Karlstadt

MSP-Klinikum: Eine Million Euro weniger Defizit als 2019

Klinikreferent Bostelaar lobt im Werkausschuss die Beschäftigten, sieht die Bevölkerung gut versorgt und meint, man sei  bisher "ganz gut" durch die Corona-Krise gekommen.
Die Corona-Pandemie hat sich für das Klinikum Main-Spessart (hier der Eingang über die Notaufnahme in Lohr) wirtschaftlich nicht als Einbruch erwiesen, eher im Gegenteil: Es wurden Kosten gespart und Tausende Überstunden abgebaut.
Foto: Anja Hildenbrand | Die Corona-Pandemie hat sich für das Klinikum Main-Spessart (hier der Eingang über die Notaufnahme in Lohr) wirtschaftlich nicht als Einbruch erwiesen, eher im Gegenteil: Es wurden Kosten gespart und Tausende ...

 Nach monatelangen coronabedingten Einschränkungen läuft das Klinikum Main-Spessart seit Ende September wieder im Regelbetrieb. Die Mitarbeiter hätten in den vergangenen Monaten alle einen "super Job gemacht", die Bevölkerung sei jederzeit gut versorgt gewesen und auch wirtschaftlich sei man bislang "ganz gut" durch die Corona-Krise gekommen, sagte Klinikreferent René Bostelaar in der Sitzung des Klinik-Werkausschusses am Montag im Saal des Historischen Rathauses in Karlstadt.

Zwar musste das Klinikum laut Bostelaar im Krankenhausbereich seit Mitte März coronabedingt Erlösausfälle in Höhe von 6,19 Millionen Euro hinnehmen, allerdings seien diese über Rettungsschirm-Zahlungen von 6,25 Millionen mehr als ausgeglichen worden. Auch in den Bereichen Reha und Seniorenheime seien die coronabedingten Erlösausfälle durch Ausgleichszahlungen aufgefangen worden. Als Nebeneffekt der Corona-Krise konnten die Krankenhaus-Mitarbeiter Bostelaar zufolge bis Ende Juli fast 25 000 Überstunden (34 Prozent) abbauen.

Das Jahr 2020 läuft wirtschaftlich besser als erwartet

Das Klinikum Main-Spessart wird das Jahr 2020 voraussichtlich besser abschließen, als vorgesehen. Laut Bostelaar hat man mit einem Defizit von rund fünf Millionen Euro geplant (Krankenhäuser 4,96 Millionen; Senioreneinrichtungen 135000 Euro) – nach der aktuellen Hochrechnung werde der Fehlbetrag jedoch bei 4,7 Millionen Euro liegen (Krankenhäuser 4,6 Millionen; Senioreneinrichtungen 110 000 Euro). Damit betrage das Defizit 2020 eine Million Euro weniger als 2019 mit damals 5,7 Millionen Euro, so der Klinikreferent.

Investiert wurde heuer etwas mehr als geplant. Statt 8,18 Millionen Euro waren es laut Bostelaar bereits Ende September 9,27 Millionen Euro.

Auf Nachfrage von Brigitte Riedmann (FW) erläuterte Bostelaar, dass die coronabedingt verschobenen Operationen mittlerweile alle abgearbeitet seien und er nicht davon ausgehe, dass sich die Situation vom Frühjahr wiederholen werde. Aktuell sei man viel besser aufgestellt, die Lager seien voll und man habe vom Freistaat sogar Beatmungsgeräte bekommen.

Wurden Personen an der Teststrecke abgewiesen?

Hubert Fröhlich (FB) wollte wissen, wer sich am Testzentrum in Marktheidenfeld auf Corona testen lassen könne; er habe gehört, dass rumänische Saisonarbeiter abgewiesen worden seien. Laut Landrätin Sabine Sitter (CSU) kann sich dort jeder testen lassen; sie könne sich die Sache nur so erklären, dass die Betroffenen nicht angemeldet waren und der Tag, an dem sie kamen, bereits ausgebucht war.

Auf Nachfrage von Thomas Stamm (UGM) sagte Bostelaar, dass man am Testzentrum in Marktheidenfeld die derzeitige Kapazität von maximal 200 Tests am Tag bei Bedarf durch eine zweite Schicht ausweiten könnte; dies sei zurzeit aber nicht notwendig.

Baubeginn für neues Klinikum im Sommer 2021

Mit Blick auf den geplanten Neubau des Zentralklinikums in Lohr sagte der Klinikreferent, der Bauantrag sei gestellt und man warte auf die fachliche Billigung. Sobald diese da sei, werde man loslegen. Vorgesehen seien Vorarbeiten ab Januar 2021 und eigentlicher Baubeginn dann im Sommer.

Landrätin Sitter gab noch zwei Auftragsvergaben bekannt. Zum einen ging es dabei um die Digitalisierung des IT-Betriebes am Klinikum Main-Spessart im Zuge der vom Gesetzgeber eingeführten Telematikinfrastruktur (Vernetzung aller Beteiligten im deutschen Gesundheitswesen). Laut Sitter fallen dafür Gesamtkosten von rund 151 000 Euro brutto an.

Bei der zweiten Auftragsvergabe handelte es sich um die Ersatzbeschaffung eines mobilen Röntgengerätes für knapp 63 000 Euro.

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