Rieneck

Mehr Verkehr am Rotenberg

Seit der zusätzlichen Zufahrt vom Kreisverkehr zur Stadtmitte von Rieneck hat der Verkehr über den den Rotenberg zugenommen.
Foto: Helmut Hussong | Seit der zusätzlichen Zufahrt vom Kreisverkehr zur Stadtmitte von Rieneck hat der Verkehr über den den Rotenberg zugenommen.

Die Umgehungsstraße von Rieneck führt nun zu Problemen bei der Zufahrt zur Ortsmitte über die Rotenbergstraße. Durch die neue Zu- und Abfahrtsmöglichkeit am Kreisverkehr wird der Rotenberg stärker von Fahrzeugen frequentiert, und es wird dort meist auch deutlich schneller gefahren, als in der "Zone 30" erlaubt. Dies monieren seit einiger Zeit die dortigen Anlieger. Die daraufhin von der Stadt durchgeführten Verkehrsmessungen bestätigen das. Deshalb sieht der Stadtrat hier Handlungsbedarf.

Die Zählungen aus zwei Messreihen vom 11. November bis 4. Dezember 2020 ergaben zum einen im Durchschnitt rund 460 Fahrzeuge und zum anderen rund 370 Fahrzeuge je Tag. "Hauptproblem sind aber die zu hohen Geschwindigkeiten, die bei diesen doch beengten Straßeverhältnissen gefahren werden", erläuterte Bürgermeister Sven Nickel in der jüngsten Stadtratsitzung.

Bei der auf 30 Stundenkilometer beschränkten Straße wurden im Durchschnitt 36 Stundenkilometer gefahren. 85 Prozent der Messungen ergaben eine Durchschnitsgeschwindigkeit von 43 Stundenkilometern. Das schnellste Fahrzeug war mit 71 Stundenkilometern unterwegs. "Das sind Geschwindigkeiten, die nicht akzeptabel sind", stellte Bürgermeister Sven Nickel fest.

Mit den Daten dieser Messungen holte die Stadt eine Stellungnahme der Verkehrswacht ein, und der Bürgermeister diskutierte mit dem Verkehrsberater Johannes Muthig Lösungsmöglichkeiten vor Ort. "Manche der vorgeschlagenen Maßnahmen wären jedoch erst im Rahmen einer ganzheitlichen städtebaulichen Verkehrsplanung im Rahmen von ISEK zu verwirklichen", sagte der Bürgermeister und nannte als Schlagworte Fahrbahnmarkierungen, Verschwenkungsinseln, Aufpflasterungen, Einbahnstraßenregelungen und den verkehrsberuhigten Bereich.

Schlechtestes Mittel

Für einen verkehrsberuhigten Bereich wäre der Rotenberg relativ aufwändig neu zu gestalten. Eine Einbahnstraße am Rotenberg wäre aus Sicht der Polizei generell das schlechteste Mittel, um die Geschwindigkeit zu reduzieren. Weil kein Gegenverkehr zu erwarten ist, werde da noch schneller gefahren, sagte Nickel. Aufpflasterungen wie auch Verschwenkungsinseln dürfen nur auf ebener Fahrbahn aufgebracht werden.

Im Gremium diskutierte man die verschieden Möglichkeiten und einigte sich schließlich mehrheitlich auf folgende kurzfristige Maßnahmen: Nach der Abfahrt vom Kreisverkehr und in der Stadtmitte an der Kreuzung Hauptstraße/Rotenberg sollen große Tempo 30 Markierungen auf den Straßenbelag aufgebracht werden. An den Straßeneinmündungen im Bereich Rotenberg will man ferner mit aufgemalten, sogenannten "Haifischzähnen", die gültige Rechts-vor-Links-Regelung verdeutlichen und zur bedachten Fahrweise animieren.

Auf der Sinnbrücke werden die vorhandenen mobilen Verschwenkungsinseln aufgestellt. "Aber möglichst so eng, dass der Autofahrer auch seine Geschwindigkeit reduzieren muss", forderten einige Stadträte. Bei der vorherigen Nutzung in der Bahnhofstraße haben die Fahrzeuge einfach mittig ungebremst "kerzengerade" durchfahren können, hieß es. Zudem soll der Rotenberg künftig für den Schwerlastverkehr (ausgenommen Busse) gesperrt werden. Alle diese Regeln will man später in ein "Gesamtwerkehrskonzept" überführen.

Haushaltsvorberatungen

Der Vermögenshaushalt der Stadt könnte für dieses Jahr rund 2,5 Millionen Euro umfassen. Das ergaben erste im Gesamtgremium durchgeführte Haushaltsvorberatungen. Investitionsschwerpunkte (meist mit entsprechender Förderung) bilden dabei die Beschaffung des bereits länger diskutieren Feuerwehrmehrzweckfahrzeuges für 100 000 Euro bei eine Förderung von 16 300 Euro.

Für die Grundschule ist im Rahmen des Digitalpaktes mit 32 000 Euro gefördert, die Anschaffung von vier "Active Boards" für 60 000 Euro geplant. Zudem steht der Beginn des barrierefreien Umbaues mit Sanierung der Schule (heuer 500 000 Euro) an. Die Förderung des Projektes ist mit 424 000 Euro angesetzt.

Kleinere Projekte bilden der Bau einer Kneipp-Anlage für 30 000 Euro (Förderung 18 000 Euro), die Sanierung des Parksees mit 10 000 Euro, Intergriertes nachhaltiges Städtebauliches Entwicklungskonzept (INSEK) 70 000 Euro (Zuschuss 56 000 Euro), überdachte Fahrradabstellmöglichkeit am Bahnhof mit 15 000 Euro (Förderung 70 Prozent), sowie der Ausbau des lang erwarteten Fußweges von der Frühlingsstraße zum Walter-Bloem-Ring für 80 000 Euro.

Mit 30 Prozent Zuschuss rechnet die Stadt auch beim Umbau der Straßenleuchten auf LED für 78 000 Euro. Auch die geplante Fortführung der Fremdwassersanierung, diesmal im Umgriff des Brunnenweges (115 000 Euro), soll staatlich gefördert werden. Zudem stehen der Bau der Trinkwasserringleitung (270 000 Euro) Richtung Dürnhoffeld und Schellhof sowie die Erschießung und der weitere Ausbau des Gewerbegebietes Dürrhoffeld (520 000 Euro) an. Die Fassadensanierung des alten Rathauses ist mit 50 000 Euro veranschlagt.

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