Karlstadt

Mit Spenden des Fastenessens Changas bekämpfen

Maria Hisch und Michael Röhm, Bildungsreferent der DAHW, beim Dinner For One World im Pfarrsaal zur Heiligen Familie in Karlstadt.
Foto: Brigitte Schuhmann | Maria Hisch und Michael Röhm, Bildungsreferent der DAHW, beim Dinner For One World im Pfarrsaal zur Heiligen Familie in Karlstadt.

„Ein herzliches Willkommen“, entbot Maria Hisch über 100 Besuchern beim traditionellen Fastenessen im Pfarrsaal zur Heiligen Familie. Zum 26. Mal verwöhnte das Küchenteam des Familienkreises laut Pressemitteilung mit dem „Dinner For One World“. Diesmal gab es Chili, gewürzt mit Kakao, Kaffee und Starkbier, mit Rindfleisch oder vegetarisch, dazu Maisbrot mit Honigbutter.

Der erwirtschaftete Gewinn und die Spenden in Höhe von 1600 Euro unterstützen die Arbeit der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) in Bolivien. Vor dem Essen stellte Michael Röhm, Bildungsreferent der DAHW, das diesjährige Projekt vor: Weltweit unterhält die DAHW derzeit 86 Projekte in 21 Ländern. Seit 1966 ist das Würzburger Hilfswerk in Bolivien aktiv – zunächst in der Betreuung der Lepra- und Tuberkulosekranken. Inzwischen gibt es nur noch vereinzelte Fälle von Lepra.

Seit 2018 ist die Krankheit Chagas Schwerpunkt der Arbeit in dem südamerikanischen Land. Zu einem Referenzkrankenhaus wird derzeit die Klinik in Monteagudo umgewandelt. Hier werden Aufklärungskampagnen gestartet und Patienten klinisch betreut. Chagas ist eine Infektionskrankheit. Erreger ist ein Einzeller der Gattung Trypanosoma. Übertragen wird die Krankheit von blutsaugenden Raubwanzen. Die Infektion erfolgt durch das Einreiben des infizierten Kots der Raubwanze in die Bissstelle und bleibt oft über Jahre unbemerkt. Bei 30 Prozent der Infizierten schädigt der Erreger innere Organe – meist das Herz – und führt zu chronischen Schäden, im Extremfall auch zum Tod, verdeutlichte Röhm.

Während der Schwangerschaft kann eine Übertragung der Krankheit von der Mutter auf das ungeborene Kind erfolgen. Weltweit ist die Region Chaco in Bolivien am schwersten betroffen. Röhm erklärte: „Im ländlichen Raum sind bis zu 80 Prozent der Menschen infiziert.“ Über 12 000 Personen sind derzeit in das Programm eingebunden. Über 400 Häuser wurden und werden renoviert oder neu gebaut, damit die Raubwanzen keine Verstecke mehr finden. Mit 170 000 Euro ist die DAHW am Dreijahresprogramm laut Mitteilung beteiligt. 17 000 Euro fließen zusätzlich in Forschungsprogramme in Zusammenarbeit mit der Charité in Berlin sowie den Universitäten in München und Sucre (Bolivien). 330 000 Euro stellen Bundesregierung und EU zur Verfügung. Ziel ist, die Neuerkrankungsrate zu senken sowie Erkrankte zu heilen und bei der sozialen und wirtschaftlichen Rehabilitation zu unterstützen.

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