Lohr

Lohr will Versuchsstadt für Tübinger Modell werden

Wie viele andere bayerische Städte wirft auch Lohr seinen Hut in den Ring, um in der Corona-Pandemie an einem Pilotversuch nach dem Tübinger Modell teilzunehmen. Bürgermeister Mario Paul erklärte in der jüngsten Stadtratssitzung, dass er sich deswegen schon in der vergangenen Woche an Landrätin Sabine Sitter und den Landtagsabgeordneten Thorsten Schwab (beide CSU) gewandt habe.

Unter dem Tübinger Modell ist das in der baden-württembergischen Stadt praktizierte Vorgehen zu verstehen, wonach Personen mit einem aus einem aktuellen Corona-Test resultierenden Tagesticket verschiedene Freiheiten von den Einschränkungen der Corona-Pandemie erhalten. Sie dürfen dann beispielsweise Restaurants und Kinos besuchen oder auch einkaufen. Voraussetzung ist, dass die Schnelltests in offiziellen Teststationen durchgeführt werden. In Bayern soll das Tübinger Modell nun in mehreren Städten versuchsweise zur Anwendung kommen.

Paul: "Lage sehr, sehr ernst"

Wie Paul sagte, wäre Lohr gerne eine dieser Modellstädte, um eine Öffnungsperspektive für Gastronomie und Handel zu erhalten, bei denen die "Lage sehr, sehr ernst" sei. Der Hafenlohrer Landtagsabgeordnete Schwab habe sich auf seine Bitte hin bereits im zuständigen Münchner Ministerium für Lohr als Modellstadt stark gemacht, sagte Paul. Sofern Lohr zum Zug kommen könnte, sei allerdings noch ein eigener Stadtratsbeschluss dazu nötig. Man werde die nächsten Tage dazu nutzen, um die Bedingungen einer Teilnahme an dem Modellversuch abzuklopfen.

Eine Bedingung, das offizielle Testzentrum, ist in Lohr bereits erfüllt. Seit rund zwei Wochen betreibt die Stadt ein solches in der Alten Turnhalle. Wie Paul schildert, könnte es dort allerdings schon ab kommender Woche Personalmangel geben. Bislang hätten das Lohrer Bezirkskrankenhaus und das Klinikum Main-Spessart mit medizinischem Fachpersonal ausgeholfen. Die beiden Einrichtungen könnten diesen Dienst jedoch nicht dauerhaft übernehmen. Daher, so Paul, sei die Personalausstattung des Testzentrums für die kommenden beiden Wochen noch nicht gesichert. Er appellierte auch an die Stadträte, um Personal zu werben und Freiwillige mit entsprechender medizinischer Qualifikation zu empfehlen.

Testzentrum auch nach Ostern?

Den bisherigen Betrieb des Testzentrums bezeichnete Paul als !sehr erfolgreich!. Es hätten sich dort pro Tag zwischen 100 und 160 Menschen freiwillig, kostenfrei und ohne nötige Voranmeldung testen lassen. Vereinzelt seien dabei auch Corona-Infektionen festgestellt worden. Die Kosten der Teststrecke für die Stadt bezifferte Paul auf 1400 Euro pro Woche, was jedoch nur die reinen Personalkosten umfasse. Dieser Betrag sei "vertretbar" angesichts des sehr positiven Effekts.

Nach Ansicht von Paul wäre es sinnvoll, das Testzentrum zumindest noch über die bevorstehenden Osterferien hinweg zu betreiben. Eine Fortführung darüber hinaus sehe er nur, wenn Lohr tatsächlich als Pilotstadt für das Tübinger Modell ausgewählt wird. 

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