Karlstadt

Leichtathletik-Training in Karlstadt unter Coronaregeln

Bei der LG Main-Spessart haben sie Mitte Mai wieder den Übungsbetrieb aufgenommen. Doch bei den Einheiten müssen die Beteiligten vieles beachten, was ungewöhnlich ist.
Desinfektionsmittel auf den Speer: Kayra Toka von der LG Main-Spessart versprüht die Flüssigkeit auf ihr Sportgerät.
Desinfektionsmittel auf den Speer: Kayra Toka von der LG Main-Spessart versprüht die Flüssigkeit auf ihr Sportgerät. Foto: Uli Sommerkorn

Ein sonniger Frühlingsabend auf der Kreissportanlage in Karlstadt: Auf der Tartanbahn und auf dem Rasen tummeln sich jugendliche Leichtathleten der LG Main-Spessart. Auf den ersten Blick sieht vieles nach einem ziemlich normalen Trainingsabend aus, für den sich etwa ein Dutzend Sportler und Sportlerinnen mit Lauf- oder Dehnübungen warm machen.

Doch normal ist dieser Tage eben nichts. Von Mitte März bis Mitte Mai hatten die Athleten wegen der Corona-Pandemie Trainingsverbot in der Gruppe. Nun ist zumindest wieder das Üben in Fünfergruppen möglich. "Doch das bedeutet eine ganze Menge Aufwand und Bürokratie", hat LG-Vorsitzender Alfred Maasz festgestellt, der als Coronabeauftragter des Vereins den Kontakt zu den Behörden hält. So müssen die Zusammensetzungen der Gruppen beim Landratsamt namentlich gemeldet sein, um im Fall einer Infektion Kontaktpersonen zu identifizieren. Das heißt: Es trainieren die Gruppen, die aus vier Sportlern und einem Übungsleiter bestehen, immer in derselben Zusammensetzung. Änderungen müssen dem Landratsamt gemeldet werden.

Duschen nur zu Hause

Auch sonst befolgen Sportler und Sportlerinnen Verhaltensregeln, die Corona geschuldet sind. So müssen alle beim Betreten der Sportanlage eine Gesichtsmaske tragen, die sie erst abnehmen dürfen, wenn sie sich auf die Tartanbahn oder auf den Rasen begeben. Die Umkleidekabinen können nicht benutzt werden, die Athleten betreten in Sportkleidung die Anlage und duschen nach der Einheit zu Hause. Während des Trainings kommt immer wieder Desinfektionsmittel zum Einsatz und wird nicht nur auf Hände, sondern auch auf Wettkampfgeräte, wie zum Beispiel Speere, aufgebracht.

"Im Augenblick haben wir 28 Leute im Training", berichtet Alfred Maasz über die Verhältnisse in Karlstadt. Angefangen haben sie mit den Altersklassen über 16 Jahren, weil die Verantwortlichen annehmen, dass sich die Älteren mit der Umsetzung der Verhaltensregeln leichter tun. Das allerdings auch im "Schichtbetrieb", damit sich nicht zu viele Menschen auf der Sportanlage einfinden. 60 Kinder haben indes noch unfreiwillig Pause und befinden sich in der Warteschleife bei der Leichtathletikgemeinschaft, die seit vergangenem Jahr Sportler und Sportlerinnen aus Karlstadt, Gambach, Lohr und Marktheidenfeld vereint.

Übungsbetrieb auf der Kreissportanlage in Karlstadt.
Übungsbetrieb auf der Kreissportanlage in Karlstadt. Foto: Uli Sommerkorn

Derweil befinden sich drei Fünfergruppen verteilt über die Anlage bei ihren Übungen, zwei dieser Gruppen sind Sprinter, der Rest der Sportler ist auf Sprungdisziplinen spezialisiert. Letztere dürfen allerdings die Hochsprunganlage noch nicht nutzen, weil sich auf der Sprungmatte die Hygieneregeln schwerer umsetzen lassen. "Abstand halten", ruft Günther Felbinger über den Platz den Sportlern zu. Durch die Regeln hat der Trainer eine zusätzliche Aufgabe erhalten: Er muss nicht nur darauf schauen, dass die Athleten ihre Übungsinhalte gut absolvieren, sondern auch, dass sie die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten.

