MITTELSINN

Mittelsinner Spuren in Altengronau

Der Arbeitskreis zur Erforschung der Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde Mittelsinn beteiligte sich mit einem Ausflug am Europäischen Tag der jüdischen Kultur. Über 30 Teilnehmer besuchten mit Vikarin Katharina Eberlein-Braun den jüdischen Friedhof Altengronau. Das teilte der Arbeitskreis in einem Pressebericht mit.

Etwas versteckt liegt der jüdische Friedhof von Altengronau. Ein kleines Schild weist im Ort auf die Stätte hin. Wie die Besucher erfuhren, fragen manchmal Nachfahren dort bestatteter Juden nach und möchten die Gräber ihrer Vorfahren sehen. Dann findet sich jemand, der sich auskennt und begleitet sie den Weg hinauf durch den Wald auf den Berg, heißt es in einer Pressemitteilung.

Einige Menschen kennen sich dort aus und wissen, Fakten zum Friedhof zu erzählen. Die große Anlage zählt fast 1500 Gräber. Bestattet wurden hier die Juden aus mehreren Orten in Hessen und auch Bayern, zum Beispiel aus Zeitlofs, Mittelsinn und Dittlofsroda. Von weither brachte man die Toten dorthin, fast 250 Jahre lang bis 1937. Das und mehr können Interessierte im Internet unter www.alemannia-judaica.de nachlesen.

Eine, die sich auskennt, ist Anni Jost aus Altengronau. Jahrelang hat sie Führungen über den Friedhof geleitet. Für den Mittelsinner Arbeitskreis übernahm am Europäischen Tag der jüdischen Kultur noch einmal eine Führung.

Über 30 Menschen stehen an diesem Tag oben am Abhang und schauen auf den steilen alten Weg zum Friedhof. Zwei Pferde hätten manchmal nicht gereicht, um mit einem Wagen hinaufzukommen, erklärt Anni Jost.

Danach schaut sich die Gruppe das Totenhaus an, das sonst vergeschlossen ist und einen Waschstein und einen Betraum enthält. Noch näher kommt die Vergangenheit, als auf manchen Grabsteinen bekannte Familien- und Ortsnamen gefunden werden. Manche Teilnehmer können sich an Erzählungen über die Familien aus ihrem Ort erinnern. Der Mittelsinner Arbeitskreis gründete sich im März und veranstaltete Vorträge. Mittlerweile hat sich die Gruppe vernetzt. Sie möchte das Interesse am Judentum in der Region weiter stärken. Vom Projekt „Landjudentum Unterfranken“, in dem Arbeitsgemeinschaften und Interessierte zum Thema Judentum in Unterfranken mitarbeiten, war auf den Europäischen Tag der jüdischen Kultur hingewiesen worden.

An diesem Tag werden europaweit Veranstaltungen angeboten. Da wollte der Arbeitskreis dabei sein und freute sich über das große Interesse an der Friedhofsführung. Vielen Menschen ist der jüdische Friedhof Altengronau wichtig – nun sind es noch mehr geworden, schreibt Vikarin Katharina Eberlein-Braun.

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