrungen für Hunderte von Quadratkilometern.

Gegen die Haushaltsansätze stimmte am Ende nur Kreisrat Armin Beck (Grüne). Er hatte kritisiert, dass in den Ausgaben-Ansätzen keine Personalkosten enthalten sind, was ein verzerrtes Bild ergebe.

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