Karbach

Natürliche Lebensräume erhalten

Gründlich entbuscht wurden Flächen in der Karbacher Gemarkung.
Foto: Josef Lauenbacher | Gründlich entbuscht wurden Flächen in der Karbacher Gemarkung.

„Vorsicht Rauch“ warnen zwei Hinweisschilder rechts auf der MSP 45, kurz vor Karbach. Dort werden noch bis Ende Februar am „Mühl-, Alten- und Setzberg“ und in der Schwenk im Rahmen des „Life+-Naturprojekts MainMuschelkalk“ der Wald gelichtet und dichte Gebüsche entfernt. Ziel der Maßnahme ist die Förderung des natürlichen Lebensraums von Kalktrockenrasen im Unterwuchs der Kiefern.

Unter dem Motto „Weinberge und Streuobst“ werden mehr als 2,5 Millionen Euro aus dem Fördertopf der EU locker gemacht, um die biologische Vielfalt Frankens zu erhalten. Weithin sichtbar sind aufsteigende Rauchsäulen von Feuerstellen, die unter Aufsicht unterhalten werden. Die Arbeiten und deren Planung liegen in den Händen von Landschaftsarchitekt Jürgen Faust aus Karlstadt.

„Life+“ ist ein Förderprogramm der EU zur Unterstützung von Umwelt- und Naturschutzprojekten (FFH) innerhalb des Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“. Als Projektpartner hat sich auch der Landkreis Main-Spessart engagiert. Ziel ist die Entbuschung von Trockenhängen und Streuobstwiesen, die Freistellung von Felsbändern und die Schaffung lichter Waldstrukturen.

Der Artenreichtum des krautigen Unterwuchses auf den trockenen Muschelkalkböden ist von Lichteinfall und Erwärmung des Bodens abhängig. Durch die Entbuschung von Trockenhängen sollen artenreiche Kalttrockenrasen und Vorkommen vieler seltener Tier- und Pflanzenarten gefördert werden. Die FFH-Gebiete auf Muschelkalk in der mainfränkischen Region gehören zu den Vorrang-Gebieten für den Schutz seltener Pflanzen- und Insektenarten in Europa.

Jürgen Faust stellt klar, dass der Aufwand zu groß ist, um das anfallenden Material vollständig aus den steilen Hängen zu räumen, deshalb muss ein Teil davon verbrannt werden muss. Er bittet die Bevölkerung um Verständnis und auch darum, nicht sofort die Feuerwehr zu verständigen, wenn dort in den nächsten Tagen Rauch aufsteigen sollte. Das Verbrennen ist sowohl mit der zentralen Leitstelle in Würzburg als auch mit den örtlichen Wehren in Karbach und Marktheidenfeld abgestimmt.

Im Oktober vergangenen Jahres wurden Hinweistafeln aufgestellt, um Bevölkerung und Wanderer über das Naturschutzprojekt zu informieren. Es handelt es sich um ein europäisches Schutzgebiet, aus Fauna-Flora-Habitat- und den Europäischen Vogelschutzgebieten, in denen die EU-Naturschutzprojekte bevorzugt durchgeführt werden. Knapp 100 Hektar rund um Karbach sind nur ein kleiner Teil jener 4600 Hektar, die zu einer attraktiven Kulturlandschaft zurückentwickelt werden. Die Entbuschung ist notwendig, um gefährdeten und seltenen Pflanzen eine Chance zu geben. Der Trockenmagerrasen wird durch Entbuschung und Beweidung wieder sichtbar. Auf der Gemarkung Mühlberg traten Felsformationen zutage, die so seit Jahrzehnten nicht zu erkennen waren. Am „Rüdingsberg“ werden außerdem mit einem Forstmulcher Flächen bearbeitet, um den Lebensraum Wacholderheiden zu regenerieren.

Im gesamten Bereich handelt es sich um ehemalige Privatflächen, die der Landkreis Main-Spessart, veranlasst durch die Untere Naturschutzbehörde, gekauft hat. Das Büro Faust in Karlstadt betreut die Umsetzung der Maßnahme. Da die Verkaufsbereitschaft der Karbacher Privateigentümer, so Jürgen Faust, „erfreulich groß“ war, wird die Waldauflichtung „auf mehrere Schultern” verteilt. Am Mühlberg/Alten Berg wurden die Arbeiten losweise vergeben. Die Entnahme der dichten Gebüsche unter den Kiefern wird von den Mainfränkischen Werkstätten umgesetzt. Die Entnahme einzelner Bäume und die Verwertung des gesamten Materials läuft über das Forstunternehmen Sax (Gemünden). Weiter südlich, in Richtung Baumhoftenne, arbeitet ein Pflegetrupp von Landwirten unter Leitung von Peter Reuter in den nächsten Wochen.

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