Hinzu kommt: Wer Sport treibt, braucht Ziele. In normalen Zeiten sind diese Ziele für die Leichtathleten die Teilnahme an diversen Meisterschaften, Lauf-Wettbewerben oder Sportfesten. Doch die sind in Coronazeiten alle erst einmal abgesagt. "Wir hoffen, dass vielleicht im September bayerische Meisterschaften stattfinden können", sagt Trainer Felbinger. Doch ob das wirklich so kommt, weiß derzeit noch keiner. Felbinger wäre auch offen für völlig neue Wettkampfformate, die in Coronazeiten leichter umzusetzen seien als Wettbewerbe in ihrer klassischen Form. Doch bislang sei der Deutscher Leichtathletik-Verband wenig innovativ gewesen in der Entwicklung neuer Wettkampfformen, bedauert Felbinger.

Lockerungen zum 12. Juni

Immerhin: Die Tendenz geht dahin, dass aufgrund sinkender Infektionszahlen die Bestimmungen gelockert werden. Ab 8. Juni ist dann im Freien auch wieder ein Training in einer Gruppe mit bis zu 20 Sportlern gestattet. Dann sollen bei der LG in Karlstadt auch jüngerer Jahrgänge wieder langsam in den Trainingsbetrieb einsteigen. Doch Hygieneregeln werden wohl noch länger gelten, so dass sich Sprinter und schnelle Läufer ihrer sportlichen Normalität wohl nur in langsamen Schritten nähern werden.

Was machen die anderen?

Noch nicht wieder ins Training eingestiegen sind sie bei den Basketballern des TV Marktheidenfeld. "Wir sind noch in der Planung. Wenn die Zahlen so bleiben, wollen wir demnächst mit den Kids starten und einfach mal ausprobieren, wie gut es klappt", so Eva Barthel, die Jugendtrainerin ist und mit der ersten Mannschaft des TVM in der Regionalliga spielt. Für das Frauen-Team aus der dritthöchsten Spielklasse gilt folgende Planung: "Mit den Damen wollen wir nach den Pfingstferien wieder einsteigen."
Auch bei den Handballern des TSV Lohr üben sie noch nicht wieder in der Gruppe. "Wir warten noch ab, wie sich das alles entwickelt", sagt Maximilian Schmitt, der Trainer der ersten Mannschaft und stellvertretender Vorsitzender des Handball-Bezirks ist. Gegenwärtig entwickle der Landesverband Videos, die Übungsleitern und Sportlern demonstrieren sollen, wie Handballtraining im Freien, ohne Körperkontakt und in der Kleingruppe stattfinden könne. Die in der Bayernliga spielende erste Mannschaft hat bis 15. Mai individuell geübt, nun einen Monat Pause und soll ab Mitte Juni mit dem Aufbauprogramm für die neue Runde beginnen. Zunächst aber wieder individuell. "Wir hoffen, dass wir ab Mitte Juli wieder in die Halle dürfen", so Maximilian Schmitt, der mit einem Rundenbeginn nicht vor Oktober rechnet.
Bei den Badmintonspielern dürfen derzeit Bundes- und Landeskader-Athleten zum Kleingruppentraining in die Halle. "Das betrifft bei uns aber derzeit nur ein Mädchen", berichtet Abteilungsleiter Karl Fuchs vom TV Marktheidenfeld, dessen erste Mannschaft in der Zweiten Bundesliga und dessen zweite Garnitur in der drittklassigen Regionalliga spielt. "Natürlich könnten wir auch draußen trainieren. Das bringt aber in unserem Fall nicht so viel", meint Fuchs. So halten sich die TVM-Badmintonspieler individuell fit. Bisweilen kommt aber doch Gemeinschaftsgefühl auf, wenn sie sich bei Stabilsierungseinheiten per Skype zusammenschalten.
Quelle: urs

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