Karlstadt

Offenes Atelier: Natürliche Schönheit der Zahlen

Eine ungewöhnliche Kombination bieten die beiden Gambacher Künstler Irene Dallmayer mit Mandalas und Günter Nöleke mit Edelstahl-Objekten zum Tag des Offenen Ateliers der Baumgartenstraße.
| Eine ungewöhnliche Kombination bieten die beiden Gambacher Künstler Irene Dallmayer mit Mandalas und Günter Nöleke mit Edelstahl-Objekten zum Tag des Offenen Ateliers der Baumgartenstraße.

Am Samstag und Sonntag ist auch im Bereich Karlstadts wieder der Tag des offenen Ateliers, bei dem Künstler einladen, ihre Werke zu betrachten und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Der Gambacher Künstlers Manfred Pöpl in der Baumgartenstraße 48 hat dazu mit Irene Dallmayer und Günter Nöleke zwei andere Kunstschaffende aus Gambach eingeladen, ihre Arbeiten ebenfalls zu präsentieren.

Pöpl ist in der hiesigen Kunstszene längst ein fester Begriff. Er schafft Plastiken, Zeichnungen und Malerei, wobei er seine Plastiken mit den Mitteln der Malerei reflektiert, um so das Dreidimensionale von Linie, Fläche und Raumtiefe in das Zweidimensionale aus Fläche, Linie und Farbe zu übertragen, sagte einst die Kunsthistorikerin Eva-Suzanne Bayer über seine Arbeiten. Die Zeichnung aber interpretiert die anderen Techniken, ergänzt sie durch abstrakte Formzeichen und wird so zum Schlüssel der beiden Medien.

Augenblicklich widmet sich Pöpl in seinem künstlerischen Werk seiner Familie, in einem Rückblick über viele Generationen hinweg bis hin zum Urgroßvater, der als Steiger im Tagebau im Sudetenland arbeitete, in einem Dorf, das es heute nicht mehr gibt.

In Mischtechnik aus Malerei und Zeichnungen setzt er Personen und Personengruppen zusammen – nicht nur nebeneinander oder hintereinander. Er lässt sie vielmehr ineinander verschmelzen oder auch die eine Figur aus der anderen herauswachsen. Er schafft so Tiefe, Verbundenheit und auch Geborgenheit. Die Zeichnungen wechseln zwischen nahezu detailgetreuen Abbildungen über Fotografie bis hin zur Abstraktion.

Irene Dallmayer ist gebürtige Gambacherin und hat 2008 als Autodidaktin zur Malerei gefunden. Sie verbindet die mathematischen und geometrischen Erfahrungen in ihrem Beruf als Informatikerin mit ihrer künstlerischen Kreativität. Bei ihr stehen augenblicklich Mandalas im Mittelpunkt. Fibonacci-Zahlen können nicht nur Mathematiker in Erstaunen versetzen, sie begeistern auch in ihrer Umsetzung mit bildnerisch-künstlerischen Mitteln durch natürliche Schönheit. Ebenso reizvoll ist die Ableitung von den berühmten Mandelbrotbäumchen oder Fraktalen.

Dallmayer arbeitet in der Aquarelltechnik, verwendet hochwertige, intensiv deckende Farben und für Aquarelle relativ wenig Wasser. Stattdessen lässt sie durch satte Farbtöne ganz besonders leuchtende Lichter entstehen. Die Künstlerin verwendet bewusst auch Zirkel und Geodreieck, durch gezielte Bögen, Linien und Kreise bringt sie überraschende Tiefenwirkungen hervor, wobei Rundes und Eckiges manchmal gegeneinander, manchmal ineinander stehen.

Der Dritte im Bunde ist Günter Nöleke, er ist zwar in Bochum geboren, lebt aber seit 15 Jahren in Gambach. Metallobjekte sind sein Metier. Aus Edelstahl arbeitet er fantasievolle Gebilde – mal klein, dann wieder mannshoch. Die Objekte sind gebogen, geformt, geschliffen, hoch glänzend, matt poliert oder auch mit rauer Oberfläche. Immer aber setzt er seinen bearbeiteten Edelstahl in bewussten Kontrast zum Ursprung des rohen Eisens - meist in Form einer Halterung oder eines Ständers. „Während des Arbeitsprozesses bin ich völlig autonom und erlebe die freisten Momente meines Lebens“, sagt er.

Das Atelier in der Gambacher Baumgartenstraße 48 ist am Samstag und am Sonntag jeweils von 14 bis 19 Uhr für Besucher geöffnet.

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Künstlerische Rückblicke auf die Geschichte seiner Familie beschäftigen den Gambacher Manfred Pöpl mit Fotografien und Zeichnungen.
Foto: Fotos (2): G. Roth | Künstlerische Rückblicke auf die Geschichte seiner Familie beschäftigen den Gambacher Manfred Pöpl mit Fotografien und Zeichnungen.
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