Lohr

Licht und Schatten bei digitalem Unterricht

Wie ist es in Zeiten von Corona und digitalem Heimunterricht um die technische Ausstattung der Grundschulen und der Mittelschule in Lohr bestellt? Die für die Grundschulen zuständige Stadt Lohr sagt dazu, dass die Einrichtungen auf einem guten Weg seien. Das gleiche, so Bürgermeister Mario Paul, gelte für die zum Nägelsee-Zweckverband gehörende Mittelschule.

Die digitale Ausstattung der Schulen war Thema im Haupt- und Finanzausschusses des Stadtrates am Montagabend. Peter Sander (FDP) hatte es mit einer Anfrage auf die Tagesordnung gebracht. Konkret wollte Sander wissen, wie die technische Ausstattung der Schulen ist und in welchem Umfang die Stadt Mittel aus Fördertöpfen abgerufen hat.

Schlagartige Umstellung

Sander ist von Beruf Leiter einer Schule, der Volksschule in Waldaschaff. Er begründete seine Anfrage damit, dass die Schulen durch die Corona-Pandemie schlagartig zur Umstellung auf Distanzunterricht über digitale Kanäle gezwungen waren. Für viele Schulen habe dies ein "böses Erwachen" bedeutet. Denn bei der Digitalisierung sei über Jahre "viel versäumt" worden, so Sander. Er sprach einerseits von Förderprogrammen, die nicht ausgeschöpft würden, aber auch von Schulen, die beklagten, dass Anträge nicht schnell genug zur Beschaffung entsprechender Geräte führten.

Carmen Bachmann, die im Rathaus zuständige Sachgebietsleiterin, schilderte, dass die Stadt bei allen Förderprogrammen dabei sei. Über das bayerische Förderprogramm "Digitalbudget für das digitale Klassenzimmer" habe man gut 50 000 Euro erhalten. Mit dem Geld seien, je nach Wunsch der vier Grundschulen, interaktive Tafeln, Dokumentenkameras, Tablets, Notebooks oder Bildschirme finanziert worden.

Leihgeräte bestellt

Über ein Sonderprogramm für Leihgeräte stünden der Stadt knapp 25 000 Euro zur Verfügung, so Bachmann weiter. Hierfür habe man 56 Tablets bestellt, 24 für die Grundschule Wombach seien bereits geliefert. Jugendreferent Marcel Brunner berichtete, dass es aufgrund großer Nachfrage derzeit Lieferschwierigkeiten gebe. Die Stadt hat laut Bachmann auch für eine zweite Auflage des Förderprogramms einen Antrag gestellt. Die Ausschreibung der Bestellung sei allerdings kompliziert, so Bachmann. Man habe eigens ein Fachbüro beauftragen müssen.

Die Grundschulen in Lohr, Sendelbach und Sackenbach hätten alle einen Glasfaseranschluss, sagte Bachmann. In Wombach plane man eine Antennenlösung. Dafür konnte sich Dirk Rieb (CSU) wegen der Strahlungsbelastung nicht begeistern. Bürgermeister Mario Paul erinnerte jedoch daran, dass der Stadtrat sich gegen einen Glasfaseranschluss der Wombacher Grundschule entschieden habe, weil dieser 170 000 Euro gekostet und es nur einen Zuschuss in Höhe von 50 000 Euro gegeben hätte.

Eric Schürr (Bürgerverein) wollte wissen, ob es neben der technischen Ausstattung auch um die Software und den Kenntnisstand der Lehrer gut bestellt sei. Kerstin Schwarz, informationstechnische Beraterin für digitale Bildung im Schulamt Main-Spessart, erklärte dazu, dass man sich um Vereinheitlichung bei den von den Schulen genutzten Programme bemühe. Zur Motivation und den Fertigkeiten der Lehrer sagte sie, dass Fortbildungsangebote stark genutzt würden. Ältere Lehrer seien teils fitter als junge, digitale Kompetenz sei "keine Frage des Alters", so Schwarz. Die Nutzung digitaler Möglichkeiten habe sich durch die Corona-Pandemie auf jeden Fall in den Schulen viel schneller ausgebreitet, als dies zuvor denkbar gewesen sei. Die Lohrer Schulen seien "auf einem sehr guten Weg", so Schwarz.

Auf einem guten Weg

Bürgermeister Paul schilderte den Eindruck, den er als vierfacher Vater in Sachen Homeschooling gewonnen hat. Es gebe bei der Nutzung von Software ein "Nebeneinander verschiedener Lösungen", was Familien zwinge, mehrgleisig zu fahren. Die Qualität des digitalen Unterrichts sei "stark lehrerabhängig", so Paul. Bei manchen Lehrern laufe alles vollkommen problemlos, andere begnügten sich damit, "ein paar Kopien in die Datencloud einzustellen und zu sagen: Macht mal". Insgesamt, so Paul, sehe jedoch auch er die Schulen in Lohr auf einem guten Weg.

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