Marktheidenfeld

Pfarrer freuen sich auf Präsenz-Ostergottesdienste

Zum zweiten Osterfest in der Pandemie bieten viele Pfarreien eine Kombination aus virtuellen und Präzenzgottesdiensten an. Nur virtuell feiern, das können sich viele Pfarrer nicht vorstellen.
Die Osternachtfeiern sind für Gläubige ein besonderes Gemeinschaftserlebnis. Seit dem vergangenen Jahr müssen sie vielerorts Corona-bedingt darauf verzichten. Das Leserfoto aus dem Jahr 2018 zeigt das Entzünden des Osterlichts vor der Kirche in Büchold. 
Foto: Frank Holzinger | Die Osternachtfeiern sind für Gläubige ein besonderes Gemeinschaftserlebnis. Seit dem vergangenen Jahr müssen sie vielerorts Corona-bedingt darauf verzichten.

Schon über ein Jahr beherrscht die Corona-Pandemie weite Teile des öffentlichen Lebens. Auch das Osterfest als das höchste christliche Fest ist bereits zum zweiten Mal betroffen. Während letztes Jahr so gut wie keine österlichen Gottesdienste stattfinden konnten, sind die Geistlichen der Region froh, dass dieses Jahr Ostern auch in Präsenz begangen werden kann. Wir haben uns im Raum Main-Spessart umgehört, wie genau die örtlichen Kirchen ihre Ostertage planen.

Pfarrer Becker aus Marktheidenfeld und sein Team waren von der guten Resonanz der online Gottesdienste an Weihnachten beeindruckt. Daher werden auch jetzt an Ostern die Gottesdienste direkt aus St. Josef live auf den eigenen Youtube-Kanal übertragen. Eine Anmeldung für die einzelnen Feiern in Präsenz gibt es nicht. "Bisher mussten wir zum Glück noch niemanden wegschicken. Es hat sich eingespielt, die Gläubigen machen mit und halten sich an die mittlerweile gängigen Regeln", weiß Pfarrer Becker zu berichten.

Pfarrer Becker hat sich mit der Situation abgefunden

Auch für Familien wird in Marktheidenfeld einiges angeboten. So kann jede Familie eine Oster-Rallye durch Marktheidenfeld unternehmen, am Ostermontag wird ein Familiengottesdienst mit der Jugendband "Las Peranza" sein. Einzelne Sänger und Bläser gestalten die Feierlichkeiten mit. Pfarrer Becker hat sich mit den Gegebenheiten abgefunden und macht das Beste aus der Situation, wenn es auch "weh tut, dass die Gemeinde das österliche Halleluja nicht gemeinsam aus voller Kehle singen kann".

Der evangelische Pfarrer Reinhold Völler aus Michelrieth findet es dieses Jahr wichtig, die Ostergottesdienste feiern zu können, nachdem "bereits letztes Jahr an den wichtigsten Feiertagen der Christenheit die Segel gestrichen werden mussten". Und dennoch fallen in seiner Gemeinde die Passionsandachten in der Karwoche sowie die Gottesdienste an Gründonnerstag auch in diesem Jahr Corona zum Opfer. "Das macht ohne Abendmahl am Tag der Einsetzung des Abendmahls auch wenig Sinn", bedauert der Geistliche.

In Esselbach ist sich Pfarrer Alexander Eckert sicher, dass jede Sonntagsmesse ein kleines Osterfest ist, weil sonntäglich die Auferstehung Jesu gefeiert wird. "Nur auf diesem Hintergrund macht es Sinn, die Kommunion zu empfangen und auch die Erstkommunionen unserer Kinder zu feiern", so Eckert. Deshalb finde er es "völlig daneben, vor diesem Hintergrund Ostern, die Grundlage aller unserer sonntäglichen Gottesdienste nicht feiern und in Präsenz begehen zu können." Sogar an den fünf Fastensonntagen hielt der Geistliche eine Predigtreihe über die hohe Bedeutung der Heiligen Messe und warum es jetzt in der Pandemie genau verkehrt wäre, einen Gottesdienst-Lockdown zu vollziehen.

Pfarrer Eckert: Jeder Sonntag ein kleines Osterfest

Eckert schaut dabei auch in die Geschichte zurück, wo selbst in Zeiten von schweren Krankheiten wie Pest und Cholera oder in Kriegszeiten diese Feiern nie ausgefallen seien. Außerdem will er den Gläubigen Mut machen: "Es ist gerade jetzt wichtig, den Menschen Mut und Hoffnung zu schenken. Vor allem auch durch den Ausblick auf ein Leben nach dem Tod. Hier vermisse ich die deutliche Botschaft unsere beiden christlichen Großkirchen."

Virtuelle Gottesdienste stellen für Alexander Eckert keine wirkliche Alternative dar, da immer noch viele ältere Menschen nicht mit dem Internet zurechtkommen und sich auch nach der erlebten Gemeinschaft der Gläubigen vor Ort sehnen würden. Außerdem könne man vor dem Fernseher ja nicht die Kommunion, das Brot des Lebens, empfangen. Die Hygienemaßnahmen seien so gut umgesetzt, dass sich alle Beteiligten sicher fühlen können. Deshalb finden in Esselbach die österlichen Gottesdienste in Präsenz statt.

Vier Gottesdienste am Sonntag in Lohr

In der Lohrer Pfarrei St. Michel werden dagegen die Gottesdienste auch wieder aus der Stadtpfarrkirche übertragen. "Seit Mai letztem Jahres haben wir in der Stadtpfarrkirche Lohr die Zahl der Gottesdienste auf vier am Sonntag erhöht, sodass sich der Besucherstrom entspannt hat", freut sich Pfarrer Sven Johanssen. In den Gemeinden, in denen nur Präsenzgottesdienste stattfinden können, werde es eine Anmeldepflicht geben. Auch für Familien habe man sich ein entsprechendes Programm überlegt. So finden hier Feiern im Pfarrheim oder auch im Freien statt. Dies sorge für zusätzliche Entlastung. "Ich persönlich kann mir einen nochmaligen Verzicht auf Präsenzgottesdienste an den wichtigsten Feiertagen im Kirchenjahr nur schwer vorstellen. Wir haben sichere Hygienekonzepte und achten auf die Einhaltung aller Regeln", ist sich Johanssen sicher.

Auch ist es seiner Meinung nach gar kein Thema, aufgrund der Solidarität mit dem Einzelhandel auf Präsenz zu verzichten: "Nichts tun ist keine Solidarität, sondern Wegducken." In seinen Gremien seien einige Geschäftsleute, die unter der Situation sehr leiden. Aber gerade von ihnen sei der Wunsch geäußert worden, keinesfalls auf Präsenzgottesdienste zu verzichten.

Auch in der Pfarreien-Gemeinschaft "Maria-Patronin von Franken" rund um Urspringen und Karbach ist man froh, in diesem Jahr nicht auf Präsenz verzichten zu müssen. Unter hohen Hygieneauflagen und mit Voranmeldung finden die Oster-Gottesdienste dieses Jahr in den Gemeinden statt. Abgesagt wurden lediglich die geplanten Kreuzweg-Andachten an Karfreitag. Alle Verantwortlichen in der Kirche haben sich ihre eigenen Gedanken gemacht und führen die österlichen Gottesdienste nach bestem Wissen und Gewissen durch. Froh darüber, dieses Jahr Gottesdienste vor Ort halten zu dürfen, sind sie alle.

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