Marktheidenfeld

"Mehr ist nicht zumutbar": Weiterer Solarpark in Zimmern?

Der Stadtrat sprach in seiner Sitzung über Umweltschutz. Der läuft nicht immer so, wie man das gerne hätte. Zum Beispiel bei Freiflächen oder beim Stadtbus während Corona.
Wolken stehen am blauen Himmel über einem neuen Solarpark in diesem Symbolbild. In Zimmern wird es jedoch keinen weiteren mehr geben.
Foto: Hendrik Schmidt | Wolken stehen am blauen Himmel über einem neuen Solarpark in diesem Symbolbild. In Zimmern wird es jedoch keinen weiteren mehr geben.

Kann es zu viel Umweltschutz geben? Ja, wenn er zu stark auf Kosten der Naherholung geht. Deshalb hat der Marktheidenfelder Stadtrat bei seiner Sitzung am Donnerstag einen weiteren Solarpark für Zimmern abgelehnt. In direkter Nachbarschaft der schon vor knapp zehn Jahren mit Solarzellen bebauten Fläche hatte die GP Joule Projects Gmbh aus Reußenköge (Schleswig Holstein) die Schaffung von Baurecht beantragt. 

Eigentlich war die Fläche im Jahr 2009 bereits als Solarpark ausgewiesen. Das Unternehmen hatte die Flächen jedoch nicht fristgerecht verbaut. Vergangenes Jahr beschloss der Stadtrat dann, dass die noch unbebauten Grundstücke wieder landwirtschaftlich genutzt werden sollten. Heinz Richter (proMAR): "Mehr Solarpark ist für Zimmern nicht zumutbar." 

Grüne wollen Freiflächen gestalten

Naherholung zu haben, heißt jedoch auch, nicht nur freie Flächen zu haben, sondern diese auch anschaulich zu gestalten. Auf Antrag der Grünen beschloss der Stadtrat deshalb, eine Freiflächengestaltungssatzung zu erarbeiten. Bedeutet konkret? Es soll bei allen zukünftigen Plänen im und für das Stadtgebiet eine konsequente Durchgrünung geben. "Ziel der Stadt muss es sein, den Erhalt der Artenvielfalt und der damit verbundenen Ökodienstleistung weiter voranzutreiben und auszubauen", so Ruth Haag. Zudem werde dadurch das Mikroklima verbessert. 

Martin Harth (SPD) erhofft sich durch den Schritt auch ein Ende der Schottergärten. Man müsse die Einhaltung jedoch kontrollieren. Ansonsten ändere sich nichts. Joachim Hörnig (Freie Wähler) und Heinz Richter warfen ein, dass für die Durchsetzung das Landratsamt zuständig wäre. Könne das das Beschlossene nicht durchsetzen, bringe die beste Satzung nichts. 

Corona setzt Stadtbuseinnahmen zu

Kaum genutzt wird bisher die stark verbilligte Monatskarte für zehn Euro (anstatt 33 Euro). Im August wurden 75, im September immerhin 141 verkauft. Der Grund ist natürlich: Corona. Schließlich setzte die Stadt von Mitte März bis Ende Mai den Fahrkartenkauf total aus. Dementsprechend fielen die Einnahmen. 

  • Januar: 3045 Euro
  • Februar: 2384 Euro
  • März: 1468 Euro
  • April: 0 Euro
  • Mai: 433 Euro
  • Juni: 1784 Euro

Zwei kleinere Probleme gibt es noch neben Corona. Entlang der Ullrich-Willer-Straße sind Parkbuchten, in einer davon befindet sich die Haltestelle am Seniorenzentrum. Der Gehweg müsste bis an den Straßenrand vorgezogen und mit einem barrierefreien Bordstein versehen werden. Auch bei der Bushaltestelle an der Mittelschule gibt es Probleme. Der Wendeplatz zwischen den untersten Parkreihen ist während des Unterrichts für Autos zum Parken eigentlich gesperrt. Doch es kommt immer wieder zu Behinderungen, weil es doch nicht so eindeutig ist. Hier müsste man bauliche Veränderungen vornehmen, so Christian Brand, der zuständige Beamte. Insgesamt habe sich der Stadtbusbetrieb jedoch bewährt und sei nicht mehr wegzudenken.

Stadt unterstützt Werbegemeinschaft und Sportvereine

Ebenfalls hart durch Corona getroffen wurde die Werbegemeinschaft. Die fehlenden Einnahmen aus dem Frühjahr hätten ein großes Loch in der Kasse hinterlassen. 6000 Euro seien es, schrieb Géraldine Barrois in ihrem Antrag. Da man aber weitere Aktionen wie die Green Days oder eine Adventsaktion finanzieren wolle, um die Stadt weiterhin als Einkaufsstadt präsentieren zu können, fragte die Werbegemeinschaft, ob die Stadt mit dem fehlenden Betrag unterstütze. Das tat sie. 

Ebenfalls unterstützt die Stadt den außerschulischen Sport mit 31 Cent pro Vereinsmitglied. Etwas über 25 000 Euro fließen an die Marktheidenfelder Sportvereine. Der Marktheidenfelder Turnverein, der mit Abstand größte Sportverein der Stadt, erhält deshalb mit etwa 16 400 Euro den Hauptanteil.

Was sonst noch entschieden wurde

  • Die Stadt wird keine zusätzlichen elf Mikrofone (plus Installationskosten) für den Sitzungssaal anschaffen. Dies hätte knapp 20 000 Euro gekostet. Obwohl es corona- und lautstärketechnisch sinnvoll wäre, müsse man sparen. Der Stadtrat stimmte deshalb mehrheitlich dagegen.
  • Das Heimstättenwerk beantragte den Bau von dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern und voll ausgebauten Dachgeschoss mit Pult- oder Satteldach. Weil dies jedoch zu hoch sei, soll abweichend vom Antrag zu den drei Vollgeschossen nur ein Staffelgeschoss gebaut werden. 
  • Der Stadtrat vergab die Elektroinstallations-, Brandschutz- und Wartungsarbeiten an der Kita Edith-Stein-Straße an die Udo Lermann Technik für 59 300 Euro. 
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