Neuhütten

Meinungswechsel im Gemeinderat zum Solarpark in Neuhütten

Umdenken im Gemeinderat: Die Herausnahme einer fünf Hektar großen Fläche aus dem Naturpark Spessart am Bischborner Hof soll den Weg für eine Freifeld-Photovoltaikanlage ebnen.
Foto: Jochen Kümmel | Umdenken im Gemeinderat: Die Herausnahme einer fünf Hektar großen Fläche aus dem Naturpark Spessart am Bischborner Hof soll den Weg für eine Freifeld-Photovoltaikanlage ebnen.

Überzeugende Argumente haben wohl beim Neuhüttener Gemeinderat zu einem erneuten Meinungswechsel geführt. Mehrheitlich stimmte das Gremium am Montagabend im Pfarrheim dafür, die Herausnahme einer größeren Fläche aus dem Naturpark Spessart am Bischborner Hof zu beantragen.

Damit nahm die geplante fünf Megawatt große Photovoltaikanlage auf der großen Wiese an der Bundesstraße 26 die erste Hürde und die Möglichkeit für weitere Planungsschritte im umfangreichen Genehmigungsprozess.

Rückblick: In der Juli-Sitzung vertagte das Gremium seine Entscheidung, um offene Fragen zu klären. Die überwiegende Meinung im Plenum damals lautete: Solange Neuhütten keinen Nutzen von dem Solarfeld hat, erfolgt keine Zustimmung. Im September gab es für die Gemeindevertreter im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatsitzung die fehlenden Zahlen und Fakten.

Schade, dass die ganzen Erläuterungen im nichtöffentlichen Teil stattfanden, fand Ingrid Karl. "Eigentlich hätte es die Bürger schon sehr interessiert", sagte Karl. "Außer dass Gewerbesteuer fließen kann, kann ich keine Vorteile sehen und zweifle wirklich auch diese hohen Summen an Gewerbesteuern an", sprach sich Ingrid Karl gegen das Bauvorhaben aus.

"Nicht auf der grünen Wiese"

Auf die Zahlen, die die Räte genannt bekamen, muss man sich ein Stückweit verlassen, sagte Bürgermeister Bernd Steigerwald. Er entgegnete, dass der Gemeinderat sich nicht ins "stille Kämmerchen" zurückzog, sondern dass lediglich offene Fragen in kleiner Runde "abgeklärt" wurden. "Wir brauchen diese Parks schon", erläuterte der Rathaus-Chef, dass Solarenergieanlagen von der Staatsregierung derzeit "gepusht" werden. "Wir brauchen solche Parks, aber nicht auf der grünen Wiese", erwiderte Ingrid Karl.

Die Herausnahme der Fläche aus dem Naturpark stellt lediglich die erste Voraussetzung dar. Die endgültige Entscheidung über die Änderung der Grenzen des Landschaftsschutzgebietes trifft der Kreistag am Ende eines förmlichen Verfahrens, bei der auch die Träger öffentlicher Belange beteiligt werden, erfuhr Tino Münster auf Anfrage.

Für Gemeinderat Franz Wirzberger ist bewusst, dass der Bau eines Solarparks einen optischen Eindruck hinterlässt. Wirzberger sah neben sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen aber auch ein Stückweit die Verantwortung in Richtung Energieversorgung, um diese zu unterstützen und um auf ein C02-neutrales Niveau zu kommen. "Deshalb ist es vom Grundsatz her ein positives Thema und wir werden hier mit einem 'St. Florian-Prinzip' überall, nur nicht bei uns, nicht am Ziel ankommen", sagte Wirzberger.

Zehnminütige Diskussion

Nach zehnminütiger Diskussion fiel mit neun zu einer Stimme der Beschluss, die Herausnahme der Flächen aus dem Naturpark beim Landratsamt zu beantragen. Der Anwohner vom Bischborner Hof Mike Orth fand es nach der Entscheidung traurig, dass eine solche Entscheidung abhängig von der Gewerbesteuer getroffen wird.

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