Erlenbach

Obstdiebe haben es in Erlenbach auf Williams-Christ-Birnen abgesehen

Von der Obstanlage in Erlenbach werden immer wieder Früchte geklaut. Die Polizei ist machtlos. Der Vorsitzende appelliert an die Besitzer der Bäume und droht den Tätern.
In der Obstanlage Erlenbach kommt es wiederholt zu Diebstählen.
Foto: Laura-Sophie Lang | In der Obstanlage Erlenbach kommt es wiederholt zu Diebstählen.

Birnen, Zwetschgen, Mirabellen, Äpfel und andere Früchte. Die Auswahl an Obstbäumen ist groß auf der Obstanlage des Wasser- und Bodenverbandes „Obstanbaugemeinschaft Erlenbach“. Insgesamt 120 Zeilenbesitzer gibt es, die gegen eine Gebühr ihre Obstbäume bewirtschaften und die Früchte ernten können. Im besten Fall.

Seit einiger Zeit habe die Obstanbaugemeinschaft Erlenbach jedoch mit Obstdieben zu kämpfen, erzählt der Vorsitzende Elmar Sührer. Vier Besitzer meldeten sich bereits in diesem Jahr, denen vereinzelte Bäume komplett leer geräumt wurden. „Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich noch viel höher, da nicht alle Beklauten Bescheid geben“, sagt der Vorsitzende und appelliert daher auch an die Zeilenbesitzer, einen möglichen Diebstahl zu melden.

Ein wiederkehrendes Problem

Sehr auffällig sei es, dass einzelne Bäume bewusst ausgewählt würden. Vor allem auf die Birnensorte Williams Christ hätten es die Obstdiebe in diesem Jahr abgesehen. Das Problem ist jedoch kein neues. In schwachen Erntesommern wurde in den letzten Jahren vermehrt geklaut. Hingen viele Früchte an den Bäumen, seien die Diebe scheinbar nicht auf fremde Bäume angewiesen, sagt der Vorsitzende.

Elmar Sührer drohte bereits bei der Jahreshauptversammlung im Februar mit harten Konsequenzen, sollte es erneut zu Diebstählen kommen und ein Täter bekannt sein. Da sei er mittlerweile radikal, denn es sei sehr ärgerlich für die Besitzer, wenn sie Gebühren zahlen und dann ihr Obst nicht selbst ernten könnten, sagt der Vorsitzende. Der Schaden sei hierbei höher, als oftmals in der Bevölkerung angenommen.

Die Polizei kann nicht helfen

Man könne auch nicht die komplette Obstanlage abschließen, da es einfach zu umständlich sei, 120 Zeilenbesitzern einen Schlüssel auszuhändigen, sagt Sührer ratlos. „Nicht mal die Polizei konnte uns helfen.“ Aussichtslos sei es, im Nachhinein einen Täter zu fassen, hieß es von dort.

Dabei sind solche Fälle vom Gesetzgeber klar geregelt. Ein Obstdiebstahl ist heutzutage rein rechtlich wie ein Ladendiebstahl zu bewerten. Die Strafen variieren, dennoch ist beides ein Diebstahl nach §242 des Strafgesetzbuches.

Früher gab es einen eigenen Paragraphen für solche Fälle. Das Strafgesetzbuch regelte den Mundraub. Er bezeichnete die Entwendung von geringen Mengen an Nahrungsmittel von beispielsweise Feldern oder Bäumen für den baldigen Verbrauch. Mundraub wurde damals oft toleriert oder nur sehr gering bestraft. Seit den Siebzigerjahren ist dieser Paragraph jedoch gestrichen und selbst das Pflücken eines Apfels vom Baum eines fremden Grundstückes ist Diebstahl.

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