Frammersbach

Luftreiniger: Was bringen sie den Schulen in Main-Spessart?

Wer die Geräte verwendet, ist davon überzeugt. Aber längst nicht alle Schulen sind damit ausgestattet.
Was aussieht wie ein Kühlschrank im Klassenzimmer, ist ein Gerät zur Luftreinigung. (Beispielbild)
Foto: Miele | Was aussieht wie ein Kühlschrank im Klassenzimmer, ist ein Gerät zur Luftreinigung. (Beispielbild)

Acht Bauhofmitarbeiter brachten die Geräte an die Grund- und Mittelschule Frammersbach. "Die Luftreiniger sind 2,35 Meter hoch und 250 Kilo schwer", erzählt Rektor Christoph Rüttiger. "Als wir sie eingeschaltet haben, ist so ein Lärm entstanden, dass ich dachte, die können sie gleich wieder mitnehmen." Es stellte sich aber heraus, dass er versehentlich den Knopf "Turbo Boost" gedrückt hatte. Mittlerweile funktionieren die Geräte "geräuschlos" im Automatikbetrieb. Rüttiger ist sehr zufrieden.

"Wir haben zehn Geräte in Klassenzimmern aufgestellt, in denen querlüften nicht möglich ist", erklärt der Schulleiter. In anderen Räumen gebe es Fenster an beiden Längsseiten, die ein gründliches Lüften ermöglichen. In Frammersbach werden die Luftreiniger um 7.30 Uhr in den Automatikmodus eingeschaltet. "Das Gerät misst die Luftqualität und schaltet sich selbstständig ein", erklärt Rüttiger. "Außerdem ist ein Bewegungsmelder installiert." Wenn die Luft durch Bewegung aufgewirbelt wird, werde sie ebenfalls vom Gerät gereinigt. Möglich sei auch, dass Lehrer oder Lehrerinnen den Boostmodus bei Bedarf selbstständig einschalten. "Im Moment sind wegen des Wechselunterrichts noch nicht viele Schüler da. Das war noch nicht nötig", sagt Rüttiger. Am Nachmittag schaltet das Reinigungspersonal die Luftreiniger in den Klassenzimmern ab.

In der Frammersbacher Grund- und Mittelschule stehen gewaltige Geräte, die nahezu geräuschlos arbeiten. Im Bild (von links): Bürgermeister Christian Holzemer, Schulleiter Christoph Rüttiger, Schülersprecherin Laura Pfauser und Konrektor Karl Pfeiffer. 
Foto: Eva Löberl | In der Frammersbacher Grund- und Mittelschule stehen gewaltige Geräte, die nahezu geräuschlos arbeiten. Im Bild (von links): Bürgermeister Christian Holzemer, Schulleiter Christoph Rüttiger, Schülersprecherin Laura ...

41 Geräte für Realschulen, Gymnasien und Berufsschul-Standorte

Grund- und Mittelschulen werden finanziell von den Kommunen getragen. Über die Anschaffung von Luftreinigern mussten Gemeinde- und Stadträte entscheiden. Für Realschulen, Gymnasien und Berufsschulen ist der Landkreis zuständig. "Der Landkreis hat 41 Luftreinigungsgeräte für die Schulen beschafft", heißt es aus der Pressestelle. Gegangen sind sie an die Realschulen in Lohr, Marktheidenfeld und Arnstein, die Gymnasien in Karlstadt und Gemünden sowie die Berufsschulstandorte in Karlstadt und Lohr. Die Geräte sind aufgestellt in Räumen mit beschränkten Möglichkeiten zum Lüften. 

Die Georg-Ludwig-Rexroth-Realschule Lohr hat drei Geräte erhalten – offenbar ein anderes Fabrikat als an der Frammersbacher Schule. "Auf höchster Stufe sind die Luftreiniger im Unterricht störend", sagt Rektor Alexander Lutz. "Wir haben nun eine Einstellung zwischen 50 und 70 Prozent gefunden, mit der alle gut zurechtkommen." Derzeit wird die Realschule nur von den Schülerinnen und Schülern der zehnten Jahrgangsstufe besucht. 

Eine der drei Abschlussklassen wird zurzeit in der großen Schulaula unterrichtet. "Wir haben uns deshalb weitere drei Geräte von der benachbarten Berufsschule ausgeliehen." Dort gibt's derzeit keinen Präsenzunterricht. Die drei Leihgeräte reinigen die Aula-Luft. "Im Moment funktioniert das reibungslos." Falls es in der Berufsschule wieder Präsenzunterricht gibt, gehen die Geräte wieder zurück. Aber angesichts der zurzeit steigenden Inzidenzzahlen in Main-Spessart, kann das noch ein Weilchen dauern. 

Kein Faktor bei der Frage der Quarantäne

Im Friedrich-List-Gymnasium Gemünden können alle Klassenzimmer ausreichend gelüftet werden, die Schule hat deshalb nur ein Luftreinigungsgerät erhalten. "Das Gerät ist für einen Computer-Arbeitsraum vorgesehen, der zurzeit nicht genutzt wird", erklärt Schulleiter Ingo Schneider. Wie in Gemünden sind auch am Karlstadter Johann-Schöner-Gymnasium derzeit nur die Schüler der Abschlussklasse Q12 im Präsenzunterricht. "Dort werden die Luftreiniger intensiv eingesetzt", sagt der stellvertretende Rektor Christian Raith.  

"Die Geräte laufen problemlos und fallen ansonsten nicht weiter auf", so Raith. Soll heißen: Die gereinigte Luft fühle sich prinzipiell nicht anders oder frischer an als die Luft in einem Raum ohne Luftreinigungsgerät. "Aber zusammen mit den Kohlendioxid-Messgeräten, die wir gerade installieren, hat das durchaus eine psychologische Wirkung." 

Bei der Frage, welche Schüler im Falle einer CoVid-Erkrankung eines Mitschülers in Quarantäne müssen, spielen die Luftreinigungsgeräte allerdings keine Rolle. Wenn Abstandsregeln eingehalten werden und regelmäßig gelüftet wird, gelten Mitschüler als Kontaktperson der Kategorie 2 – vorausgesetzt die Schulleitung bestätigt diese Voraussetzungen. "Wenn eine Einordnung nicht eindeutig möglich ist, werden die Mitschüler der Kategorie 1  zugeordnet und 14 Tage Quarantäne angeordnet", heißt es aus der Pressestelle des Landratsamts.

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