Lohr

Leere Geschäfte in der Lohrer Innenstadt: "Auf Händlern lastet enormer Druck"

Die Neubelegung von Leerständen wie dem früheren Kupsch-Markt an der Hauptstraße ist eines der wesentlichen Ziele des Citymanagements in Lohr. 
Foto: Thomas Josef Möhler | Die Neubelegung von Leerständen wie dem früheren Kupsch-Markt an der Hauptstraße ist eines der wesentlichen Ziele des Citymanagements in Lohr. 

Die Werbegemeinschaft sehe in der Mithilfe beim Leerstandsmanagement mittlerweile eine wichtige Aufgabe, so Vorsitzende Angelika Winkler. Sie wisse von weiteren Geschäftsschließungen in diesem Jahr. Bislang sei die Leerstandsquote in der Lohrer Innenstadt im Vergleich mit dem Landesdurchschnitt noch ganz gut gewesen und die Leerstände hätten kaschiert werden können.

Jetzt stehe das auf der Kippe. Deshalb wolle die Werbegemeinschaft im Initiativkreis Citymanagement verstärkt das Hintergrundwissen und die Expertise von über 100 Mitgliedsbetrieben einfließen lassen. Vielfach erführen Mitglieder von geplanten Vergrößerungen und Verkleinerungen. Zudem habe die Werbegemeinschaft Kontakte zu Firmen, mit denen sie etwa bei Festen seit Jahren zusammenarbeite und die vielleicht Filialen in Lohr eröffnen wollten.

Auf den Händlern lastet laut Winkler "aktuell ein enormer Druck". Während der Pandemie hätten viele Vermieter auf Mieterhöhungen verzichtet oder seien bei der Miete für Geschäftsräume sogar entgegengekommen. Jetzt seien die Vermieter selbst von steigenden Energiekosten betroffen. Es gebe "teilweise harte Diskussionen über Mietanpassungen".

Projekte sollen konkret geplant, nicht nur besprochen werden

Dazu kämen der Frequenzverlust an Kunden und der Online-Handel als Konkurrenz. Viele lokale Händler wollten oder könnten nicht mehr in den Online-Handel einsteigen. Solche Probleme seien bei den monatlichen Treffen von Werbegemeinschaften, Stadtmarketingeinrichtungen und Landratsamt auf Kreisebene bislang nur besprochen worden.

Jetzt stehe die Planung konkreter Projekte an. Sehr schön sei, "dass ein Kirchturmdenken überhaupt nicht mehr zu spüren ist". Vielmehr würden Termine miteinander abgesprochen und Ideen ausgetauscht. Die Erkenntnis habe sich durchgesetzt, dass es der ganzen Region und nicht nur Teilen davon gut gehen müsse.

Viele Anfragen hat Winkler nach eigenen Angaben nach den konkreten Terminen für die Veranstaltungen der Werbegemeinschaft erhalten. Tag der Mode im Frühling sei am 16. März, das Frühlingsfest am 26. März. Der "Lohrer Zwergenaufstand" sei für den 19. und 20. Mai geplant und solle anderes ablaufen als bislang.

Im Februar werde es mit dem Lohrer Citymanagement und dem Kulturamt einen Gedankenaustausch geben, ob sich aus dem "Zwergenaufstand" ein Stadtfest machen lasse. Winkler erinnerte daran, dass die Werbegemeinschaft 2016 für den "Zwergenaufstand" den Stadtmarketingpreis erhalten hat. Leider sei es nicht gelungen, "den Ball weiter hoch zu halten".

Ausloten, ob aus "Zwergenaufstand" ein Stadtfest werden könnte

Gründe seien die Corona-Pandemie und die geringer gewordene Teilnehmerzahl gewesen. Die Werbegemeinschaft wolle aber am "Zwergenaufstand" festhalten und ausloten, ob daraus eine Veranstaltung werden könne "mit Musik und allem Drum und Dran, was zu einem Stadtfest gehört, die in den Abend 'reingeht'".

Der Tag der Mode im Herbst ist für den 12. Oktober geplant, steht aber noch unter Vorbehalt, weil laut Winkler vorher noch mit den Händlern geredet werden muss. Sicher ist der Termin des Rambourfestes am 29. Oktober. Die Rabattschlacht "Black Days" ist für 22. bis 24. November vorgesehen, der Termin steht aber ebenfalls noch unter dem Vorbehalt einer Absprache mit den Mitgliedsbetrieben. Für den in die Anlage verlegten Weihnachtsmarkt ist nicht mehr die Werbegemeinschaft die offizielle Ausrichterin, sondern der neue Weihnachtsmarktverein. Dieser sei zu einem wichtigen Partner der Werbegemeinschaft geworden, betonte Winkler. In diesem Jahr solle während des Weihnachtsmarkts versucht werden, die Innenstadt mehr zu beleben und wieder ein "Weihnachtsshopping" anzubieten. Details seien noch offen.

Die Werbegemeinschaft hat nach Angaben ihrer Vorsitzenden die Buden des Weihnachtsmarkts, die 2022 nur verliehen waren, dem Weihnachtsmarktverein geschenkt. Auch die Kontakte zu Vereinen wie dem TSV Lohr sollten gestärkt werden. Dieser könne Partner beim geplanten Stadtfest sein. Die Touristinformation sei ebenfalls eine große Hilfe, mit ihr werde eng zusammengearbeitet.

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