Harrbach

Lippert erläutert das Friedhofskonzept der Stadt Gemünden

Neue Bestattungsformen bietet die Stadt Gemünden auch in Harrbach an. Vor Ort erklärte Bürgermeister Jürgen Lippert die Ziele.
Vor 25 Harrbachern erläuterte Bürgermeister Jürgen Lippert die langfristig angelegte Umgestaltung des Friedhofs im Stadtteil.
Foto: Michael Fillies | Vor 25 Harrbachern erläuterte Bürgermeister Jürgen Lippert die langfristig angelegte Umgestaltung des Friedhofs im Stadtteil.

Als sensibles Thema hat sich das neue Gemündener Friedhofskonzept am Donnerstagabend auch in Harrbach erwiesen. Vor 25 Harrbachern stellte Bürgermeister Jürgen Lippert die speziell im kleinen Stadtteil geplanten Neuerungen vor. Des Weiteren dabei Tanja Köhler für die Stadtverwaltung, die Stadträte Ferdinand Heilgenthal und Gerhard Thumes sowie die Bestatter Johann und Stefan Joa. Einwände hatten die Interessenten nicht, doch einige Fragen.  

Wie andernorts auf seiner  Friedhofstournee auch, bat der Bürgermeister darum, bei jedweden noch aufkommenden Fragen sich an Tanja Köhler zu wenden. Als Ziel der Neuerungen stellte er heraus, dem allgemeinen Wunsch nach anderen Bestattungsformen nachzukommen und freie Flächen aus der Friedhofsnutzung zu nehmen, was die Kosten bremsen soll. Lippert schränkte gleich ein, dass die in Harrbach dafür vorgesehene Fläche (an der Mauer in Richtung Karlburg) von den Kosten her kaum ins Gewicht falle, doch gehe es auch um die Gesamtansicht des Gottesackers.

Keine Zwangsmaßnahmen

Eine große Sorge nahm der Bürgermeister den Zuhörern gleich zu Anfang: Jedes bestehende Grab könne so lange, wie gewünscht, erhalten bleiben; auch die Ruhefrist dafür könne wie bisher verlängert werden. Dennoch ergäben sich schneller als gedacht immer mehr unschöne Lücken in den Friedhöfen, durch den Bevölkerungsschwund einerseits und durch die heutzutage bevorzugten Urnenbestattungen andererseits. 2018 habe es im Stadtgebiet nur noch 18 Sargbestattungen gegeben, aber 80 Urnenbeisetzungen.

Der Harrbacher Friedhof im Plan.
Foto: Michael Fillies | Der Harrbacher Friedhof im Plan.

Die im Januar beschlossenen Gebührenerhöhungen, die im Internet auf der Homepage der Stadt Gemünden nachzulesen sind, relativierte Lippert: Zwar sei die Stadt gemahnt worden, das Kostendeckungsprinzip einzuhalten, doch werde auch jetzt noch das Bestattungswesen defizitär bleiben. Neu und zusätzlich angeboten werden in Harrbach Wiesengrabstätten (Sarggräber, die nach vier Wochen eingeebnet und eingesät und mit einer 50 mal 50 Zentimeter großen Platte versehen werden) und Baumgrabstätten (Urnen, die um einen Baum gruppiert und mit einer 30 mal 30 Zentimeter großen Platte versehen werden, ähnlich wie in einem Ruheforst oder Friedwald). Mit jeweils 20-jähriger Ruhefrist kostet das Wieseneinzelgrab 1700 Euro und das Wiesendoppelgrab 2700 Euro. Die Urnenerdgrabstätte mit zehnjähriger Ruhefrist kostet 800 Euro.

Harrbacher Wünsche

Ein Einwand lautete, dass der bereits gepflanzte Urnen-Baum mit Rücksicht auf eine größere Zahl an Trauergästen um zwei, drei Meter versetzt werden sollte. Ein Wunsch war, den hangseitigen Wald, der die Friedhofsmauer überragt, zurückzustutzen. Nach Nachfrage von Gerhard Thumes bestätigte Lippert, dass für die Bestattungsgebühren Ratenzahlung möglich sei. Urnenerdröhren sind für Harrbach nicht vorgesehen, so der Bürgermeister, da hier kein Platzmangel herrsche und die Urnen einzeln beigesetzt werden können.

Einige Harrbacher nutzten auch die Möglichkeit, dem Stadtoberhaupt örtliche Anliegen vorzutragen: überhöhte Geschwindigkeiten von Fahrzeugen auf der Kreisstraße und verfallene oder verfallende Anwesen im Ortskern. Der Kommandant der Harrbacher Feuerwehr, Thomas Werberich, besprach im Anschluss mit dem Bürgermeister kurz Anliegen der Wehr.

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