Lohr

Lohrer Stadtwald: Zum Abschied ein positives Ergebnis

Die städtische Forstabteilung hat 2019 im Lohrer Stadtwald ein Betriebsergebnis von fast 300 000 Euro erzielt. Ihr Leiter Bernhard Rückert gab im Stadtrat seinen 30. und letzten Jahresabschlussbericht ab. 
Foto: Thomas Josef Möhler | Die städtische Forstabteilung hat 2019 im Lohrer Stadtwald ein Betriebsergebnis von fast 300 000 Euro erzielt. Ihr Leiter Bernhard Rückert gab im Stadtrat seinen 30. und letzten Jahresabschlussbericht ab. 

Seinen 30. und letzten Jahresabschluss für den Stadtwald hat Bernhard Rückert dem Stadtrat vorgelegt. Der Leiter der städtischen Forstverwaltung steht kurz vor dem Ruhestand. Im Jahr 2019 erzielte er trotz Trockenheit und Borkenkäfer ein positives Betriebsergebnis von 291 000 Euro.

Der Abschluss 2020 werde gerade noch aufgestellt, kündigte Rückert dem Gremium an. Das Haushaltsergebnis 2019 war mit 347 000 Euro Überschuss sogar noch höher: 2,245 Millionen Euro Einnahmen standen 1,898 Millionen Euro Ausgaben gegenüber. Das etwas niedrigere Betriebsergebnis von 291 000 Euro erklärte Rückert mit der Bereinigung um Überschneidungen: Ein Teil der Bäume werde in einem Jahr gefällt, aber in einem anderen verkauft. 85 Prozent der Einnahmen, fast zwei Millionen Euro, machte der Holzverkauf aus.

Mehr Stammholz

Nach 30 Jahren Arbeit fielen im Stadtwald Hölzer an, "die am Markt mehr wert sind". Ziel müsse es bleiben, mehr Stammholz und weniger billigeres Industrieholz zu produzieren. Der Ertrag hänge von der Stärke der Stämme, der Qualität und der Baumart ab. Die Preise für Buche und Eiche seien relativ stabil, bei der Fichte gebe es ein Auf und Ab.

Auf Platz zwei bei den Einnahmen stand 2019 laut Rückert die staatliche Förderung für Waldbau und Naturschutz mit über 140 000 Euro, gefolgt von Dienstleistungen für andere Betriebe mit 107 000 Euro. Bei den Ausgaben lagen die Kosten für Unternehmerleistungen (692 000 Euro) vor den Löhnen für die Waldarbeiter (586 000 Euro) und den Gehältern (476 000 Euro). Diese Zahlen spiegelten "einen durchschnittlichen Forstbetrieb wider", so Rückert.

Der Holzeinschlag lag 2019 bei 35 000 Festmetern und damit rund 20 Prozent über dem Hiebsatz von 29 000 Festmetern. Grund dafür war der Anfall von circa 16 000 Festmetern Schadholz vor allem durch den Borkenkäfer. Die alte Forsteinrichtung, ein 20-Jahres-Plan für den Stadtwald, wird 2022 durch eine neue ersetzt.

Noch Verbesserungsbedarf

In der bisherigen Laufzeit der alten wurden über 601 000 Festmeter Holz aus dem Stadtwald geholt, im Durchschnitt knapp 32 000 Festmeter pro Jahr. Das ist eine Überschreitung des Hiebsatzes um zwölf Prozent, was Rückert angesichts des Holzzuwachses als "vertretbar" bezeichnete. Der Schadholzanteil habe in diesem Zeitraum bei rund 20 Prozent gelegen, deutschlandweit seien es über 30 Prozent. Die neue Forsteinrichtung müsse zeigen, wie es mit dem Holzzuwachs im Stadtwald aussehe.

Den Wildverbiss in den Revieren bezeichnete der scheidende Leiter der städtischen Forstverwaltung als "insgesamt schon besser, aber noch lange nicht da, wo wir hin wollen". Der Stadtwald sei bei den Themen Wild und Jagd auf dem richtigen Weg, aber es gebe noch Verbesserungsbedarf.

Peter Sander (FDP) erfuhr von Rückert, dass der städtische Forst den Versuch, Biomasse in Form von Hackschnitzeln zu nutzen, eingestellt habe, weil mehrfache Berechnungen ergeben hätten, dass das "absolut nicht rentabel" sei. Ferner fehlten die aus dem Wald geholten Hackschnitzel etwa für den Biomassezuwachs durch Vermodern.

Gebührend verabschieden

Wolfgang Weis (Grüne) bescheinigte Rückert, den Stadtwald "kontinuierlich in die richtige Richtung bewirtschaftet" zu haben. Trotz des Klimawandels sei er beim Stadtwald "halbwegs beruhigt", weil er gute Strukturen aufweise. FW-Fraktionsvorsitzende Brigitte Riedmann lobte, es sei Rückert immer darum gegangen, Schaden vom Stadtwald fernzuhalten.

Bürgermeister Mario Paul kündigte an, der dann pensionierte Rückert werde zur nächsten Waldfahrt des Stadtrates am 17. Juni eingeladen. Dann könne man ihn "hoffentlich gebührend verabschieden". Rückert habe bei der Waldbewirtschaftung "Standards gesetzt" und es geschafft, eine naturnahe Waldbewirtschaftung mit positiven Ergebnissen zu verbinden.

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