Karbach

Pfarrer Albert Gliesche wäre heute 100 Jahre alt geworden

Albert Gliesche war ein begeisterter Wanderführer in der Montafoner Bergwelt. Am 18. wäre er 100 Jahre alt geworden.
Foto: Josef Laudenbacher | Albert Gliesche war ein begeisterter Wanderführer in der Montafoner Bergwelt. Am 18. wäre er 100 Jahre alt geworden.

Die Pfarrgemeinde verabschiedete am 9. September 2012 den damals 91-jährigen Pfarrer Albert Gliesche, mit Wehmut, in den wohlverdienten Ruhestand, nachdem dieser 48 Jahre lang die Pfarrei Karbach erfolgreich seelsorgerisch betreut hat. Am Donnerstag, 18. Februar, um 19 Uhr, erinnert die Pfarrgemeinde im Rahmen einer Wort-Gottesdienst-Feier, mit Aschenkreuz an Pfarrer Albert Gliesche, der an diesem Tag 100 Jahre alt geworden wäre. Alexander Eckert deutete damals die Kürzel "i.R." für Pfarrer Albert Gliesche nun "in Reichweite". Gliesche selbst: "im Unruhe-stand".

Albert Gliesche hat in 48 Jahren eine lebendige Pfarrgemeinde aufgebaut: Er kannte jeden, und jeder kannte ihn. Albert Gliesche, dankte allen Beteiligten mit bewegten Worten und meinte abschließend: "Bei all den guten Wünschen müsste man ja hundert Jahre alt werden".

Pfarrer Albert Gliesche wurde am 18. Februar 1921 in Dettingen geboren. Nach Schule und Theologiestudium in Würzburg erhielt er am 17. Juli 1955, ebenfalls in Würzburg, die Priesterweihe, von Bischof Julius Döpfner in der Seminarkirche St. Michael. Als Kaplan wirkte Albert Gliesche in Hofheim und Brückenau, bevor er 1964 als Pfarrverweser und im gleichen Jahr Pfarrer von Karbach wurde. Er war Nachfolger von Pfarrer Fridolin Rudloff, der nach Untererthal zog. Am Josefstag, 19. März zelebrierte er seinen ersten Gottesdienst in der örtlichen St.-Vitus-Pfarrkirche. 1987 wurde Gliesche zusätzlich Kuratus von Roden, bis 2002. 2005 konnte er sein Goldenes Priesterjubiläum feiern.

Seniorenarbeit lag ihm am Herzen

Neben der Jugendarbeit, die in der Markt- und Pfarrgemeinde durch Pfarrer Albert Gliesche, eine besondere Note bekam, lag dem engagierten Seelsorger besonders die Seniorenarbeit am Herzen. 2012 waren es 37 Jahre, dass Pfarrer Albert Gliesche die Seniorenarbeit in vielen Bereichen aktivierte. Zahlreiche Veranstaltungen, monatliche Informationsfahrten in Nordbayern und Ausflüge, sowie jährlich ein großer Ausflug in Deutschland oder ins benachbarte europäische Ausland, aber auch Reisen nach Israel, wo er sich als exzellenter und routinierter Reiseführer zeigte, zeichnen seine vielschichtige Seniorenarbeit.

Stellvertretender Dekan Alexander Eckert aus Esselbach (von links) übergibt eine Dankesurkunde und ein Präsent des Bischofs, Friedhelm Hofmann, an Pfarrer Albert Gliesche, Maruisz Dolny (Urspringen) und Pfarrer Adam Possmeyer (Birkenfeld).
Foto: Josef Laudenbacher | Stellvertretender Dekan Alexander Eckert aus Esselbach (von links) übergibt eine Dankesurkunde und ein Präsent des Bischofs, Friedhelm Hofmann, an Pfarrer Albert Gliesche, Maruisz Dolny (Urspringen) und Pfarrer Adam ...

Zahlreiche Reisen und Bergtouren führten nach Schruns ins Montafon, nach Polen, in die einstige DDR, nach Helgoland, nach Tschechien oder in die Wallfahrtsorte Lourdes und Fatima, in die Dolomiten in Südtirol oder in die Arena von Verona.

Im Zeichen der Versöhnung, des Gedenkens an Zerstörung und Leid, im Zeichen christlich-jüdischer Verständigung waren ihm die Reisen nach Israel ganz wichtig. Mit der Pfarrei Windisch-Kamnitz, in Tschechien, unweit der bayerischen Grenze, hatte er eine Partnerschaft gegründet, die noch heute besteht.

Er gründete 1968 die DJK mit den ersten Abteilungen Tischtennis und Modellflug, der heute über 500 Mitglieder angehören. Mit all der sportlichen Vielfalt und den bekannten sportlichen Erfolgen, wie Volleyball-Bundesliga der Frauen.

Vereinsleben im Dorf

Sein Hobbys, Technik und Fliegerei, konnte er dabei verwirklichen und die Jugend dafür begeistern. Die großartigen Modellflugtage, der Bau zweier Modellflugplätze, dem ersten Dreiecksflug gehen auf seine Initiative zurück. Das gesamte Vereinsleben in der dörflichen Gemeinschaft war ihm ein ganz wichtiges Anliegen, besonders der Hilfsorganisationen Feuerwehr und BRK, sozial und gesellschaftlich von Bedeutung.

Als Pfarrer und Bürger gab der Seelsorger in vielen Bereichen des Gemeinwesens Denkanstöße, Impulse, Ratschläge, machte Mut zu Veränderungen. Die Entwicklung des Marktes war ihm eine Herzensangelegenheit. Mit Überzeugung dabei war er Mitinitiator für den Neubau der Schule 1968 auf dem Tannenberg. Er schaffte es ein neues Pfarrhaus neben der Schule zu errichten. Umbauten im damals noch kirchlichen Friedhofsbereich, der Umzug und Ausbau der Pfarrbücherei in die alte Schule neben der Kirche tragen seine Handschrift.

Stellvertretender Dekan Alexander Eckert (Esselbach), von links übergibt Dankurkun-de und Präsent des Bischofs, Friedhelm Hofmann, an Pfarrer Albert Gliesche, Maruisz Dolny (Urspringen) und Pfarrer Adam Possmeyer (Birkenfeld).

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