Marktheidenfeld

Musikinstitut und Wonnemar: Aufregerthemen werden zur Geduldsprobe

Viel diskutiert wird in Marktheidenfeld über die Zukunft städtischer Einrichtungen. Bürgermeister Thomas Stamm informierte im Stadtrat am Donnerstag über den Stand der Dinge. 
Was aus dem städtischen Musikinstitut werden soll, das will der Marktheidenfelder Stadtrat noch eigens beraten. Vom breiten Angebot der Einrichtung  künden unter anderem die  Abschlusskonzerte der Schüler (hier ein Archivbild).
Foto: Martin Harth | Was aus dem städtischen Musikinstitut werden soll, das will der Marktheidenfelder Stadtrat noch eigens beraten.

"Hohe Wellen geschlagen" habe nach den Worten von Bürgermeister Thomas Stamm die in den Haushaltsberatungen aufgekommene Überlegung, das städtische Musikinstitut zu schließen. Stamm zeigte sich in der Stadtratssitzung am Donnerstag beeindruckt von der Fülle an Zuschriften und Anrufen im Rathaus und wertete den darin angeschlagenen Ton als "ganz angenehm". Die öffentliche Resonanz zeigt Wirkung: Die Entscheidung wird nicht im Zuge der Haushaltsberatungen, sondern ganz in Ruhe getroffen.

Bürgermeister Stamm schlug vor, über das Musikinstitut im Stadtrat in einem eigenen Tagesordnungspunkt zu beraten. "Emotionsfrei".  Ganz zufällig sei in den vergangenen Tagen der stellvertretende Vorsitzende des Verbands Bayerischer Sing- und Musikschulen, Michael Dröse, zum Gespräch im Kulturamt gewesen. "Ich will auch ihn einladen, wenn wir das Thema im Stadtrat behandeln", sagte Stamm.

Erster Besuch von der AIM Spa Deutschland

Um ein weiteres Aufregerthema in Marktheidenfeld, das Wonnemar, ging es bereits am Mittwoch im Rathaus, berichtete Bürgermeister Stamm. Da waren der Geschäftsführer des neuen Investors AIM Spa Deutschland, Robert Maier, und sein Projektentwickler Rupert Atzberger in Marktheidenfeld zu Gast. "Es gibt noch keine konkreten Ergebnisse", fasste Thomas Stamm die Unterredung zusammen. Die Gespräche würden fortgesetzt.

Stamm sah sich aber zu zwei Klarstellungen veranlasst, nachdem man aus Veröffentlichungen des früheren Besitzers interSPA anderes hätte herauslesen können. "Wir konnten zur Freistellung der Arbeitnehmern gar nichts, die Stadt hatte da keinerlei Einfluss", betonte er. Und auch die Aussage "die Stadt verfolgt eine eigene Lösung" sei nicht korrekt. Es sei weder mit interSPA noch mit dem Insolvenzverwalter etwas besprochen worden.

Erhebliche Kosten für den Datenschutz

Für etwas Verdruss sorgte in der Stadtratssitzung das Thema Datenschutz. Hier sind die Kommunen von Staat und EU gehalten, Konzepte zu erstellen und einen Datenschutzbeauftragten zu benennen. Die von der Stadt Marktheidenfeld angestrebte Lösung auf Landkreisebene sei nicht möglich gewesen, bedauerte der geschäftsleitende Beamte Matthias Hanakam. Nun versuche man, das Projekt gemeinsam mit der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld und dem Markt Triefenstein zu realisieren.

Die Kosten seien "wirklich heftig", sagte Hanakam, doch sehe er keinen anderen Weg. So fielen für das Konzept selbst 107 000 Euro und an jährlichen Aufwendungen 82 000 Euro an. Auch wenn sich die Beteiligten die Kosten nach Einwohnerzahl teilten, bleibe eine "immense Summe" für die Stadt, die  auch den Antrag auf eine Förderung übernimmt. Für die interkommunelle Zusammenarbeit sind einmalig 90 000 Euro in Aussicht gestellt. Das Ratsgremium stimmte zähneknirschend zu.

Informiert wurde von Bürgermeister Stamm, dass die Baugenehmigung für den Neubau des Lidl-Marktes an der Georg-Mayr-Straße jetzt vorliegt. Am Erlenbach sei der Bauhof nach Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde gegen Biberbauten vorgegangen. Möglichst noch im März sollen die städtischen Beiräte zu ihrer konstituierenden Sitzung einberufen werden.

Deutliche Schäden an Bildstöcken

Gesäubert werde nach Rücksprache mit dem Denkmalamt der Bildstock in der Baumhofstraße (am Heubrunnenbach). Martin Harth (SPD) meinte, dass es mit einer Säuberung nicht getan sei und die Pieta auch eine Überdachung bräuchten. Außerdem empfahl er allen Räten, sich den Bildstockaufsatz gegenüber dem Pfarrjugendheim anzuschauen. Er leide unter der Witterung. Hier sei dringender Handlungsbedarf. 

An Geldspenden gingen im vergangenen Jahr 5650 Euro, vorwiegend für kulturelle Zwecke, bei der Stadt ein. Der Stadtrat nahm das Geld durch förmlichen Beschluss an, der Bürgermeister dankte allen Spendern.

Jeweils um fünf Euro erhöht wurden die Gebühren für verschiedene Angebote der Stadt an der Friedrich-Fleischmann-Grundschule. Die Ganztagsbetreuung an der Schule ist kostenfrei bis freitags um 14 Uhr. Wer die Betreuung aber freitags bis 16 Uhr buche, der muss künftig pro Monat 25 statt 20 Euro zahlen. Die Elternbeiträge für die Ferienbetreuung für eine Vier-Tage-Woche werden ab dem Schuljahr 2021/22 von 45 auf 50 Euro und für eine Fünf-Tagewoche von 55 auf 60 Euro erhöht. Carolin Kutz und Klaus Hock (beide proMar) stimmten dagegen. Kutz nannte es "einen Fehler im System, dass der Freitag nicht wie die anderen Wochentage behandelt wird". 

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