Erlenbach

Leserforum: Auf die Felder gehören Nahrungsmittel

Zum Artikel "Kein Beschluss zu geplanten Solarparks" vom 6. April 2021 erreichte uns folgende Leserzuschrift.

Auf unsere Felder gehören Nahrungsmittel! Ein Ausspruch von Landwirten aus Zeiten der Flurbereinigung in Erlenbach, in den 60er-Jahren, ist mir in Erinnerung geblieben: "Daußn Buach is es beste Faald" (Draußen in der Gemarkung Buch, ist das beste Feld). Genau dort soll jetzt womöglich eine riesige, überdimensionierte Photovoltaikanlage entstehen. Gerade in der Gemarkung Buch, wo über 40 000 Quadratmeter bestes Ackerland in eine öde Fläche zur Stromgewinnung umgewandelt werden sollen, suchen viele Erlenbacher Naherholung im schönsten Tal von Erlenbach.

Laut Aussage von Florian Hörning, Bauamtsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld, könnte die Gemeinde von "möglichen Einnahmen durch die Gewerbesteuer und die Einkommensteuer der Grundstücksbesitzer profitieren". Diese Aussage ist doch sehr vage und unverbindlich.

Gemeinderäte, die lieber eine Photovoltaikanlage dort sehen als einen Maisacker, sollten auch andere Alternativen der landwirtschaftlichen Nutzung in Betracht ziehen. Wobei ich persönlich auch den Maisacker einer öden Glasfläche vorziehen würde.

Immer mehr Flächen werden hierzulande aus der Agrarproduktion genommen und aus den wertvollen Ackerflächen werden Industriegebiete, Parkplätze und nicht zuletzt Photovoltaikanlagen.

Weniger Eigenproduktion im Agrarbereich bedeutet, noch höhere Importabhängigkeit bei Lebensmitteln, Tierfutter und anderen Agrarprodukten. Dadurch werden zunehmend Flächen außerhalb unseres Territoriums für den Eigenkonsum beansprucht. Das erhöht den Druck auf besonders schützenswerte Regionen, wie die Tropen.

Wir können dann zwar auf unseren fruchtbaren Feldern Strom mit Solaranlagen aus China produzieren, unsere Kartoffeln kommen aber z.B. aus Ägypten, wo sie in der künstlich bewässerten Wüste wachsen und wir keinen Einfluss auf die Produktionsmethoden wie Düngung und Schädlingsbekämpfung haben.

Weizen importieren wir in großen Mengen aus Tschechien und Polen, Soja aus Brasilien und Palmöl aus Indonesien usw. Vielleicht würde bei einigen Zeitgenossen ein Umdenken stattfinden, wenn der Suezkanal künftig einmal für mehrere Wochen oder gar Monate nicht befahrbar wäre.

Solaranlagen gehören nach meiner Meinung vermehrt in Städte, wo Hausdächer, Fassaden, Industrieanlagen, Supermärkte und deren dazugehörige Parkplätze zur Stromgewinnung genutzt werden können. Auch entlang der Autobahnen können auf bundeseigenem Gelände vermehrt Solaranlagen entstehen. Unser Ackerland sollte aber auch in Zukunft der gesunden Ernährung unserer Bevölkerung dienen und uns unabhängig von Importen machen, auch wenn hier und da ein Windrad ergänzend zur Stromgewinnung nötig sein wird.

Heinz Kremen
97837 Erlenbach

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