Roden

Mehr Schulden, weniger Rücklagen

Die Sanierung der Ansbacher Dorfstraße steht kurz vor ihrem Abschluss. Mit mehr als einer halben Million Euro belastet das Projekt den diesjährigen Gemeindehaushalt.
Foto: Wolfgang Dehm | Die Sanierung der Ansbacher Dorfstraße steht kurz vor ihrem Abschluss. Mit mehr als einer halben Million Euro belastet das Projekt den diesjährigen Gemeindehaushalt.

Mit 8:1 Stimmen verabschiedete der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag im Dorfgemeinschaftshaus Ansbach den Haushaltsplan 2021 sowie die weitere Finanzplanung bis 2024. Gegen das Planwerk stimmte Stefan Fröhlich.

Laut Simon Pfeufer, dem Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld, hat der diesjährige Etat ein Gesamtvolumen von 3,04 Millionen Euro. Davon entfallen 2,07 Millionen auf den Verwaltungshaushalt, der die gewöhnliche Geschäftstätigkeit der Gemeinde abbildet, und rund 970 000 Euro auf den Vermögenshaushalt, der die Investitionen spiegelt.

Der Vermögenshaushalt wird der Planung zufolge vor allem über einen Kredit (480 000 Euro), einen Griff in die Rücklage (141 000 Euro) sowie über den voraussichtlichen Überschuss im Verwaltungshaushalt (160 000 Euro) finanziert.

Sanierung der Dorfstraße ist größte Ausgabe

Auf der Ausgabenseite dominiert im Vermögenshaushalt der Abschluss der Sanierung der Ansbacher Dorfstraße mit 522 000 Euro. Für die Verbesserung der Abwasseranlage sind 75 000 Euro vorgesehen, für den Erwerb von Grundstücken 80 000 Euro.

Im Verwaltungshaushalt sind die größten Einnahmeposten die Steuern, Steuerbeteiligungen und Zuweisungen (1,25 Millionen) sowie die Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb (70 0000 Euro).

Bei den Steuereinnahmen steht die Einkommensteuer (626 000 Euro) ganz vorne, zweitgrößter Posten sind die Schlüsselzuweisungen (366 000 Euro). Die Gewerbesteuereinnahmen hat Kämmerer Pfeufer mit 100 000 Euro angesetzt.

Hebesätze der Grundsteuer und Gewerbesteuer zu niedrig

Mit Blick auf die Hebesätze von jeweils 300 Prozent bei den Grundsteuern A und B sowie der Gewerbesteuer machte Pfeufer darauf aufmerksam, dass diese laut Landratsamt eigentlich zu niedrig angesetzt seien. Im kommenden Jahr müsse der Gemeinderat über eine eventuelle Erhöhung nachdenken.

Bei den Ausgaben stehen im Verwaltungshaushalt die Umlagen (804 000 Euro) an vorderster Stelle, gefolgt vom sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwand (493 000 Euro) und den Personalkosten (466 000 Euro).

Aktuell hat die Gemeinde Roden laut Pfeufer Schulden von knapp 250 000 Euro. Durch die geplante Kreditaufnahme werden sie ihm zufolge bis Jahresende auf rund 670 000 Euro steigen, sollen dann aber wieder sinken. Für 2023 rechnet der Kämmerer mit rund 590 000 Euro Schulden, für 2024 mit rund 510 000. "Alles noch im Rahmen", versicherte der den Gemeinderäten.

Rücklagen sollen bis Anfang 2023 wieder steigen

Anfang 2020 hatte die Gemeinde laut Pfeufer noch rund 890 000 Euro an Rücklagen. Durch Entnahmen, vor allem für die Dorfstraßensanierung in Ansbach, sanken sie bis Anfang 2021 auf 170 000 Euro. Nach einer geplanten weiteren Entnahme in diesem Jahr rechnet Pfeufer Anfang 2022 noch mit knapp 30 000 Euro.

Durch eine Überschusszuführung aus dem Verwaltungshaushalt sollen die Rücklagen dann bis Anfang 2023 auf rund 300 000 Euro ansteigen und nach einer weiteren Entnahme Anfang 2024 bei knapp 24 000 Euro liegen.

Eine große Investition ist in den Jahren 2022 und 2023 vorgesehen. Rund eine Million Euro will die Gemeinde in diesen beiden Jahren in die Sanierung des Hochbehälters stecken. Drei Viertel davon, also 750 000 Euro, will sie sich über Verbesserungsbeiträge von den Bürgern zurückholen. Diese müssten über die auf sie zukommenden Forderungen rechtzeitig informiert werden, mahnte Gemeinderat Tobias Winkler.

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