Marktheidenfeld

Marktheidenfeld gegen neues Wohn- und Gewerbegebiet in Esselbach

Der Bauausschuss befürchtet mehr Durchfahrtsverkehr in Michelrieth. Als Träger öffentlicher Belange erhebt Marktheidenfeld Einwand.
Am Welzengraben soll ein neues Mischgebiet entstehen. 
Foto: Roland Pleier | Am Welzengraben soll ein neues Mischgebiet entstehen. 

Esselbach will den Bebauungsplan "Welzengraben" ändern. Die Nachbargemeinde Marktheidenfelds beabsichtigt, ein über acht Hektar großes Gebiet zu einem Dorf-, Misch- und Gewerbegebiet umzuwandeln. Man habe keine Gewerbegebiete mehr, es bestehe jedoch aufgrund der Nähe zur A3 dementsprechende Anfragen. So rechtfertigt die Gemeinde den Schritt. Zudem soll der Ortskern entlastet und die "dörflich landwirtschaftlich geprägte Bebauung besser in den Ortsrand integriert" werden. 

Als Nachbargemeinde und Träger öffentlicher Belange hat die Stadt Marktheidenfeld das Recht, sich dazu zu äußern. Einstimmig erhob der Bauauschuss gegen die Pläne Esselbachs Einspruch.

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Das geplante Baugebiet soll über die Michelriether Straße und die MSP 31 an die B8 angeschlossen werden, die wiederum an die A3 angeschlossen ist. Daher befürchtet die Stadtverwaltung "erhöhtes Verkehrsaufkommen" in der Ortsdurchfahrt des Stadtteils Michelrieth. Bereits bei der Ausweisung des Esselbacher Industriegebiets "Bärnroth" habe die Stadt darauf hingewiesen. Zudem habe Esselbach kein Gutachten beigelegt, dass die schalltechnische Verträglichkeit für Michelrieth untersucht. 

Für Helmut Adam (CSU) waren das zwei ganz klare Gründe gegen die Änderung des Bebauungsplanes. Bernhard Kempf (Freie Wähler) kritisierte, dass viele LKW und PKW auf dem Weg durch Michelrieth schon jetzt nicht auf die Geschwindigkeit achten würden. Mehr davon brauche es nicht. Einstimmig stimmte der Ausschuss gegen die Planänderungen Esselbachs. 

Zwei Bauanträge abgelehnt

Auch zwei Bauanträge lehnte der Bauausschuss ab, beide einstimmig. Zum einen war da die Erweiterung eines Gebrauchtwagenplatzes in der Würzburger Straße 24. 83 Stellplätze mehr sollen dort entstehen, ein paar Grüninseln und Grünstreifen auch. Die Stellplätze sollen asphaltiert werden, damit kein Öl in den Boden sickert – eine Abweichung von der Stellplatzsatzung. Es geschehe damit eine "großflächige Totalversiegelung", so Martin Harth von der SPD. Der Gebrauchtwarenhändler solle mal in Richtung Parkdeck denken. Joachim Hörnig (FW) stimmte zu. Von der geforderten Baumbepflanzung – einer pro fünf Stellplätze – sehe er auch nichts. Zudem sei die Entwässerung nicht geklärt (kein Wortspiel).

Gleich in drei Punkten – Wandhöhe, Dachneigung sowie Dacheindeckung – verstoßen die Pläne für ein Einfamilienhaus gegen den Bebauungsplan in Glasofen. Ausschlaggebender Grund für die Ablehnung war, dass die festgelegte Wandhöhe mit fast drei Meter bergseitig und zwei Meter talseitig mehr als nur ein wenig überschritten wurde. "Das scheint mir zu übertrieben", so Helmut Adam. 

Bekanntmachung genehmigter Vorhaben

  • Ausbau des Dachgeschosses in der Mittelstraße
  • Neubau einer Logistikhalle mit Bürotrakt und Kühlhaus im Gewerbepark Söllershöhe
  • Einbau von zwei Wohnungen im Untergeschoss im Mehrfamilienhaus in der Eichholzstraße
  • Abbruch eines Wohnhauses bis auf den Keller und Neubau zweier Einfamilienhäuser mit Carport und Terrasse in der Eichholzstraße
  • Sanierungsrechtliche Genehmigung von Werbeschildern und Folienbeklebung in der Luitpoldstraße
  • Bau eines selbstständig stehenden Gartenhauses in der Holzwiese 29 in Altfeld
  • Neubau einer Bäckerei mit Café am Eingang des Gewerbeparks Söllershöhe
  • Neubau eines Fachmarktes am Eingang des Gewerbeparks Söllershöhe
  • Neubau eines Norma-Marktes inklusive Werbeanlagen am Eingang des Gewerbeparks Söllershöhe
  • Umbau einer Scheune in eine Wohnung in der Neuwiesenstraße in Marienbrunn
  • Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage am Schlupf
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