GEMÜNDEN

Musiker ernteten viel Applaus

Begeisterte: Der international erfahrene Flötist David Hanke.
Foto: Ferdinand Heilgenthal | Begeisterte: Der international erfahrene Flötist David Hanke.

Die Musiker der Jungen Philharmonie Würzburg haben am Samstagabend etwa hundert sachkundige Besucher in der Scherenberghalle mit einem Frühlingskonzert erfrischt und wurden für die herausragenden Leistungen mit stehenden Ovationen belohnt. Besonders der zweiundzwanzigjährige Solist David Hanke begeisterte mit atemberaubend virtuosem Blockflötenspiel. Die Leitung des Konzerts hatte Hermann Freibott.

Die 61 Musiker des im Jahr 2007 vom Würzburger Kulturreferenten Muchtar Al Ghusain ins Leben gerufene unterfränkischen Projektorchesters proben in den Oster- und Herbstferien jeweils eine Woche lang. Der Gemündener Auftritt ist so etwas wie die Generalprobe für das Konzert in Würzburg am folgenden Tag. In den Osterferien standen drei Komponisten des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt: Chris Hazell und Richard Harvey aus England sowie der 1975 verstorbene russische Komponist Dmitri Schostakowitsch.

Das elfköpfige Bläserensemble stimmte mit viel Harmonie und Eleganz auf den an musikalischen Leckerbissen reichen Abend ein. „Three Brass Cats“ von Chris Hazell bot verspielte Variationen, im zweiten Satz durch Schalldämpfer veränderte, nahezu weihnachtlich anmutende Melodien und im Schlusssatz nach dem flotten Einstieg durch die Posaunen moderne, jazzige Klänge. Danach folgte mit drei Sätzen aus dem von Richard Harvey 2011 komponierten „Concerto Incantato“ der begeisternde Auftritt des Blockflötisten David Hanke. Im ersten Satz „Sortilegio (Zauberei)“ nahm er die faszinierten Zuhörer mit dem kleinen Sopranino mit in eine musikalische Zauberwelt. Die perlenden Klangfolgen, anhaltenden Triller und beschwingten Melodienfolgen vor dem Hintergrund des dezent eingesetzten Schlagzeugs mit den rauschenden Becken vermitteln den Charakter eines Waldspaziergangs, dem der ruhigere zweite Satz „Canzone sacra (Sakrales Lied)“ folgte.

Junger Meister seines Fachs

Dabei interpretiert der bereits international erfahrene Solist mit der etwas größeren Sopranflöte die Themamelodie bestimmt, unaufdringlich und ohne Verstärker zur Begleitung des einfühlsamen Orchesters. „Incantesimo (Zaubersprüche) hieß der letzte Satz, bei dem Hanke auch die sonor klingende Altflöte einsetzte. Manchmal wechselte der junge Meister seines Fachs die Flöten während des Stückes und verstärkte dadurch den Charakter der jeweiligen Passage.

Nach der Pause kam das Orchester bei drei Ausschnitten aus Jazzsuiten von Dmitri Schostakowitsch mit seiner gesamten Klangfülle zur Geltung. Der beschwingte Marsch und der folgende rhythmische Tanz, die an Salonmusik erinnernde lustige Polka und der Lyrische Walzer, ein bekannter Ohrwurm, ließen den Dirigenten souverän die Spielkunst und -freude des Orchesters vorführen. Polka (Alegretto) und ein Foxtrott aus der Suite Nr. 1, teilweise in kleiner Besetzung, klangen wie eine Persiflage auf die Unterhaltungsmusik, während zum Schluss das Finale mit Paukenschlägen und kräftigen Akkorden eingeleitet wurde.

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