Bad Brückenau

Mottgers-Spange bleibt aktuell

Die Proteste dauern schon lange: In Sinntal sprach sich dieses Transparent bereits 2001 gegen die Mottgers-Spange aus.ARCHIVFOTO: GABEL
| Die Proteste dauern schon lange: In Sinntal sprach sich dieses Transparent bereits 2001 gegen die Mottgers-Spange aus.ARCHIVFOTO: GABEL

Die Debatte um den geplanten Neubau der ICE-Strecke Fulda-Frankfurt ist um eine Variante reicher. Die bayerische Staatsregierung ist nicht grundsätzlich gegen eine Mottgers-Spange, sondern nur gegen einen Abzweig in Richtung Würzburg.

Die Frage, welchen Verlauf die Neubaustrecke nehmen soll, ist mehr als 20 Jahre alt. Es gibt zwei Varianten: Die Strecke könnte auf der heutigen Trasse durch das Kinzigtal bleiben; oder die Trasse könnte auf Höhe von Sinntal-Mottgers durch den Spessart führen und dann auf die Schnellbahntrasse Würzburg-Fulda einbiegen. Deshalb heißt diese Variante Mottgers-Spange.

Die neue Debatte ausgelöst hat der Fuldaer Eisenbahner und CDU-Verkehrspolitiker Hubert Heil. Er erklärte Mitte Februar bei einem Besuch von Bahnchef Rüdiger Grube in Fulda, die Mottgers-Spange sei „tot“. Es gebe heftige Widerstände von Naturschützern und dem Main-Kinzig-Kreis gegen die Variante. Die Bahn habe aber nach dem Streit um den Bahnhof Stuttgart 21 erklärt, dass sie keine Vorhaben mehr anpacke, die vor Ort auf heftigen Widerstand stießen. Damit sei die Mottgers-Spange ausgeschieden. Die Bahn betont hingegen, dass die Planungen laufen – und zwar ergebnisoffen. Es gebe keine Festlegung – weder für, noch gegen die Mottgers-Spange.

Jetzt erklärt auch ein Sprecher von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), dass die Staatsregierung sich nicht festgelegt habe. Heil hatte eine Aussage Herrmanns, das der Minister beim Anschlag des Falkenbergtunnels im März 2014 geäußert haben soll, als Beleg für seine Behauptung angeführt. Tatsächlich, so Michael Siefener vom Verkehrsministerium, habe Herrmann „deutlich gesagt, dass der Freistaat Bayern eine Südkurve beim Projekt Mottgers-Spange als eine nicht notwendige Investition ablehnt“. Denn diese, so Siefener, gäbe Anreize, den bayerischen Untermain vom Schienenpersonenfernverkehr abzuhängen, weil Aschaffenburg dann nicht mehr auf der schnellsten Route zwischen Würzburg und Frankfurt läge.

„Es muss dabei bleiben, dass jeder ICE zwischen Würzburg und Frankfurt über Aschaffenburg fährt“, verdeutlicht Siefener die Position Bayerns. Dies bedeutet, dass die Bayern sich durchaus eine Mottgers-Spange in Richtung Fulda vorstellen können, nicht aber Richtung Süden nach Würzburg. Dazu Siefener: „Wir bestreiten nicht, dass der Bahnausbau zwischen Frankfurt und Fulda notwendig ist. Aber wir sehen keinen Anlass für eine Trassenführung der Mottgers-Spange auf bayerischem Gebiet.“ Daher könne auch mit einem Ausbau der Strecke Hanau – Aschaffenburg – Nantenbach die vom Bund erwünschten Fahrzeitgewinne zwischen Frankfurt und Würzburg erzielt werden. Dies sei billiger als der Neubau einer Südkurve im Spessart. Das ist eine Korrektur der Position von Herrmann. Der Minister hatte im Mai 2014 erklärt: „Die Staatsregierung spricht sich unverändert gegen die Realisierung der Mottgers-Spange/Nordspessarttrasse aus, da diese insbesondere die Fernverkehrsanbindung des bayerischen Untermains gefährdet und vermeidbare neue Betroffenheiten im bayerischen Nordspessart schafft“.

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