Karlstadt

Main-Spessart: Mehr Geld für heilpädagogische Tagesstätten

Rund 6,3 Millionen Euro schießt der Landkreis für den Bereich Jugendamt zu. Außerdem ging im Ausschuss um einen Nachfolger für den früheren Jugendpfleger Bernhard Metz.

Ingesamt rund 6,3 Millionen Euro muss der Landkreis voraussichtlich 2021 aus eigenen Haushaltsmitteln für den Bereich des Jugendamts zuschießen. Das sind über zehn Prozent beziehungsweise rund 590 000 Euro mehr als im Vorjahr.

Wie Jugendamtsleiter Thomas Götz im Jugendhilfeausschuss erklärte, sorgen insbesondere zwei neue Gruppen bei heilpädagogischen Tagesstätten und die auf 28 Fälle angestiegene vollstationäre Eingliederungshilfe für erhebliche Mehrausgaben.

Insgesamt stehen im Ergebnishaushalt des Jugendamtes Erträge von 2,7 Millionen Euro Aufwendungen von neun Millionen Euro gegenüber. Die Verwaltung des Jugendamtes ist darin nicht enthalten. Generell sind die Ausgaben für die Jugendhilfe nicht genau planbar, weil vieles von der Entwicklung der Fallzahlen abhängt.

Mehr Kinder zwischen drei und sechs Jahren benötigen Hilfe

Sechs Bereiche mit Mehrbedarf trugt der Jugendamtsleiter vor. So gibt es bei den "frühen Hilfen" und "zusätzlichen Hilfen" für drei bis sechsjährige inzwischen 14 statt vier Fällen. Darunter sind auch videogestützte Elternberatung und Haushaltskompetenztraining zu verstehen.

Finanziell deutlich zu Buche schlagen die zehn zusätzlichen in speziellen Heimen untergebrachten Kinder (von insgesamt 28) mit psychischen Behinderungen (vollstationäre Eingliederungshilfe), die Mehrausgaben liegen bei 40 000 Euro. In den Familienstützpunkten Lohr und Gemünden wird ein Elterntalk eingeführt; in Arnstein soll eventuell noch in diesem Jahr ein weiterer Stützpunkt eröffnen.

Kreis spart rund 120 000 Euro bei Kindergartengebühren 

In der Heilpädagogischen Tagesstätte in Gemünden wird eine zweite Gruppe eingerichtet und in Neustadt eine Gruppe eröffnet. Wenn beide wie eingeplant voll belegt sind, kostet das 350 000 Euro. Recht bescheiden wirken da im Vergleich 8000 Euro für den Zeltplatz Windheim um eine gebrauchte gewerbliche Geschirrspülmaschine sowie einen Rasentraktor zu kaufen, um bei der Ausstattung mit dem zweiten Zeltplatz bei Erlasee gleichzuziehen.

Auch für die Schwangerenberatungsstellen der Wohlfahrtsverbände (Förderanteile) wird der Kreis etwas mehr ausgeben. Einsparungen wurden nur bei den Kindergartengebühren genannt, hier übernimmt der Staat, was dem Kreis rund 120 000 Euro einspart.

Zuschüsse für Vereine und Jugendzentren

Dünn gesät sind im Haushalt des Amtes für Jugend und Familie die freiwilligen Leistungen. Das sind neben der Förderung der Jugendzentren im Landkreis vor allem Zuschüsse für Vereine. Für den Verein "Wildwasser Würzburg", der Opfer von sexueller Gewalt berät, erhöhte der Jugendhilfeausschuss den Zuschuss erst im November von 6900 auf 12 500 Euro im Jahr. Die Verwaltung plante 10 000 Euro gemäß ihrem Vorschlag im Haushalt ein.

Den Zuschuss für das Projekt "Gute Zeiten – schlechte Zeiten" für psychisch kranke Eltern und ihre Kinder des evangelischen Beratungszentrums Würzburg erhöhte der Ausschuss von 1600 auf 2500 Euro. Weitere Zuschüsse leistet der Landkreis für die Ehe-, Familien- und Lebensberatung der Diözese Würzburg sowie das Schulverweigererprojekt ROVEN der Don-Bosco-Berufsschule Würzburg.

Bisher keine geeigneten Bewerbungen für Stelle des Jugendpflegers

Kreisrätin Mathilde Lembach  fragte, ob schon ein Nachfolger für den früheren Jugendpfleger Bernhard Metz gefunden wurde. Laut Thomas Götz bewarben sich auf die ausgeschriebene Stelle keine geeigneten Personen.

Nach der Jugendsozialarbeit an Schulen in Zeiten coronabedingter Schließungen fragte Holger Seidel. Sie laufe über freie Trage, finde aber weiter statt, erklärte Thomas Götz. Das konnte Jennifer Ashly vom paritätischen Wohlfahrtsverband bestätigen, die Jugendsozialarbeiter hielten über E-Mail und Telefon Kontakt. Auch Karin Auth als Vertreterin der Schulen erklärte, dass die Jugendsozialarbeit im möglichen Rahmen erfolgt.

Pflegepauschalen für Kinder erhöht 

Für den Teilhaushalt des Jugendamtes beschloss der Jugendhilfeausschuss eine einstimmige Beschlussempfehlung an den Kreistag.

Für Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien inklusive Tagespflege erhöhte der Ausschuss die rückwirkend die Pflegepauschalen wie es die neue Empfehlung des Bayerischen Landkreistages vorsieht. Grund ist der höhere Unterhaltsbedarf, der Erziehungsbeitrag von 350 Euro bleibt jeweils gleich. Für die Tagespflege werden nun 715 statt 660 Euro bei Kindern bis drei Jahren und ansonsten 600 statt bisher 570 Euro im Monat bezahlt.

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