Obersinn

Obersinner Malerin Andrea Schelbert: Landschaften, Häuser, Strukturen

Die Obersinnerin hat vor zehn Jahren mit dem Malen angefangen. Statt geometrischer Formen malt sie heute aber vorwiegend Landschaften und Häuser.
Die Malerin und ihre Bilder: Andrea Schelbert in ihrem Ausstellungsraum in Obersinn.
Foto: Wolfgang Dehm | Die Malerin und ihre Bilder: Andrea Schelbert in ihrem Ausstellungsraum in Obersinn.

Für Kunst interessiert sie sich schon lange, Ausstellungen mit Bildern und Skulpturen ziehen sie an. Doch irgendwann will sie selbst kreativ sein: Rund zehn Jahre ist es jetzt her, dass Andrea Schelbert (60) mit dem Malen begann.

Während es in der Anfangszeit geometrische Formen waren, die Schelberts Bilder prägten, widmet sich die Obersinner Malerin heute vorwiegend Strukturen und Landschaften. Waren ihre frühen Bilder relativ farbintensiv, arbeitet sie heute meist mit gedeckten Farben; ihre Formsprache ist wohltuend reduziert.

Bei Schelberts Landschaften handelt es sich nicht um gegenständliche Malerei. Zwar ist da schon einmal eine Hügelkette zu erkennen, die aus dem Wasser oder dem Nebel auftaucht, oftmals abstrahiert die Malerin aber auch so stark, dass die Elemente zurücktreten und Strukturen die Oberhand gewinnen.

Schelbert malt mit Acrylfarben auf Leinwand, verwendet für ihre Bilder teilweise aber auch Pigmente, Sumpfkalk, Steinmehl, Sand und Bitumen.

Künstlerin schätzt den Dialog

Wenn sie ein neues Bild beginne, habe sie "ein grobes Thema im Kopf", der Rest ergebe sich dann beim Malen, sagt Schelbert und nennt als Beispiel ihre "Rauhnächte". Dabei handelt es sich um einen Zyklus aus drei großformatigen Bildern, die zunächst an dunkle Tafeln erinnern. Bei genauerer Betrachtung sind jedoch gespinstartige Strukturen zu erkennen, die ein ganz eigenes Universum erahnen lassen.

Schelbert interessiert sich dafür, was der Betrachter oder die Betrachterin in ihren Bildern sieht. Dass dies nicht unbedingt identisch sein muss mit ihrer Sichtweise, ist ihr klar. Aber darum geht es auch nicht. Wichtig ist die Auseinandersetzung mit den Bildern, der dadurch entstehende Dialog.

Auch wenn Andrea Schelbert eher der Mensch ist, der gerne konzentriert alleine malt, hat sie dennoch schon an Malkursen teilgenommen. Erstmals 2016, heuer dann bereits zum dritten Mal war sie zusammen mit einer Freundin bei der Malerin Conny Niehoff in Colbitz bei Magdeburg. Dort habe sie viel gelernt, sagt Schelbert und dort habe sie auch mit ihren Häuserbildern angefangen.

Dabei handelt es sich um Bilder, auf denen formatfüllend Häuser zu sehen sind: Häuser, dicht an dicht, teilweise ineinander verschachtelt, oft schief, wie vom Wind zur Seite gedrückt.

Kunstausstellung fiel dem Coronavirus zum Opfer

Weiß- und helle Grautöne dominieren in diesen Bildern, allerdings sind in tieferen, darunterliegenden Schichten auch andere Farben vorhanden. Meist sind sie nur zu erahnen, an einigen Stellen aber schaffen sie den Durchbruch an die Oberfläche. Die Tiefe, die dadurch entsteht, zieht den Betrachter unwillkürlich ins Bild hinein.

Eines ihrer Häuserbilder, ein großformatiges vierteiliges, hing bis vor kurzem als Leihgabe in dem im Sommer 2019 eröffneten Leo-Weismantel-Haus; dort wird an den in Obersinn geborenen Schriftsteller, Reformpädagogen und Staatsbürger Leo Weismantel (1888 bis 1964) erinnert, "der immer konsequent und fordernd seine oft unbequeme Meinung vertrat", wie es auf der Internetseite der Gemeinde heißt.

Einer größeren Öffentlichkeit hat Schelbert ihre Bilder bislang erst zweimal gezeigt: in Gemeinschaftsausstellungen in der Obersinner Mehrzweckhalle, veranstaltet vom Verein zur Förderung junger Musiker und Kultur. Mit dabei war übrigens auch schon ihr Mann Alexander Schelbert, allerdings nicht mit Malerei sondern mit Fotografie.

Auch heuer hätte am Tag der deutschen Einheit wieder eine Kunstausstellung in der Mehrzweckhalle stattfinden sollen, allerdings fiel sie dem Coronavirus zum Opfer.

Zu finden ist Andrea Schelbert in der ehemaligen Bäckerei an der Hauptstraße 44. In der früheren Backstube hat sie ihr Atelier eingerichtet, im einstigen Ladengeschäft einen Ausstellungsraum.

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