Himmelstadt

Neue Bauplätze und Solarpark

Westlich des Gebiets 'Mausberg II' könnten in Himmelstadt rund 20 neue Wohnhäuser entstehen. Der Gemeinderat beschloss dafür die Aufstellung des Bebauungsplanes 'Mausberg IV'.
Foto: Jürgen Kamm | Westlich des Gebiets "Mausberg II" könnten in Himmelstadt rund 20 neue Wohnhäuser entstehen. Der Gemeinderat beschloss dafür die Aufstellung des Bebauungsplanes "Mausberg IV".

Auch in Himmelstadt ist die Nachfrage nach Bauland durch junge Familien hoch. Der Gemeinderat beschloss nun, dass westlich das Baugebiets "Mausberg II" ein weiteres Wohngebiet mit der Bezeichnung "Mausberg IV" ausgewiesen wird. Der derzeit noch landwirtschaftlich genutzte Bereich ist im Flächennutzungsplan schon als Wohnbaufläche dargestellt. Die Mehrheit der Grundstückseigentümers stimmte bereits zu, ihr Grundstück an die Gemeinde zu verkaufen.

Obwohl der Bereich optisch als Einheit wirkt, geht es um etwa 19 Flurnummern und Eigentümer, wie Bürgermeister Herbert Hemmelmann erklärte. Die fränkische Erbteilung habe auch hier ihre Spuren hinterlassen und zu den bekannten "Handtuchgrundstücken" – lang und schmal – geführt. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass ein Bebauungsplan für ein allgemeines Wohngebiet mit integriertem Grünordnungsplan und Umweltbericht aufgestellt wird.

An der Gemarkungsgrenze von Himmelstadt mit Laudenbach soll eine Freiflächen-Photovoltaikanlage entstehen. Die beiden Grundstücke mit insgesamt 3,59 Hektar Fläche liegen entlang eines Grabens zwischen der Staatsstraße und dem Mainradweg und gehören der Gemeinde. Der Gemeinderat beschloss bereits, sie an Fabian Stenger aus Würzburg als Vorhabensträger zu verpachten. Hierfür muss nicht nur ein Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan und Umweltbericht aufgestellt werden, was laut Beschluss des Gemeinderats vorhabensbezogen und auf Kosten des Vorhabensträgers geschehen soll, sondern auch der Flächennutzungsplan geändert werden. Dort sind die Grundstücke noch als Flächen für Landwirtschaft dargestellt.

Bodendenkmal wird ausgespart

Eine Besonderheit ist, dass nicht die gesamte Grundstücksfläche für Solarmodule genutzt werden kann, weil etwa ein Drittel als Bodendenkmal aus der Laténezeit gilt und ausgespart wird. Der Vorhabensträger hat die Aufstellung des Bebauungsplanes, der "Solarpark Stenger Himmelstadt" heißen wird, bereits an ein Ingenieurbüro vergeben. Gemeinderat Wolfgang Kübert merkte an, dass auch die Blendung von Fahrern auf der Straße und dem Radweg durch Sonnenreflexion untersucht werden sollte. Gegen die Aufstellung stimmte Jürgen Döll aufgrund des Verlusts von landwirtschaftlicher Nutzfläche.

Bei der vom Gemeinderat ebenfalls beschlossenen achten Änderung des Flächennutzungsplanes geht es nicht nur um die Umstufung der beiden Grundstücke zu "Sonstige Sondergebiete, Fotovoltaik", sondern auch um zwei andere Projekte: Der Bereich für den geplanten Lebensmittelmarkt an der Bundesstraße 27 ist im Flächennutzungsplan teilweise als "Flächen für die Landwirtschaft" und teilweise als Gewerbegebiet dargestellt. Der gewünschte Markt kann als großflächiger Einzelhandelsbetrieb aber nur gebaut werden, wenn eine Umstufung zu "Sondergebiet Einzelhandel" erfolgt.

Bekanntlich wurden aus dem Friedhofsgelände in Himmelstadt zwei Bauplätze heruasgemessen und verkauft. Hier ist noch die Umstufung von "Friedhof" in "Wohnbaufläche" nötig.

Keine Einwände erhebt die Gemeinde Himmelstadt gegen den nötigen Bebauungsplan für das künftige Feuerwehrgerätehaus in Stadelhofen. Gebaut werden soll es auf eine Wiese am Ortseingang aus Richtung Urspringen.

Die Zustimmung des Gemeinderates erhielt der private Bauantrag für ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung, Garage und Carport in der Waldstraße 10. Die Bauverwaltung sah dabei die Grundzüge der Planung berührt, weil das Haus entgegen des Bebauungsplans zwei Vollgeschosse und ein flaches (Neigung 22 Grad) Satteldach statt Erd- und Dachgeschoss mit steilerem (Neigung 38 bis 45 Grad) Dach erhalten soll. Bei gleicher Giebelhöhe sind dadurch die Außenwände (Traufhöhe) deutlich höher (bis zu 2,85 Meter bergseits). Zudem sind anthrazitfarbene Dachziegeln statt der geforderten Naturroten vorgesehen. Die geplante Dachform und -farbe erleichtern die Nutzung von Solaranlagen.

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