Esselbach

Neuorientierung beim Klärschlamm nötig

Unauffällig liegt am Zusammenfluß vom Steinmarker und Esselbacher Landbach zum Wachenbach die Kläranlage des Abwasserverbands Esselbachgrund. Sie klärt die Abwässer der Gemeinden Esselbach und Bischbrunn.
Foto: Ernst Dürr | Unauffällig liegt am Zusammenfluß vom Steinmarker und Esselbacher Landbach zum Wachenbach die Kläranlage des Abwasserverbands Esselbachgrund. Sie klärt die Abwässer der Gemeinden Esselbach und Bischbrunn.

In der Verbandsversammlung des Abwasserverbands Esselbachgrund am Mittwoch teilte Vorsitzender Wilhelm Väth den Vertretern der Mitgliedsgemeinden Esselbach und Bischbrunn mit, dass noch im alten Jahr ein Antrag auf erneute wasserrechtliche Genehmigung der Kläranlage beim Landratsamt eingereicht wurde. Erforderlich ist dies, da die Erlaubnis zur Einleitung in 2021 endet.  

Der Sicherheitsbeauftragte hatte verschiedene Mängel in der Kläranlage aufgezeigt. So muss die Wendeltreppe am Abtropfbehälter ersetzt werden. Entsprechende Angebote sollen eingeholt werden. Zudem wurde fehlende Schutzausrüstung moniert. Die Versammlung vergab den Auftrag hierfür an Pfister und Pfrang aus Waldbüttelbrunn in Höhe von 5382 Euro.

Man war sich bereits in den letzten Jahren einig, dass beim Klärschlamm, der aktuell durch einen Landwirt ausgebracht wird, eine Neuorientierung erfolgen muss. Immer strengere Gesetze lassen diese Form der Klärschlammentsorgung in Zukunft wohl nicht mehr zu. Daher führten zwei unterschiedliche Hersteller ihre Klärschlammtrocknungsanlagen über eine Schneckenpresse vor. Väth stellte der Versammlung einen Vergleich der Hersteller vor. Auch mit dem Büro Hydroingenieure aus Darmstadt fand bereits eine Standortortbesprechung statt, und es wurde eine vorläufige Bauskizze erstellt.

Weitere Erkundigungen

Das verbleibende Endprodukt kann dann nicht mehr auf den Äckern ausgebracht werden, sondern muss beispielsweise an ein Müllheizkraftwerk geliefert werden. Unklar ist, ob man eine eigene stationäre Trocknungsanklage errichtet oder sich im eine mobile Einrichtung mit anderen Kläranlagen im Landkreis oder im der Marktheidenfelder ILEK teilen kann. Denkbar wäre auch ein gemeinsamer Vertrag mehrerer Kläranlagen mit einem Abnehmer des Trockenschlamms. Bevor sich die Verbandsversammlung hier festlegt, soll der Vorsitzende weitere Erkundigungen einziehen. Möglichst bis zur nächsten Sitzung sollen verschiedene Varianten als Entscheidungsgrundlage durchgerechnet werden. Klärwärter Ralf Rüppel wies nochmals auf die Dringlichkeit hin, da aktuell die Kapazitäten zur Lagerung des anfallenden Schlamms sehr knapp würden.

Im Oktober fand im Bärnroth eine Besprechung mit der Firma Waldaschaff Automotive GmbH statt, die einen Antrag auf Einspeisung vorgeklärter Abwässer gestellt hatte. Es wurde ein Probelauf vereinbart. Die Verbandsversammlung stimmte nunmehr nachträglich der Anschaffung eines stationären Probenehmers der Firma Water Sam zum Preis von 4422 Euro zu. Die Probeeinleitung fand in den Monaten Oktober bis Dezember 2020 statt.

Waldaschaff Automotive stellte anschließend beim Landratsamt Main-Spessart einen Antrag auf Einleitung von vorgeklärten Abwässern aus der Produktion. Diese Einleitung wäre zunächst für zehn Jahre gültig und würde 20 Kubikmeter pro Tag nicht überschreiten. Der Antrag liegt mittlerweile beim AVE zur Genehmigung. Hierzu wünschen mehrere Verbandsmitglieder bis zur nächsten Sitzung noch detaillierte Infos, wie sich die Einleitung auf die Kläranlage auswirken würde, insbesondere wie die Anlage belastet würde und wo es dann eventuell kritische Werte geben könnte. Auch die Auswirkungen auf die Kapazität der Kläranlage und auf die Verlängerung der Genehmigung sollen dem Gremium dann erläutert werden.

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