Gemünden

Naturschutzgebiet Sinngrund: Was ist erlaubt und was nicht?

Montage neuer NSG-Schilder, NaturparkRanger Andreas Gries und Victoria Schuler.
Foto: Julian Bruhn | Montage neuer NSG-Schilder, NaturparkRanger Andreas Gries und Victoria Schuler.

„Die Schilder waren ausgeblichen, verbogen und teilweise beschossen worden“, berichtet Oliver Kaiser, Geschäftsführer vom Naturpark Spessart, laut einer Pressemitteilung des Naturparks. Er hat zusammen mit Ranger Andreas Gries die Beschilderung im Naturschutzgebiet (NSG) Sinngrund kontrolliert. Auch der stellvertretende Geschäftsführer Julian Bruhn und Rangerin Victoria Schuler waren bei dem Arbeitseinsatz nördlich von Obersinn dabei. Bei einigen der dreieckigen Schildern mit grünem Rand und dem schwarzen Seeadler in der Mitte genügte eine gründliche Reinigung.

Der Großteil der 15 bis 20 Jahre alten Schilder war jedoch stark verblichen und musste ausgetauscht werden. Auch einzelne Trägerpfosten mussten befestigt oder geradegestellt werden. Dabei sei die natürliche Alterung der Schilder durch Witterung nur ein Grund für den Austausch. „Es gibt Leute, die nutzen die Schilder illegal als Zielscheibe, da sieht man dann die Einschusslöcher. Neue Schilder werden auch gerne mal entwendet“, sagt der Naturpark-Ranger.

„Wir haben jetzt sehr viele Leute, die kommen, um die Schachblumen zu sehen“, so der Geschäftsführer. Die Beschilderung ist Teil der Besucherlenkung: Menschen sollen sensibilisiert werden, dass sie sich in einem Naturschutzgebiet befinden und dort spezielle Regeln gelten. Doch was ist erlaubt und was nicht?

Keine Pflanzen einbringen

Fast in allen Naturschutzgebieten gilt ein so genanntes Wege-Gebot. Dies bedeutet, dass Besuchende auf festen Wegen bleiben müssen, was auch für Hunde gilt, denn im Naturschutzgebiet gibt es trittempfindliche Pflanzen. „Denen ist es egal ob sie von zwei oder vier Beinen zertreten werden“, meint Gries. Außerdem gibt es derzeit auch viele Vögel, die in der Wiese brüten; Hunde seien hier eine Gefahr.

Ebenfalls verboten: Grünabfälle entsorgen oder Pflanzen einbringen. Dies sei, auch wenn es sich um heimische und insektenfreundliche Pflanzen handle, nicht erlaubt und könne das empfindliche Gleichgewicht der Flora stören.  Auch das Entnehmen von Pflanzen, und zwar nicht nur der geschützten, ist verboten. Allen Naturschutzgebieten gemein ist auch das Verbot von Lagerfeuer und Camping; Kraftfahrzeuge dürfen ausschließlich auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden.

Taschentücher nicht am Weg entsorgen

Und hier wird eines langsam zum Problem: Es gibt keine Toiletten an den Parkplätzen. Es seien definitiv mehr Besuchende geworden, meint Oliver Kaiser. „Wir sehen das vor allem an den vielen herumliegenden Papier-Taschentüchern an den Radwegen und Parkplätzen“, sagt er. Dabei seien die natürlichen Hinterlassenschaften weniger das Problem, als vielmehr die Taschentücher, denn „die verrotten deutlich langsamer als die Häufchen.“

Zu rücksichtsvollem Verhalten gehört für Naturpark-Rangerin Victoria Schuler auch, die Naturpark-Hotspots an Sonn- und Feiertagen manchmal zu meiden: „Wenn man sieht, dass bereits 100 Autos am Parkplatz stehen, ist es gut, einen Plan B zu haben.“ In manchen Gebieten sei es durch die schmalen Wege nicht möglich Abstand zu halten, die Sitzgelegenheiten seien alle belegt.

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