Karlstadt

Lehrer in Main-Spessart müssen noch auf ihre Dienstcomputer warten

Laut Kultusministerium soll jede Lehrkraft einen Dienstcomputer bekommen. Für BLLV-Kreisvorsitzender Josef Grodel ist das eine gute Idee. Aber diese sei verfehlt umgesetzt.
Jeder Lehrkraft wurde vom bayerischen Kultusministerium ein Dienst-Computer versprochen. Es dauert aber noch, bis diese kommen.
Foto: Rolf Vennenbernd | Jeder Lehrkraft wurde vom bayerischen Kultusministerium ein Dienst-Computer versprochen. Es dauert aber noch, bis diese kommen.

Über diese Ankündigung haben sich die Lehrerinnen und Lehrer in Bayern gefreut: Jede Lehrkraft soll mit einem Notebook oder ähnlichem ausgestattet werden, um mobiles Arbeiten zu ermöglichen, wenn kein Präsenzunterricht möglich ist. Dies hat Kultusminister Michael Piazolo im Oktober versprochen und damit eine langjährige Forderung des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnen Verbandes (BLLV) erfüllt. "Das ist ein Fortschritt", meint Josef Grodel, BLLV-Vorsitzender des Altlandkreises Karlstadt. Allerdings habe die Regelung "zwei große Pferdefüße".

Josef Grodel, BLLV-Kreisvorsitzender Karlstadt.
Foto: Jochen Schreiner | Josef Grodel, BLLV-Kreisvorsitzender Karlstadt.

Grodel hat ein Dienst-Notebook. Dies verdankt er allerdings nicht der Initiative von Kultusminister Piazolo, sondern seiner Stellung als Konrektor der Konrad-von-Querfurt-Mittelschule in Karlstadt. Seine Kollegen, die nicht in Leitungsfunktionen sind, müssen wohl auf ihr Notebook noch länger warten, denn das Kultusministerium hat nach Grodels Ansicht einen sehr bürokratischen Weg für die Anschaffung gewählt. Dadurch käme es zu Verzögerungen und vielen unnötigen Abstimmungen, die Kraft und Zeit kosten würden. 

Grodel hat zwei Kritikpunkte. Zum einen werden nicht alle Lehrkräfte ein Notebook bekommen können, denn die Zuteilung ist nicht am Bedarf ausgerichtet, sondern an einer festen Summe für ganz Bayern. Grodel hat es für die Lehrer der Grund- und Mittelschulen im Landkreis Main-Spessart einmal durchgerechnet: Nach den vom Ministerium veröffentlichten Zahlen würde das Geld laut Grodel nur für 331 der empfohlenen Geräte reichen, dem stehen 463 Lehrkräfte gegenüber.

Zum anderen kritisiert Grodel den bürokratischen Aufwand. Er hätte es gerne gesehen, wenn vom Dienstherren die Geräte bayernweit angeschafft und verteilt worden wären. Stattdessen wurde diese Aufgabe auf Stadt- oder Gemeinderäte und die Schulleitungen übertragen. Diese müssen nun bestimmen, wie viele und welche Geräte angeschafft werden. Und die Schulleitungen müssen dann entscheiden, welche Lehrkräfte noch kein Notebook bekommt, da nach der Rechnung von Grodel das Geld nicht für die Ausstattung von allen reicht. 

Die Dienst-Notebooks sind wichtig, betont Grodel, und könnten nicht ohne weiteres von einem Privatcomputer ersetzt werden, den die Lehrkräfte in der Regel besitzen. Das Dienst-Notebook bietet ihnen "einen  zuverlässigen Zugang zu den IT-Ressourcen der Schule sowie die rechtssichere digitale Kommunikation mit den Schülern, Erziehungsberechtigten, aber auch mit den Kollegen."

Zentrale Anschaffung durch den Dienstherren

Die beste Lösung wäre es daher nach Ansicht von Grodel gewesen, wenn anhand der Bedarfszahlen der Schulen zentral durch den Dienstherrn einheitliche, für die genannten Zwecke geeignete Geräte für jeden Lehrer in Bayern beschafft worden wären. Dann hätte es sicher Preisvorteile gegeben, die kaum höhere Anschaffungskosten verursachen dürften als jetzt, so dass jeder Lehrer auch beim Schulwechsel kein Problem hätte und die Administration zentral durchgeführt werden könnte.

Als BLLV-Vorsitzender des Altlandkreises Karlstadt wird Grodel oft von seinen Kollegen gefragt, wann denn die Dienst-Laptops endlich kommen. Er rechnet damit frühestens im zweiten Quartal dieses Jahres. Bis dahin könnten die Schulen wieder zum Präsenz-Unterricht zurückgekehrt sein. Doch damit habe nach Ansicht von Grodel die Aktion nicht ihren Sinn verloren. Die Dienstcomputer seien trotzdem wichtig. "Corona habe die Digitalisierung vorangetrieben."

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